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Aktivierte T-Lymphozyten

Aktivierte T-Lymphozyten sind eine Untergruppe der Lymphozyten und können im Rahmen der Leukozytentypisierung (Immunstatus) quantitativ im Blut gemessen werden.

Warum werden aktivierte T-Lymphozyten im Blut bestimmt?

Aktivierte T-Lymphozyten sind eine spezielle Untergruppe der T-Lymphozyten, wobei diese wiederum eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bilden. Im Rahmen der Leukozytentypisierung (Immunstatus) können aktivierte T-Lymphozyten quantitativ im Blut gemessen werden.

Aktivierte T-Lymphozyten umfassen normalerweise bloß einen kleinen Teil der T-Lymphozyten im Blut. Die Besonderheit dieser Zellen ist, dass sie die Antigene (das sind besondere Eiweißstrukturen) CD3 sowie HLA-DR auf ihrer Zelloberfläche tragen.

Generell erfüllen T-Lymphozyten (sowie ihre aktivierten Formen) ihre Funktion im Rahmen des sogenannten

  • zellulären Immunsystems.

Das bedeutet, dass die T-Zellen in erster Linie selbst (und erst in zweiter Linie, die von ihnen gebildeten Stoffe) eine wichtige Rolle bei folgenden krankhaften Prozessen spielen:

  • Abwehr von Infektionen mit Viren, Pilzen und bestimmten Bakterien (z.B. Tuberkulosebakterien),
  • Abwehr von Tumorzellen,
  • bestimmten allergischen Reaktionen (vom verzögerten Typ),
  • Abstoßungsreaktionen von Transplantaten (z.B. Abstoßung einer Spenderniere).

Zur Erfassung der aktivierten T-Lymphozyten, weiterer Lymphozytensubgruppen (T-Zellen gesamt, B-Zellen etc.) sowie einer Reihe weiterer Immunzellen dient das Laborverfahren der Durchflusszytometrie (FACS – Fluorescence Activated Cell Sorting). Mit dieser Methode können all diese Zellen des Immunsystems im Blut gemessen und quantifiziert werden.

Was bedeuten erhöhte bzw. erniedrigte aktivierte T-Lymphozyten-Werte im Blut?

Eine Erhöhung aktivierter T-Lymphozyten im Blut kann bei folgenden Erkrankungen vorkommen:

Erniedrigte Werte aktivierter T-Lymphozyten haben keine Bedeutung, da es sich bei diesen Zellen im Normalfall ohnehin bloß um eine kleine Untergruppe der T-Lymphozyten im Blut handelt.

T-Zell-Lymphome

Ein Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Irgendwo im Körper (z.B. im Bereich der Lymphknoten) kommt es dabei zu einer ungehemmten Vermehrung von ein und demselben Typ einer Lymphozytengruppe. Im medizinischen Fachjargon spricht man von einem klonalen Wachstum (d.h., ein bestimmter Zellklon vermehr sich).

Die Erkrankung kann dabei auf das lymphatische Gewebe beschränkt bleiben (aleukämischer Verlauf). Es kann aber auch dazu kommen, dass die sich vermehrenden Lymphozyten ins Blut übertreten – in diesem Fall spricht man von einer lymphatischen Leukämie (leukämischer Verlauf).

Lymphome können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  • Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin) und
  • Non-Hodgkin-Lymphom (NHL).

Bei Non-Hodgkin-Lymphomen gibt es wiederum zwei große Gruppen:

  • B-Zell-NHL (bösartiges Wachstum eines B-Zell-Klons) und
  • T-Zell-NHL (bösartiges Wachstum eines T-Zell-Klons).

Generell sind T-Zell-Lymphome viel seltener als B-Zell-Lymphome, wobei sie sich oft im Bereich der Haut manifestieren.

Beispiele für T-Zell-Lymphome sind:

  • kutanes (die Haut betreffendes) T-Zell-Lymphom,
  • Mycosis fungoides (manifestiert sich im Bereich der Haut),
  • Sézary-Syndrom (manifestiert sich im Bereich der Haut mit Ausschwemmung ins Blut) etc.

Für die Diagnose dieser Erkrankungen spielt die Leukozytentypisierung aus Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten bzw. Punktaten eine große Rolle. Mit diesem Laborverfahren kann die Klonalität der bösartigen T-Zellen nachgewiesen werden. Auf der anderen Seite sind aber oft auch Gewebeuntersuchungen (sogenannte histologische Untersuchungen) sowie genetische Untersuchungen für die exakte Diagnosestellung erforderlich.

Die Behandlung hängt schließlich von der jeweiligen Erkrankung ab. Sie umfasst bei den T-Zell-Lymphomen:

Synonyme: Aktiv.T-Z. (DR+CD3+) [Lymphozyten] relativ/absolut (DRTRY/DRTAB)
LOINC: 18408-5Y, 26568-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre

Prozent (%) der Lymphozyten

Zellen/µl (Zellen pro Mikroliter)

<10 %

<400 Zellen/µl

<10 %

<400 Zellen/µl
<10 %

<400 Zellen/µl
<10 %

<400 Zellen/µl

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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