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Clostridium-difficile-PCR

Bei der Clostridium-difficile-PCR erfolgt der Nachweis von Clostridium-difficile-Erbgut (DNA) bzw. bakteriellen Toxingenen mittels molekularer Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Ketten-Reaktion – PCR) im Stuhl. Ein positives Testergebnis kann einen Hinweis auf eine Clostridium-difficile-Infektion als Ursache einer infektiösen Durchfallerkrankung (sogenannte Antibiotika-assoziierte Kolitis) darstellen.

Warum wird eine Clostridium-difficile-PCR im Stuhl durchgeführt?

Clostridium difficile ist ein Krankheitserreger aus der Bakteriengruppe

  • Clostridien – das sind in der Regel grampositive, anaerobe sowie sporenbildende Stäbchenbakterien. Zu der Erregergruppe der Clostridien gehören:
    • Clostridium tetani – der Erreger von Wundstarrkrampf (Tetanus),
    • Clostridium botulinum – der Erreger des Botulismus,
    • Clostridium perfringens – der Erreger von Gasbrand sowie
    • Clostridium difficile – der Erreger der sogenannten Antibiotika-assoziierten Kolitis (pseudomembranöse Kolitis).

Beim Menschen kann eine Infektion bzw. Darmbesiedelung mit Clostridium difficile im Bereich des Dickdarms (Kolon) im Rahmen einer Therapie mit Antibiotika auftreten (besonders Cephalosporine sowie Fluorchinolone). Diese kann eine schwere Entzündung der Darmschleimhaut (sogenannte Kolitis) zur Folge haben und zu einer

  • infektiösen Durchfallerkrankung führen – der sogenannten Clostridium difficile assoziierten Diarrhoe (CDAD).

Die schädigenden Effekte von Clostridium difficile auf den Körper werden aber nicht nur durch die bakterielle Überwucherung der Dickdarmschleimhaut hervorgerufen, sondern auch durch bestimmte Giftstoffe (Toxine), die von Clostridium difficile gebildet werden:

  • Toxin A (Enterotoxin) führt zum Flüssigkeitsverlust über den Darm und
  • Toxin B (Zytotoxin) schädigt die Zellen des Dickdarms direkt.

Für den Nachweis einer Infektion mit Clostridium difficile stehen verschiedene Laborverfahren zur Verfügung:

  • Clostridium-difficile-Toxinnachweis im Stuhl (mittels Schnelltest oder ELISA),
  • Clostridium-difficile-PCR (Nachweis von bakterieller DNA bzw. Toxingenen) sowie
  • Clostridium-difficile Bakterienkultur.

Bei der Clostridium-difficile-PCR wird mittels molekularer Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Ketten-Reaktion – PCR) bakterielles Erbgut von Clostridium difficile (DNA bzw. bakterielle Toxingene) im Stuhl nachgewiesen.

Zur Durchführung des PCR-Tests muss eine Stuhlprobe von der Patientin/dem Patienten gewonnen und unter Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen ins Labor eingeschickt werden.

Was bedeutet ein positives Clostridium-difficile-PCR-Ergebnis im Stuhl?

Ein positives Clostridium-difficile-PCR-Ergebnis im Stuhl bedeutet den Beweis einer Infektion mit Clostridium difficile.

Auf der anderen Seite legt ein negatives Clostridium-difficile-PCR-Ergebnis im Stuhl die Vermutung nahe, dass bei der betroffenen Patientin/dem betroffenen Patienten keine aktuelle Clostridium-difficile-Infektion vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Bakterienmenge im Stuhl auch unterhalb der Nachweisgrenze des PCR-Testsystems liegen könnte, was aber bei einer tatsächlich durch Clostridium difficile ausgelösten infektiösen Durchfallerkrankung äußerst unwahrscheinlich ist.

Allerdings gibt es aber eine Reihe anderer Krankheitserreger, die eine infektiöse Durchfallerkrankung hervorrufen können, wie z.B.

  • andere Bakterienstämme (Salmonellen, pathogene Stämme von Escherichia coli etc.),
  • virale Infektionen (Noroviren, Rotaviren etc.),
  • Protozoen (Amöben, Giardien etc.) sowie
  • Pilze (Hefepilze wie Candida, Schimmelpilze wie Aspergillus).

