Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Schilddrüsenhormon (T4)

T3 und T4 sind die wichtigsten Schilddrüsenhormone.

Warum wird T4 im Blut bestimmt?

T4 gehört zur Gruppe der Hormone. Hormone sind vom Körper gebildete Stoffe, die ins Blut abgegeben werden und die Funktion bestimmter Organe bzw. Organsysteme steuern.
Das Hormon T4 gehört zusammen mit dem Hormon T3 (Trijodthyronin) zu den Schilddrüsenhormonen. Dabei ist T4 die Vorstufe von T3. T3 ist das wirksamste Schilddrüsenhormon.

Im Blut werden die Schilddrüsenhormone T3 und T4 an Eiweißstoffe gebunden. Wirksam sind aber nur die freien Hormone – d.h. die nicht an Eiweiß gebundenen Hormone.
In der Labormedizin gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden für die Schilddrüsenhormone. Einerseits kann die Gesamtmenge von T3 und T4 gemessen werden oder der freie Hormonanteil. Zu beachten ist dabei, dass jede Untersuchungsmethode andere Normalwerte besitzt.

Bei der labordiagnostischen Untersuchung der Schilddrüsenfunktion ist die Bestimmung des TSH-Wertes im Blut immer der erste Schritt. Nur wenn dieser Wert erhöht oder erniedrigt ist, werden auch die Hormone T3 und T4 im Blut gemessen.

Veränderungen dieser Hormonwerte im Blut erlauben Rückschlüsse auf die Schilddrüsenfunktion:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Was bedeuten erhöhte/erniedrigte T4-Werte?

Erniedrigte T4-Werte sind ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
Erhöhte T4-Werte sind wiederum ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Störungen der Schilddrüsenfunktion

Störungen der Schilddrüsenfunktion sind dadurch gekennzeichnet, dass entweder zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormon gebildet wird:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): zu wenig Schilddrüsenhormon wird gebildet.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): zu viel Schilddrüsenhormon wird gebildet.

Dabei kann eine Schilddrüsenfunktionsstörung eine der folgenden Ursachen haben:

  • Störung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)
  • Störung der Schilddrüse

Aufgrund dieses Zusammenhanges wird die Schilddrüsenfunktion im Labor immer in zwei Schritten untersucht:

  • Untersuchung des TSH-Wertes im Blut
  • Wenn dieser verändert ist (erhöht oder erniedrigt), werden auch die Schilddrüsenhormone (T3 und T4) im Blut gemessen.

Die Konstellation dieser Laborwerte erlaubt Rückschlüsse auf die Art der Schilddrüsenfunktionsstörung.

Die Beschwerden einer Schilddrüsenfunktionsstörung sind vielfältig:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Müdigkeit, langsamer Herzschlag, trockene Haut, Verstopfung und vieles mehr. Besonders gefährlich ist eine Schilddrüsenunterfunktion beim Neugeborenen. Das kann zu geistiger Minderentwicklung (Kretinismus) führen. Aus diesem Grund ist die TSH-Bestimmung ein wichtiger Bestandteil des Neugeborenen-Screenings.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Herzrasen, Gewichtsverlust, Durchfälle, eventuell Schilddrüsenschwellung, Zittern, übermäßiges Schwitzen etc.

Weitere Informationen finden Sie unter Schilddrüsenerkrankungen.

Synonyme: Thyroxin (T4)
LOINC: 3026-2, 3024-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre

Gesamt T4 (TT4) µg/l (Mikrogramm pro Liter)

freies T4 (fT4) ng/l (Nanogramm pro Liter)

55–110 µg/l

8–18 ng/l

55–110 µg/l

8–18 ng/l

55–110 µg/l

8–18 ng/l

55–110 µg/l

8–18 ng/l


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse