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Helicobacter-pylori-Bakterienkultur (HPKLT)

Helicobacter pylori ist eine Bakterienart, die für die Entstehung einer chronischen Gastritis verantwortlich sein kann. Das mikrobiologische Verfahren der Bakterienkultur ist eine wichtige diagnostische Möglichkeit zum Beweis einer Helicobacter-pylori-Infektion. Hierbei erfolgt eine Isolierung und Anzucht der die Erkrankung verursachenden Bakterien.

Warum wird eine Helicobacter-pylori-Bakterienkultur durchgeführt?

Helicobacter pylori ist ein Krankheitserreger aus der Bakteriengruppe

  • Helicobacter – das sind gramnegative Stäbchenbakterien, S- und U-förmig gebogen bzw. spiralig gewunden.

Beim Menschen kann eine Infektion mit Helicobacter pylori vor allem im Bereich der Magenschleimhaut vorkommen, wobei diese Infektionen mit den folgenden Erkrankungen in Zusammenhang gebracht werden:

  • chronische Gastritis,
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre,
  • Adenokarzinome des Magens sowie
  • MALT-Lymphome (MALT bedeutet Mucosa Associated Lymphoid Tissue – Schleimhaut-assoziiertes lymphatisches Gewebe) im Bereich des oberen Verdauungstraktes.

Das mikrobiologische Verfahren der Bakterienkultur ist die wichtigste diagnostische Möglichkeit zum Beweis einer Helicobacter-pylori-Infektion. Hierbei erfolgt eine Isolierung und Anzucht der die Erkrankung verursachenden Bakterien. Als Untersuchungsmaterial kommen Magensaft bzw. Gewebeproben der Magenschleimhaut zum Einsatz.

Da die Durchführung der Helicobacter-pylori-Bakterienkultur in der Praxis aber schwierig und aufwändig ist, haben sich für die Diagnostik einer entsprechenden Infektion vor allem die folgenden Labortests etabliert:

  • Helicobacter-pylori-Schnelltest im Stuhl,
  • Helicobacter-pylori-Atemtest (C-13-Harnstoff-Atemtest) sowie
  • Helicobacter-pylori-Antikörper im Blut.

Wie ist das Ergebnis der Helicobacter-pylori-Bakterienkultur zu interpretieren?

Die Bakterienkultur ist ein direktes Nachweisverfahren der medizinischen Bakteriologie. Bei der Kultur erfolgt eine Anzucht der Bakterien auf besonderen Kulturmedien.

Durch Kombination der Bakterienkultur mit weiterführenden Methoden (biochemische Differenzierung, sogenannte „bunte Reihe, spezifische PCR-Verfahren sowie MALDI-TOF-Massenspektrometrie) können die bakteriellen Krankheitserreger exakt identifiziert werden.

Das spezifische Ergebnis der Bakterienkultur gilt als Beweis für den ursächlichen (kausalen) Zusammenhang zwischen dem identifizierten bakteriellen Krankheitserreger und der jeweils bestehenden bakteriellen Infektionserkrankung.

Darüber hinaus werden im Zuge der Bakterienkultur auch sogenannte „Antibiogramme“ angefertigt, die für die entsprechende Therapie der jeweiligen Infektionserkrankung entscheidende Informationen bereitstellen.

Chronische Gastritis

Bei der chronischen Gastritis handelt es sich um eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Als hauptsächliche Ursachen kommen die folgenden Faktoren infrage:

  • Autoimmungastritis (Typ A): Bei dieser Gastritisform spielen auf der einen Seite Antikörper gegen körpereigene Strukturen eine Rolle (z.B. Parietalzell-Antikörper). Andererseits könnte hier aber ebenfalls eine bakterielle Infektion mit Helicobacter pylori eine Rolle spielen – d.h., die Autoimmungastritis ist möglicherweise eine Folge der bakteriellen Infektion.
  • Bakterielle Gastritis (Typ B): Dieser Gastritisform liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori zugrunde.
  • Chemische Gastritis (Typ C): Ursachen dieser Gastritisform können einerseits bestimmte Medikamente sein (sogenannte nicht steroidale Antirheumatika, NSAR). Oftmals liegt aber auch ein Zurückfließen der Galle (Reflux) aus dem Zwölffingerdarm in den Magen vor.

Im Hinblick auf die Beschwerden der betroffenen Patientinnen und Patienten bestehen in den meisten Fällen gar keine Symptome bzw. bloß unspezifische Oberbauchbeschwerden.

Das wichtigste Verfahren zur Diagnose einer chronischen Gastritis ist die

  • Magenspiegelung (Gastroskopie) – bei diesem Untersuchungsverfahren erfolgt eine direkte Begutachtung der Magenschleimhaut durch die untersuchende Ärztin/den untersuchenden Arzt. Dabei können auch Gewebeproben der Magenschleimhaut für weitere Untersuchungen gewonnen werden: Zell- (Zytologie) und Gewebeuntersuchungen (Histologie) sowie bakterielle Untersuchungen zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori (Kultur, PCR).

Neben der Gastroskopie sind vor allem Untersuchungsverfahren zum Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion wichtig:

  • Helicobacter-pylori-Schnelltest im Stuhl,
  • Helicobacter-pylori-Atemtest (C-13-Harnstoff-Atemtest) sowie
  • Helicobacter-pylori-Antikörper im Blut.

Die Behandlung einer chronischen Gastritis richtet sich nach der Erkrankungsursache. Bei bestehender, nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion kann eine sogenannte Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie durchgeführt werden:

  • sogenannte Tripel-Therapie mit Protonenpumpenhemmer sowie zwei Antibiotika (Clarithromycin und Amoxicillin) in Kombination über eine Woche.

Bei Gastritisformen vom Typ A und C sind ebenfalls Medikamente aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer die Mittel der Wahl.

Die konsequente Therapie der chronischen Gastritis ist wichtig im Hinblick auf die Vermeidung schwerwiegender Komplikationen dieser häufigen Erkrankung. Zu diesen Komplikationen zählen:

  • Magengeschwüre (Magenulkus);
  • Atrophie der Magenschleimhaut mit der Folge eines Mangels an Intrinsic-Faktor, wodurch Vitamin B12 nicht mehr ausreichend aufgenommen werden kann. Dies kann die Entstehung einer bestimmten Form der Blutarmut (sogenannte „perniziöse Anämie“) zur Folge haben;
  • Magenkarzinom sowie
  • MALT-Lymphome des Gastrointestinaltraktes (möglicherweise Helicobacter-pylori-assoziiert).

Weitere Infos zu Gastritis und Dyspepsie.

LOINC: 44015-6 / H pylori Gast Ql Cult, 587-6 / H pylori XXX Ql Cult

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
quantitativnegativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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