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Thyreotropin

Das Hormon TSH wird von der Hirnanhangsdrüse gebildet. Es reguliert die Bildung der Schilddrüsenhormone.

Warum wird TSH im Blut bestimmt?

TSH gehört zur Gruppe der Hormone. Hormone sind vom Körper gebildete Stoffe, die ins Blut abgegeben werden und die Funktion bestimmter Organe bzw. Organsysteme steuern.
Das Hormon TSH wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Es reguliert die Bildung der Schilddrüsenhormone:

  • Thyroxin (T4): Prohormon (d.h. die Hormonvorstufe) von T3
  • Trijodthyronin (T3): das wirksamste Schilddrüsenhormon

TSH ist der wichtigste Laborwert zur Untersuchung der Schilddrüsenfunktion. Veränderungen des TSH-Wertes im Blut erlauben Rückschlüsse auf die Schilddrüsenfunktion:

  • Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
  • Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

Was bedeuten erhöhte/erniedrigte TSH-Werte?

Die Bestimmung des TSH-Wertes im Blut ist der erste Schritt bei der labordiagnostischen Untersuchung der Schilddrüsenfunktion. Erniedrigte TSH-Werte sind dabei ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Erhöhte TSH-Werte sind wiederum ein Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Dieser umgekehrte Zusammenhang (erhöhte TSH-Werte = Schilddrüsenunterfunktion, erniedrigte TSH-Werte = Schilddrüsenüberfunktion) erklärt sich aufgrund des Regelkreises Hirnanhangdrüse/Schilddrüse.

Die Hirnanhangdrüse steuert die Schilddrüse folgendermaßen:

  • Wenn zu wenig Schilddrüsenhormon im Körper vorhanden ist (Hypothyreose), wird vermehrt TSH gebildet. Das TSH regt die Schilddrüse in weiterer Folge zur Bildung von Schilddrüsenhormon an.
  • Wenn aber zu viel Schilddrüsenhormon im Körper vorhanden ist (Hyperthyreose), vermindert sich die TSH-Bildung durch die Hirnanhangdrüse.

Aufgrund des Regelkreises Hirnanhangdrüse/Schilddrüse können Störungen der Schilddrüsenfunktion daher bei folgenden Erkrankungen auftreten:

  • Erkrankungen der Hirnanhangdrüse
  • Erkrankungen der Schilddrüse

Die Bestimmung des TSH-Wertes im Blut ist stets der erste Schritt bei der labordiagnostischen Untersuchung der Schilddrüsenfunktion. Wenn der TSH-Wert erhöht oder vermindert ist, sollten auch die Schilddrüsenhormone selbst im Blut gemessen werden:

Störungen der Schilddrüsenfunktion

Störungen der Schilddrüsenfunktion sind dadurch gekennzeichnet, dass entweder zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormon gebildet wird:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): zu wenig Schilddrüsenhormon wird gebildet.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): zu viel Schilddrüsenhormon wird gebildet.

Dabei kann eine Schilddrüsenfunktionsstörung eine der folgenden Ursachen haben:

  • Störung der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)
  • Störung der Schilddrüse

Aufgrund dieses Zusammenhanges wird die Schilddrüsenfunktion im Labor immer in zwei Schritten untersucht:

  • Untersuchung des TSH-Wertes im Blut
  • Wenn dieser verändert ist (erhöht oder erniedrigt), werden auch die Schilddrüsenhormone (T3 und T4) im Blut gemessen.

Die Konstellation dieser Laborwerte erlaubt Rückschlüsse auf die Art der Schilddrüsenfunktionsstörung.

Die Beschwerden einer Schilddrüsenfunktionsstörung sind vielfältig:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Müdigkeit, langsamer Herzschlag, trockene Haut, Verstopfung und vieles mehr. Besonders gefährlich ist eine Schilddrüsenunterfunktion beim Neugeborenen. Das kann zu geistiger Minderentwicklung (Kretinismus) führen. Aus diesem Grund ist die TSH-Bestimmung ein wichtiger Bestandteil des Neugeborenen-Screenings.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Herzrasen, Gewichtsverlust, Durchfälle, eventuell Schilddrüsenschwellung, Zittern, übermäßiges Schwitzen.

Weitere Informationen finden Sie unter Schilddrüsenerkrankung.

Synonyme: Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)
LOINC: 3016-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
µU/ml  (Mikro-Units pro Milliliter) 0,2–5 µU/ml 0,2–4,5 µU/ml 0,2–5 µU/ml 0,2–4,5 µU/ml

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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