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C1q-CIC IgG

Im Blut zirkulierende (mittransportierte) Immunkomplexe bestehen aus Antikörpern und im Blut gelösten Strukturen, gegen die diese Antikörper gerichtet sind. Immunkomplexe können zu Ablagerungen und schweren Organschädigungen führen.

Warum werden zirkulierende Immunkomplexe im Blut gemessen?

Im Blut zirkulierende (mittransportierte) Immunkomplexe sind Aggregate (Zusammenlagerungen) aus Antikörpern und im Blut gelösten Strukturen, gegen die diese Antikörper gerichtet sind.

Normalerweise werden Immunkomplexe sofort nach ihrer Entstehung von Fresszellen (sogenannten Phagozyten oder Makrophagen) aufgenommen („phagozytiert“). Wenn aber zu viele solcher Immunkomplexe anfallen, übersteigt dies die Kapazität der Fresszellen, und die Immunkomplexe können in größeren Mengen ins Blut gelangen.

In weiterer Folge können Immunkomplexe zu Ablagerungen in Blutgefäßen sowie Organen und zu schweren Organschädigungen führen.

Bei den Immunkomplexen gibt es verschiedene Typen, je nachdem welche Antikörper sowie Antigene (Strukturen, gegen die sich Antikörper richten) enthalten sind:

  • Immunkomplexe mit Antikörpern vom Typ IgG, IgA, IgM,
  • Immunkomplexe mit Komplementfaktoren (C1q, C3c etc.).

Für medizinische Fragestellungen ist vor allem die Verlaufsbeurteilung der Immunkomplexe im Blut wichtig. Einzelmesswerte haben zumeist wenig bis gar keine Aussagekraft. Die Verlaufsbeurteilung der Immunkomplexe im Blut erlaubt dabei Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der therapeutischen Maßnahmen.

Wann können zirkulierende Immunkomplexe im Blut auftreten?

Erkrankungen, bei denen Immunkomplexe im Blut auftreten, bezeichnet man als

  • Immunkomplexerkrankungen:
    • Bei diesen Erkrankungen kommt es zur Ablagerung von sogenannten „Immunkomplexen“ im Körper (v.a. in Blutgefäßen). Immunkomplexe bestehen aus Antikörpern und im Blut gelösten Strukturen, gegen die diese Antikörper gerichtet sind. Immunkomplexe lagern sich in der Folge in Blutgefäßen (z.B. in jenen der Niere) ab, können dort Komplementfaktoren aktivieren und in weiterer Folge zu schweren Entzündungsreaktionen (Blutgefäßentzündung – „Vaskulitis“) sowie Organschädigungen (z.B. „Glomerulonephritis“ der Nieren) führen.

Immunkomplexerkrankungen können bei folgenden Störungen vorkommen:

  • Autoimmunerkrankungen,
  • Infektionserkrankungen (bakteriell oder viral bedingt),
  • bösartigen Tumorerkrankungen u.v.m.

Glomerulonephritis

Der Begriff „Glomerulonephritis“ umfasst eine ganze Reihe von Nierenerkrankungen, bei denen es zu einer Entzündung der Nieren-Glomerula kommt. Die Nieren-Glomerula sind kleine Blutgefäßknäuel (ein bis zwei Millionen pro Niere) in den Nieren, die für die Blutfiltration (Reinigung des Blutes, Ausscheidung von Stoffwechselprodukten) verantwortlich sind.

Die Ursachen für eine Glomerulonephritis sind vielfältig. Diese können auf der einen Seite unbekannt sein (sogenannte „primäre“ Glomerulonephritis). Auf der anderen Seite kann eine Glomerulonephritis im Rahmen folgender Erkrankungen zusätzlich auftreten (sogenannte „sekundäre“ Glomerulonephritis):

  • Autoimmunerkrankungen (z.B. Kollagenosen).
  • Immunkomplexerkrankungen:
    • Bei diesen Erkrankungen kommt es zur Ablagerung von sogenannten „Immunkomplexen“ im Körper (v.a. in Blutgefäßen). Diese Immunkomplexe bestehen aus Antikörpern und im Blut gelösten Strukturen, gegen die diese Antikörper gerichtet sind.
  • Systemische Infektionserkrankungen (z.B.Blutvergiftung“ – Sepsis) u.v.m.

Eine Glomerulonephritis kann einen beschwerdelosen, akuten bzw. chronischen Verlauf nehmen. Je nach Verlaufsform kommt es mehr oder weniger schnell zu einer Zerstörung von Nierengewebe, was schlussendlich zu einem chronischen Nierenversagen führen kann.

Für die labormedizinische Diagnose einer Glomerulonephritis werden verschiedene Laborverfahren eingesetzt:

  • Harnuntersuchungen (Blut und Eiweiß im Harn),
  • Untersuchung des Komplementsystems (CH50, C3/C3c, C4),
  • Entzündungsdiagnostik,
  • Bestimmung von Immunkomplexen,
  • Bestimmung von Antikörpern und Autoantikörpern.

In bestimmten Fällen ist auch eine Untersuchung von Nierengewebe (Histologie) erforderlich.

Die Behandlung der Glomerulonephritis hängt von der Ursache (Entzündungshemmung, Immunsuppression) ab. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz besteht meist nur noch die Möglichkeit einer Hämodialyse (maschinelle Blutreinigung außerhalb des Körpers) bzw. einer Nierentransplantation.

Synonyme: C1q bindende Immunkomplexe, C1q-zirkulierende Immunkomplexe IgG (C1QCG)
LOINC: 4498-2

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
Milligramm pro Liter (mg/l) <130* mg/l <130* mg/l <130* mg/l <130* mg/l
*Die Referenzwerte hängen von der verwendeten Methode ab!        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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