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Fibrinspaltprodukte

Nach einer Blutgerinnselbildung im Körper (Thrombose) löst sich das Gerinnsel mit der Zeit wieder auf. Dabei entstehen Fibrinspaltprodukte (D-Dimere).

Warum werden DDIM im Blut bestimmt?

Nach einer Blutgerinnselbildung im Körper (Thrombose) versucht der Organismus, dieses Blutgerinnsel wieder aufzulösen. Für diesen Zweck bildet die Leber einen bestimmten Eiweißstoff, das

  • Plasmin:
    • Dieser Eiweißstoff ist ebenso wie die Gerinnungsfaktoren (in der Leber gebildete Eiweißstoffe, die für die Blutgerinnung notwendig sind) in der Blutflüssigkeit (Blutplasma) vorhanden.
    • Nach einer Thrombose wird Plasmin aktiv und versucht, das Blutgerinnsel aufzulösen. Bei diesem Auflösungsprozess entstehen die
      • Fibrinogenspaltprodukte (D-Dimere genannt).

Bei bestimmten Erkrankungen, aber auch im Fall von Bettlägerigkeit bzw. längerer Bettruhe nach Operationen, kann es zu einer gesteigerten Blutgerinnungsneigung kommen (man spricht von einer Thromboseneigung bzw. Thrombophilie). Dieser Zustand kann dazu führen, dass es in einem Blutgefäß (meist sind hier Venen betroffen) zu einer Blutgerinnselbildung kommt. Ein solches Blutgerinnsel wird

  • Thrombus genannt – die Erkrankung heißt Thrombose.

Die große Gefahr bei einer Thrombose ist, dass sich ein Teil des Blutgerinnsels ablöst (gesteigerte Plasminaktivität) und über das venöse Blutgefäßsystem zum Herzen und schließlich zur Lunge wandert. Ein solcher abgelöster Teil eines Thrombus wird

  • Embolus genannt – die Erkrankung heißt Embolie (sie ist eine Komplikation der Thrombose).

Eine Embolie kann einen akut lebensbedrohlichen Zustand darstellen. Denn je nach Größe des Embolus kann es zu einer mehr oder minder großen Verstopfung von Lungengefäßen kommen. Diese Erkrankung wird als

  • Pulmonalembolie bezeichnet – die Schädigung der Lunge durch diese Embolie heißt Lungeninfarkt.

Bei der Auflösung eines Thrombus aufgrund der gesteigerten Plasminaktivität bilden sich Fibrinspaltprodukte, die als D-Dimere bezeichnet und im Blut nachgewiesen werden können.

Ein positiver Nachweis dieser D-Dimere bedeutet, dass es irgendwo im Körper zu einer Blutgerinnselbildung mit gesteigerter Blutgerinnselauflösung gekommen ist.

Was bedeuten normale/erhöhte DDIM-Werte?

Ein normaler DDIM-Wert schließt das Vorliegen einer Thrombose (bzw. einer Thrombosekomplikation – z.B. einer Embolie) mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.

Auf der anderen Seite kann eine DDIM-Erhöhung vielfältige Ursachen haben:

  • Venenverstopfung (Thrombose);
  • Embolie (Pulmonalembolie, Lungeninfarkt);
  • Verbrauch von Gerinnungsfaktoren
    • Diese Störung wird als Verbrauchskoagulopathie (bzw. disseminierte intravasale Coagulation – DIC) bezeichnet. Dabei kommt es zu einer Gerinnungsaktivierung im gesamten Körper. Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand (z.B. bei Schock, Fehltransfusion).

D-Dimer ist ein wichtiger Laborwert zur Beurteilung von Veränderungen in der Blutgerinnung. Deren Funktionsfähigkeit hängt jedoch vom Zusammenspiel zahlreicher Faktoren ab. Warum dies so wichtig ist und wie die Blutgerinnung funktioniert, erfahren Sie unter Blutgerinnungssystem.

Weitere Informationen zu

Synonyme: D-Dimer (DDIM)
LOINC: 30240-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mg/l (Milligramm pro Liter) <0,4 mg/l <0,4 mg/l <0,4 mg/l <0,4 mg/l
abhängig von der verwendeten Untersuchungsmethode        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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