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Helicobacter-pylori-Atemtest

Der C-13-Harnstoff-Atemtest wird zum Nachweis einer bakteriellen Infektion mit Helicobacter pylori eingesetzt. Ein positives Testergebnis kann einen Hinweis auf eine Helicobacter-pylori-Infektion als Ursache einer chronischen Gastritis bedeuten.

Warum wird ein Helicobacter-pylori-Atemtest durchgeführt?

Helicobacter pylori ist ein Krankheitserreger aus der Bakteriengruppe

  • Helicobacter – das sind gramnegative Stäbchenbakterien, S- und U-förmig gebogen bzw. spiralig gewunden.

Beim Menschen kann eine Infektion mit Helicobacter pylori vor allem im Bereich der Magenschleimhaut vorkommen, wobei diese Infektionen mit den folgenden Erkrankungen in Zusammenhang gebracht werden:

  • chronische Gastritis,
  • Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre,
  • Adenokarzinome des Magens sowie
  • MALT-Lymphome (MALT bedeutet Mucosa Associated Lymphoid Tissue – Schleimhaut-assoziiertes lymphatisches Gewebe) im Bereich des oberen Verdauungstraktes.

Da der Nachweis einer Infektion mit Helicobacter pylori mittels einer Bakterienkultur schwierig ist, haben sich in der Praxis vor allem die folgenden Labortests etabliert:

  • Helicobacter-pylori-Schnelltest im Stuhl,
  • Helicobacter-pylori-Atemtest (C-13-Harnstoff-Atemtest) sowie
  • Helicobacter-pylori-Antikörper im Blut.

Zur Durchführung des C-13-Harnstoff-Atemtests werden von der Patientin/vom Patienten zwei Atemluftproben in speziellen Beuteln (bzw. Gefäßen) gesammelt. Bei der ersten Probe handelt es sich um einen Leerwert. Die zweite Probe wird 30 Minuten nach Einnahme von 80 Milligramm C-13-Harnstoff (ist nicht radioaktiv) genommen (Stimulationswert).

Da Helicobacter pylori eine starke Urease-Aktivität (ein Harnstoff-spaltendes Enzym) besitzt, wird bei einer bestehenden Infektion der C-13-Harnstoff rascher abgebaut. In diesem Fall können in der zweiten Atemluft-Probe schließlich höhere C-13-Werte gemessen werden, was einen Hinweis auf die entsprechende Infektion bedeutet.

Die Ergebnisse des C-13-Harnstoff-Atemtests können wie folgt angegeben werden:

  • qualitativ – positiv bzw. negativ,
  • quantitativ – sogenannter Delta-Wert in Promille (‰). Dabei handelt es sich um die Differenz zwischen Leerwert und Stimulationswert.

Was bedeutet ein positiver Helicobacter-pylori-Atemtest?

Ein positiver Helicobacter-pylori-Atemtest stellt einen Hinweis auf eine Infektion mit Helicobacter pylori dar, wobei die Sensitivität dieses Tests 94% und die Spezifität 100% beträgt.

  • Sensitivität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig positives Ergebnis liefert, wenn wirklich eine entsprechende Infektion vorliegt, und
  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Allerdings liefert der Helicobacter-pylori-Atemtest bloß einen Hinweis auf eine Infektion mit diesem Krankheitserreger. Den Beweis einer solchen Infektion kann das folgende Untersuchungsverfahren liefern:

  • Helicobacter-pylori-Bakterienkultur: Da die kulturelle Anzucht von Helicobacter pylori in der Praxis aber schwierig ist, eignet sich dieses Verfahren kaum für den Routineeinsatz.

Was bedeutet ein negativer Helicobacter-pylori-Atemtest?

Ein negativer Helicobacter-pylori-Atemtest legt die Vermutung nahe, dass bei der betroffenen Patientin/beim betroffenen Patienten keine aktuelle Infektion mit Helicobacter pylori vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil bei diesem Test auch falsch negative Ergebnissen vorkommen können (Sensitivität 94%).

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Chronische Gastritis

Bei der chronischen Gastritis handelt es sich um eine chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Als hauptsächliche Ursachen kommen die folgenden Faktoren infrage:

  • Autoimmungastritis (Typ A): Bei dieser Gastritisform spielen auf der einen Seite Antikörper gegen körpereigene Strukturen eine Rolle (z.B. Parietalzell-Antikörper). Andererseits könnte hier aber ebenfalls eine bakterielle Infektion mit Helicobacter pylori eine Rolle spielen – d.h., die Autoimmungastritis ist möglicherweise eine Folge der bakteriellen Infektion.
  • Bakterielle Gastritis (Typ B): Dieser Gastritisform liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori zugrunde.
  • Chemische Gastritis (Typ C): Ursachen dieser Gastritisform können einerseits bestimmte Medikamente sein (sogenannte nicht steroidale Antirheumatika, NSAR). Oftmals liegt aber auch ein Zurückfließen der Galle (Reflux) aus dem Zwölffingerdarm in den Magen vor.

Im Hinblick auf die Beschwerden der betroffenen Patientinnen und Patienten bestehen in den meisten Fällen gar keine Symptome bzw. bloß unspezifische Oberbauchbeschwerden.

Das wichtigste Verfahren zur Diagnose einer chronischen Gastritis ist die

  • Magenspiegelung (Gastroskopie) – bei diesem Untersuchungsverfahren erfolgt eine direkte Begutachtung der Magenschleimhaut durch die untersuchende Ärztin/den untersuchenden Arzt. Dabei können auch Gewebeproben der Magenschleimhaut für weitere Untersuchungen gewonnen werden: Zell- (Zytologie) und Gewebeuntersuchungen (Histologie) sowie bakterielle Untersuchungen zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori (Kultur, PCR).

Neben der Gastroskopie sind vor allem Untersuchungsverfahren zum Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion wichtig:

  • Helicobacter-pylori-Schnelltest im Stuhl,
  • Helicobacter-pylori-Atemtest (C-13-Harnstoff-Atemtest) sowie
  • Helicobacter-pylori-Antikörper im Blut.

Die Behandlung einer chronischen Gastritis richtet sich nach der Erkrankungsursache. Bei bestehender, nachgewiesener Helicobacter-pylori-Infektion kann eine sogenannte Helicobacter-pylori-Eradikationstherapie durchgeführt werden:

  • sogenannte Tripel-Therapie mit Protonenpumpenhemmer sowie zwei Antibiotika (Clarithromycin und Amoxicillin) in Kombination über eine Woche.

Bei Gastritisformen vom Typ A und C sind ebenfalls Medikamente aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer die Mittel der Wahl.

Die konsequente Therapie der chronischen Gastritis ist wichtig im Hinblick auf die Vermeidung schwerwiegender Komplikationen dieser häufigen Erkrankung. Zu diesen Komplikationen zählen:

  • Magengeschwüre (Magenulkus);
  • Atrophie der Magenschleimhaut mit der Folge eines Mangels an Intrinsic-Faktor, wodurch Vitamin B12 nicht mehr ausreichend aufgenommen werden kann. Dies kann die Entstehung einer bestimmten Form der Blutarmut (sogenannte perniziöse Anämie) zur Folge haben;
  • Magenkarzinom sowie
MALT-Lymphome des Gastrointestinaltraktes (möglicherweise Helicobacter-pylori-assoziiert).
Synonyme: C-13-Harnstoff-Atemtest (C13ATQL)
LOINC: 29891-9 / Urea Breath Test Ql, 29892-7 / Urea Breath Test-aCnc

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
qualitativnegativnegativnegativnegativ
quantitativ<4‰<4‰<4‰<4‰


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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