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Neuronenspezifische Enolase (NSE)

Die NSE ist ein spezielles Stoffwechselenzym (Zuckerstoffwechsel).

Warum wird NSE im Blut bestimmt?

Kleinzelliges Karzinom © Dr. Gerhard Weigl

NSE kommt in Zellen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie in sogenannten neuroendokrinen Zellen vor. Diese neuroendokrinen Zellen finden sich in zahlreichen Organen und Geweben:

  • Lunge
  • Magen-Darm-Trakt
  • Schilddrüse
  • Urogenitaltrakt u.v.m.

In der Medizin wird die Messung der NSE im Blut als sogenannter „Tumormarker“ vor allem für bösartige Tumore des neuroendokrinen Systems („neuroendokrine Karzinome“) eingesetzt. Das bedeutet, dass nach der Diagnose eines neuroendokrinen Karzinoms z.B. in der Lunge die NSE im Blut bestimmt wird. Die Höhe der Messwerte dient dabei zur Beurteilung

  • des bisherigen Krankheitsverlaufs,
  • der Prognose (Abschätzung des weiteren Krankheitsverlaufes) sowie
  • des Therapieerfolges.

Hinweis Die Messung der NSE bzw. anderer Tumormarker im Blut sollte nicht als Suchtest für eine Tumorerkrankung eingesetzt werden, denn dieser Laborwert kann auch bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen erhöht sein.

Was bedeuten erhöhte NSE-Werte im Blut?

NSE kann einerseits bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen der folgenden Organe bzw. Organsysteme im Blut erhöht sein:

Außerdem können bei Schwangeren die NSE-Werte erhöht sein, wenn das Kind einen Neuralrohrdefekt aufweist.

Auf der anderen Seite kann NSE aber auch bei bestimmten Tumorerkrankungen im Blut erhöht sein:

  • kleinzelligem Bronchialkarzinom („neuroendokrines Karzinom Grad 3“)
  • medullärem Schilddrüsenkarzinom
  • anderen Tumorerkrankungen: neuroendokrine Karzinome im Bereich des Magen-Darm-Traktes, der Keimdrüsen (Hoden, Ovar) etc.

Tumormarker

Unter dem Begriff Tumormarker werden im Blut sowie in anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Ergüssen) zirkulierende (humorale Tumormarker) bzw. auf der Zelloberfläche lokalisierte (zelluläre Tumormarker wie z.B. Hormonrezeptoren beim Mammakarzinom) Makromoleküle subsumiert. Bei diesen Stoffen handelt es sich zumeist um Proteine mit einem Kohlenhydrat- oder Lipidanteil, deren Auftreten und Konzentrationsänderungen mit dem Entstehen und Wachstum von Tumoren in Verbindung gebracht werden kann.

In der Diagnostik erlaubt die Bestimmung der Tumormarker Rückschlüsse auf das Vorliegen, den Verlauf sowie die Prognose einer Krebserkrankung. Den größten Stellenwert hat dabei die Verlaufskontrolle des jeweiligen Markers.

Hinweis In der Regel sind Tumormarker als Suchtest bzw. Vorsorge für eine Tumorerkrankung ungeeignet!

Generell sollte bei der Tumordiagnostik immer der folgende Stufenplan eingehalten werden:
  • Stufe 1: Indikationsstellung für eine Tumordiagnostik (z.B. Abklärung einer Verschattung im Lungenröntgen, eines Knotens beim Abtasten der Brust, eines Geschwürs in der Darmspiegelung etc.)
  • Stufe 2: Mikroskopischer Nachweis von Krebszellen (Zytologie) und/oder Krebsgewebe (Histologie)
  • Stufe 3: Bestimmung von Tumormarkern (Zell-Tumormarker, Gewebs-Tumormarker, Blut-Tumormarker)

Bei diesem Stufenplan zur Abklärung eines Tumorverdachtes sind die einzelnen Stufen eins bis drei immer genau wie bei einer Stiege zu nehmen – nämlich eine nach der anderen.

Weitere Informationen zu Entstehung, Prävention, Diagnose und Therapie finden Sie unter Krebserkrankungen.
LOINC: 15060-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
µg/l (Mikrogramm pro Liter) <10 µg/l <10 µg/l <10 µg/l <10 µg/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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