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Haemophilus-influenzae-PCR

Bei Haemophilus influenzae handelt es sich um eine Bakterienart, die bei Kleinkindern und Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege Infektionen (v.a. Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes sowie Pneumonien) hervorrufen kann. Die PCR-Untersuchung auf Haemophilus-influenzae-DNA ist ein rasches und hoch sensitives labormedizinisches Verfahren zur Abklärung einer Infektion mit diesen Bakterien. Als Untersuchungsmaterialien kommen u.a. Blut und Liquor sowie Abstriche aus Bereich des Nasen- und Rachenraums zum Einsatz.

Warum wird ein Haemophilus-influenzae-DNA-PCR durchgeführt?

Bei Haemophilus influenzae handelt es sich um eine Bakterienart, die bei Kleinkindern und Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege Infektionen (v.a. Entzündungen des Nasen-Rachen-Raumes sowie Pneumonien) hervorrufen kann.

Zur Diagnose einer Infektion mit Haemophilus influenzae gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Bestimmung von Haemophilus-influenzae-B-Antikörpern (Typ IgG) im Blut,
  • Haemophilus-influenzae-DNA-PCR aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien sowie
  • Nachweis von Haemophilus-influenzae-Erbgut (DNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien.

Bei der Haemophilus-influenzae-PCR handelt es sich um ein direktes labormedizinisches Nachweisverfahren, bei dem Haemophilus-influenzae-Erbgut (DNA) nachgewiesen werden kann, wobei u.a. die folgenden Untersuchungsmaterialien zum Einsatz kommen:

Der Vorteil der Haemophilus-influenzae-PCR ist die rasche Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse. Darüber hinaus besitzt das PCR-Verfahren eine sehr hohe Sensitivität. Das bedeutet, dass bereits geringste Mengen an Haemophilus-influenzae-Erbgut im Untersuchungsmaterial zu einem zuverlässig positiven Ergebnis führen.

Wie ist das Ergebnis der Haemophilus-influenzae-DNA-PCR zu interpretieren?

Ein positives Ergebnis der Haemophilus-influenzae-DNA-PCR bedeutet in Kombination mit gegebenenfalls vorliegenden typischen Symptomen einen Beweis für das Vorliegen einer Haemophilus-influenzae-Infektion.

Allerdings schließt ein negatives Haemophilus-influenzae-DNA-PCR-Ergebnis eine entsprechende Infektion nicht mit Sicherheit aus. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden, grundsätzlichen Untersuchungen für die Abklärung suspekter Beschwerden berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte),
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Expositionsstatus.

Haemophilus-influenzae-Infektion

Haemophilus-Bakterien sind eine weit verbreitete Bakterienart, wobei die meisten Haemophilus-Bakterien für den Menschen ungefährlich sind und zur normalen Flora des Atmungstraktes gehören (z.B. Haemophilus parainfluenzae, haemolyticus, parahaemolyticus, segni, aphrophilus).

Für den Menschen relevante Infektionen können die folgenden Haemophilus-Bakterien verursachen:

  • Haemophilus influenzae (v.a. Atemwegsinfekte),
  • Haemophilus ducreyi (Erreger des sogenannten Ulcus molle – eine tropische Geschlechtskrankheit) sowie
  • Haemophilus aegypticus (Bindehautentzündungen).

Bei Haemophilus influenzae handelt es sich um ein in der Gramfärbung negatives Stäbchenbakterium. Von den insgesamt sechs bekannten Serotypen dieser Bakterienart führen v.a. Infektionen mit dem Typ B zu für den Menschen relevanten Erkrankungen.

Die Übertragung von Haemophilus influenzae erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Die Infektionen betreffen zumeist Kleinkinder bzw. Erwachsene mit chronischen Lungenerkrankungen, wobei es nach einer Inkubationszeit von bis zu fünf Tagen zu den folgenden Beschwerden kommen kann:

  • Entzündungen von Nasen- und Rachenraum (sogenannte Nasopharyngitis),
  • Entzündungen der Epiglottis (Epiglottitis) sowie
  • bei schweren Verlaufsformen Lungen- (Pneumonie) und Gehirnhautentzündungen (Meningitis).

Für die Diagnostik einer Haemophilus-influenzae-Infektion können die folgenden Laboruntersuchungen durchgeführt werden:

  • Bestimmung von Haemophilus-influenzae-B-Antikörpern (Typ IgG) im Blut,
  • Haemophilus-influenzae-Bakterienkultur aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien sowie
  • Nachweis von Haemophilus-influenzae-Erbgut (DNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien.

Die Therapie einer Haemophilus-influenzae-Infektion erfolgt durch Gabe bestimmter Antibiotika über zumindest zwei Wochen:

  • Cefotaxim bei Kleinkindern bzw.
  • Chinolone bei Erwachsenen.

Für die Prophylaxe einer Haemophilus-influenzae-Infektion steht die Möglichkeit der aktiven Immunisierung mit einem Haemophilus-influenzae-Typ-B-Impfstoff ab dem dritten Lebensmonat zur Verfügung.

Synonyme: Haemophilus-influenzae-DNA-PCR (HEIP)
LOINC: 61366-1/Haem influ DNA XXX Ql PCR

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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