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobener Befunde erfolgen.

Antibiotika-assoziierte Kolitis

Bei der Antibiotika-assoziierten Kolitis (Entzündung der Dickdarmschleimhaut) handelt es sich um eine infektiöse Durchfallerkrankung (Diarrhoe), die durch eine Fehlbesiedelung des Darms mit folgenden Bakterien hervorgerufen wird:

  • Clostridium difficile.

Diese Fehlbesiedelung der Darmschleimhaut entsteht dadurch, dass im Rahmen einer Antibiotikatherapie die natürliche Zusammensetzung der Darmflora gestört wird. Da Clostridium difficile gegenüber zahlreichen Antibiotika resistent ist, können sich gerade diese Bakterien dann ungehemmt vermehren.

Prinzipiell können alle Antibiotika eine infektiöse Durchfallerkrankung auslösen. Besonders häufig kommt es aber bei einer Behandlung mit Cephalosporinen bzw. Fluorchinolonen zu dieser Komplikation, wobei aber nur in 20 Prozent der Fälle die Durchfallerkrankung im Rahmen der Antibiotikatherapie durch Clostridium difficile ausgelöst wird.

Trotzdem ist eine Clostridium-difficile-Infektion die häufigste sogenannte

  • Nosokomialinfektion (Krankenhausinfektion) – eine Infektionserkrankung die ursächlich mit einem Krankenhausaufenthalt in Verbindung steht.

Die schädigenden Effekte von Clostridium difficile auf den Darm werden aber nicht nur durch die bakterielle Überwucherung der Dickdarmschleimhaut hervorgerufen, sondern auch durch bestimmte Giftstoffe (Toxine), die von Clostridium difficile gebildet werden:

  • Toxin A (Enterotoxin) führt zum Flüssigkeitsverlust über den Darm und
  • Toxin B (Zytotoxin) schädigt die Zellen des Dickdarms direkt.

Im Hinblick auf die Beschwerden der betroffenen Patientinnen und Patienten stehen meist wässrige bis breiige, nicht blutige Durchfälle mit typischerweise fauligem Geruch sowie Fieber, Übelkeit, Erbrechen und kolikartige Bauchschmerzen im Vordergrund.

Für den Nachweis einer Infektion mit Clostridium difficile stehen die folgenden Laborverfahren zur Verfügung:

  • Clostridium-difficile-Toxinnachweis im Stuhl (mittels Schnelltest oder ELISA),
  • Clostridium-difficile-PCR (Nachweis von bakterieller DNA bzw. Toxingenen) sowie
  • Clostridium-difficile-Bakterienkultur.

Neben Clostridium difficile gibt es aber eine Reihe weiterer Krankheitserreger, die eine infektiöse Durchfallerkrankung hervorrufen können – wie z.B.

  • andere Bakterienstämme (Salmonellen, pathogene Stämme von Escherichia coli etc.),
  • virale Infektionen (Noroviren, Rotaviren etc.),
  • Protozoen (Amöben, Giardien etc.) sowie
  • Pilze (Hefepilze wie Candida, Schimmelpilze wie Aspergillus).

Die schwerste Komplikation einer Infektion mit Clostridium difficile ist die sogenannte

  • pseudomembranöse Kolitis: diese kann zu einem Darmverschluss (Ileus) bzw. lebensbedrohlichen sogenannten toxischen Megakolon führen.

Zur Behandlung der Antibiotika-assoziierten Kolitis muss die bisherige Antibiotikatherapie beendet werden. Zur Bekämpfung der Clostridium-difficile-Bakterien wird entweder Metronidazol bzw. Vancomycin über zehn Tage bzw. zwei Wochen oral verabreicht.

Darüber hinaus müssen Patientinnen und Patienten mit einer Clostridium-difficile-Infektion isoliert werden (Quarantäne), wobei vonseiten des Krankenhauspersonals strengste hygienische Maßnahmen eingehalten werden müssen.

Synonyme: Clostridium-difficile-PCR/Stuhl (CDPX)
LOINC: 54067-4/C dif Tox gens Stl Ql PCR, 61367-9/C dif DNA XXX Ql PCR

Referenzwert

EinheitReferenzbereich 
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
negativnegativnegativ negativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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