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Helicobacter-pylori-Antikörper-Immunoblot (HPIB)

Eine Helicobacter-pylori-Infektion kann die Ursache einer chronischen Gastritis sein. Zur Abklärung eines Verdachtes auf eine Helicobacter-pylori-Infektion können Antikörper vom Typ IgG sowie IgA gegen Helicobacter pylori im Blut gemessen werden. Das Immunoblot-Verfahren kann als Bestätigungstest zur weiteren Abklärung unklarer serologischer Befundkonstellationen herangezogen werden.

Warum werden Helicobacter-pylori-Antikörper (IgG/IgA) im Blut bestimmt?

Helicobacter pylori ist ein Krankheitserreger aus der Bakteriengruppe

  • Helicobacter – das sind gramnegative Stäbchenbakterien, S- und U-förmig gebogen bzw. spiralig gewunden.

Beim Menschen kann eine Infektion mit Helicobacter pylori vor allem im Bereich der Magenschleimhaut vorkommen, wobei diese Infektionen mit den folgenden Erkrankungen in Zusammenhang gebracht werden:

  • chronische Gastritis,
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre,
  • Adenokarzinome des Magens sowie
  • MALT-Lymphome (MALT bedeutet Mucosa Associated Lymphoid Tissue – Schleimhaut-assoziiertes lymphatisches Gewebe) im Bereich des oberen Verdauungstraktes.

Die Bestimmung von Helicobacter-pylori-Antikörpern vom Typ IgG und IgA im Blut ist ein Laborverfahren zur Abklärung eines Verdachtes auf eine Helicobacter-pylori-Infektion.

Bei diesen Labortests handelt es sich um ein indirektes mikrobiologisches Nachweisverfahren, da nicht der Erkrankungserreger selbst, sondern vielmehr die immunologische Reaktion des Körpers auf den Krankheitserreger (sprich die Helicobacter-pylori-Bakterien) nachgewiesen wird.

Demzufolge werden im medizinischen Labor Helicobacter-pylori-Antikörper im Blut (sogenannte Serologie bzw. serologische Diagnostik) gemessen. Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle, vom Körper gebildete Eiweißstoffe. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist.

Zur Bestimmung der Helicobacter-pylori-Antikörper im Blut werden in erster Linie sogenannte Enzym-Immunoassays (EIA) eingesetzt, wobei hier nur die folgenden Antikörper-Typen von medizinischem Interesse sind:

  • Helicobacter-pylori-Antikörper vom Typ IgG und
  • Helicobacter-pylori-Antikörper vom Typ IgA.

Als Bestätigungsverfahren der Bestimmung von Helicobacter-pylori-Antikörpern im Blut kann das folgende Laborverfahren eingesetzt werden:

  • Helicobacter-pylori-Antikörper IgG/IgA Immunoblot-Test.

Wie ist das Ergebnis der Helicobacter-pylori-Serologie zu interpretieren?

Zur Bewertung der Antikörper-Testergebnisse (Serologie) gegen Helicobacter pylori im Blut müssen die folgenden Resultate gemeinsam begutachtet und interpretiert werden:

  • IgG-Antikörper,
  • IgA-Antikörper sowie
  • ev. Immunoblot-Ergebnisse.

Die Antikörper-Bestimmung kann dabei vor allem zur Unterscheidung zwischen akuten, chronischen sowie abgelaufenen Helicobacter-pylori-Infektionen herangezogen werden, wobei insbesondere hoch positive IgA-Werte sowie ein Anstieg der Helicobacter-pylori-IgG-Werte im Blut innerhalb von zwei Wochen für ein akutes Geschehen sprechen.

Bei unklaren serologischen Ergebnissen (sogenannte grenzwertig positive bzw. negative Laborergebnisse) sind die Immunoblot-Ergebnisse aufgrund ihrer höheren Spezifität zuverlässiger.

  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Chronische Gastritis

Bei der chronischen Gastritis handelt es sich um eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Als hauptsächliche Ursachen kommen die folgenden Faktoren infrage:

  • Autoimmungastritis (Typ A): Bei dieser Gastritisform spielen auf der einen Seite Antikörper gegen körpereigene Strukturen eine Rolle (z.B. Parietalzell-Antikörper). Andererseits könnte hier aber ebenfalls eine bakterielle Infektion mit Helicobacter pylori eine Rolle spielen – d.h., die Autoimmungastritis ist möglicherweise eine Folge der bakteriellen Infektion.
  • Bakterielle Gastritis (Typ B): Dieser Gastritisform liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori zugrunde.
  • Chemische Gastritis (Typ C): Ursachen dieser Gastritisform können einerseits bestimmte Medikamente sein (sogenannte nicht steroidale Antirheumatika [NSAR]). Oftmals liegt aber auch ein Zurückfließen der Galle (Reflux) aus dem Zwölffingerdarm in den Magen vor.

Im Hinblick auf die Beschwerden der betroffenen Patientinnen und Patienten bestehen in den meisten Fällen gar keine Symptome bzw. bloß unspezifische Oberbauchbeschwerden.

Das wichtigste Verfahren zur Diagnose einer chronischen Gastritis ist die

  • Magenspiegelung (Gastroskopie) – bei diesem Untersuchungsverfahren erfolgt eine direkte Begutachtung der Magenschleimhaut durch die untersuchende Ärztin/den untersuchenden Arzt. Dabei können auch Gewebeproben der Magenschleimhaut für weitere Untersuchungen gewonnen werden: Zell- (Zytologie) und Gewebeuntersuchungen (Histologie) sowie bakterielle Untersuchungen zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori (Kultur, PCR).

Neben der Gastroskopie sind vor allem Untersuchungsverfahren zum Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion wichtig:

  • Helicobacter-pylori-Schnelltest im Stuhl,
  • Helicobacter-pylori-Atemtest (C-13-Harnstoff-Atemtest) sowie
  • Helicobacter-pylori-Antikörper im Blut.

Die Behandlung einer chronischen Gastritis richtet sich nach der Erkrankungsursache. Bei bestehender, nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion kann eine sogenannte Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie durchgeführt werden:

  • sogenannte Tripel-Therapie mit Protonenpumpenhemmer sowie zwei Antibiotika (Clarithromycin und Amoxicillin) in Kombination über eine Woche.

Bei Gastritisformen vom Typ A und C sind ebenfalls Medikamente aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer die Mittel der Wahl.

Die konsequente Therapie der chronischen Gastritis ist wichtig im Hinblick auf die Vermeidung schwerwiegender Komplikationen dieser häufigen Erkrankung. Zu diesen Komplikationen zählen:

  • Magengeschwüre (Magenulkus);
  • Atrophie der Magenschleimhaut mit der Folge eines Mangels an Intrinsic-Faktor, wodurch Vitamin B12 nicht mehr ausreichend aufgenommen werden kann. Dies kann die Entstehung einer bestimmten Form der Blutarmut (sogenannte perniziöse Anämie) zur Folge haben;
  • Magenkarzinom sowie
  • MALT-Lymphome des Gastrointestinaltraktes (möglicherweise Helicobacter-pylori-assoziiert).

Weitere Infos zu Gastritis und Dyspepsie.

LOINC: 60524-6 / H pylori IgG Ser Ql IB

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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