Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Antithrombin-III-Aktivität (AT3A)


Antithrombin III ist ein Blutgerinnungsfaktor, der die Blutgerinnung verhindert (kontrolliert).

Warum wird die AT3A im Blut bestimmt?

Antithrombin III (AT3) gehört zur Gruppe der Blutgerinnungsfaktoren.

  • Blutgerinnungsfaktoren: Das sind von der Leber gebildete Eiweißstoffe, die ein wichtiger Bestandteil der Blutflüssigkeit (Blutplasma) sind.

Die meisten Blutgerinnungsfaktoren sind am Zustandekommen der Blutgerinnung – d.h. bei der Bildung des Blutgerinnsels – beteiligt.

Es gibt aber auch Gerinnungsfaktoren im Blut, die den gegenteiligen Effekt haben. Dabei handelt es sich um gerinnungshemmende Stoffe – wie z.B. AT3.

Diese Stoffe sind unter anderem für die Kontrolle der Blutgerinnung verantwortlich. Denn es darf im Körper niemals zu einer unkontrollierten Aktivierung der Blutgerinnung kommen. Das würde die Gefäße verstopfen und wäre ein lebensbedrohlicher Zustand.

  • AT3 ist ein natürlicher, von der Leber selbst hergestellter Schutzfaktor vor einer Blutgerinnselbildung (Thrombose).

Im medizinischen Labor wird zumeist die AT3-Aktivität (AT3A) gemessen und als „Prozentwert der Norm“ angegeben. AT3A wird gemessen:

  • bei Verdacht auf einen angeborenen AT3-Mangel:
    • In diesen Fällen besteht eine angeborene Thromboseneigung;
  • bei Verbrauch von Gerinnungsfaktoren:  
    • Diese Störung wird als „Verbrauchskoagulopathie“ (bzw. disseminierte intravasale Coagulation – DIC) bezeichnet. Dabei kommt es zu einer Gerinnungsaktivierung im gesamten Körper. Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand (z.B. bei Schock, Fehltransfusion);
  • bei einer Therapie mit AT3.

Was bedeuten erniedrigte AT3A-Werte?

Erniedrigte AT3A-Werte im Blut findet man bei:

  • Lebererkrankungen (verminderte Bildung von AT3),
  • Verbrauch von AT3;
    • Diese Störung wird als Verbrauchskoagulopathie (bzw. disseminierte intravasale Coagulation – DIC) bezeichnet. Dabei kommt es zu einer Gerinnungsaktivierung im gesamten Körper. Das ist ein lebensbedrohlicher Zustand (z.B. bei Schock, Fehltransfusion).

AT3A ist ein wichtiger Laborwert zur Beurteilung von Veränderungen in der Blutgerinnung. Deren Funktionsfähigkeit hängt jedoch vom Zusammenspiel zahlreicher Faktoren ab. Warum dies so wichtig ist und wie die Blutgerinnung funktioniert, erfahren Sie unter Blutgerinnungssystem.

Weitere Informationen zu

Synonyme: Antithrombin III (AT3)
LOINC: 27811-9

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 75–125 % 75–125 % 75–125 % 75–125 %

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse