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Transferrinsättigung (TFS)

Die Transferrinsättigung kann aus den Blutwerten von Eisen und Transferrin berechnet werden. Dieser Laborwert kann dabei helfen, Störungen im Eisenstoffwechsel des Körpers besser zu beurteilen.

Warum wird die Transferrinsättigung berechnet?

Bei der diagnostischen Abklärung einer Blutarmut (Anämie) ist die Untersuchung des Eisenstoffwechsels einer der ersten Schritte. Dabei sollten zumindest immer die folgenden Laborwerte im Blut gemessen werden:

  • Eisenu.a. ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffes,
  • Transferrin – Eiweißstoff zum Transport von Eisen im Blut,
  • Ferritin – Eiweißstoff für die Speicherung von Eisen im Körper.

Diese Laborwerte sollten immer gemeinsam gemessen und beurteilt werden. Darüber hinaus sind auch die Messwerte des roten Blutbildes zu berücksichtigen (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit, Erythrozyten-Indices, Retikulozyten etc.). Erst die Zusammenschau all dieser Laborwerte gewährleistet eine schlüssige und plausible Diagnostik.

Die Transferrinsättigung kann aus den Blutwerten von Eisen und Transferrin berechnet werden. Dieser Laborwert wird in Prozent angegeben und beziffert die Menge an Eisenmolekülen pro Molekül Transferrin. Die Transferrinsättigung kann der Ärztin/dem Arzt dabei helfen, Störungen im Eisenstoffwechsel des Körpers besser zu beurteilen.

Normalerweise bildet die Leber bei einem Eisenmangel vermehrt Transferrin. Da aber im Körper sowie im Blut insgesamt zu wenig Eisen vorhanden ist, finden die Transferrinmoleküle im Blut nicht genug Eisen zum Transportieren – sie sind sozusagen nicht ausgelastet. In diesem Fall würde sich bei den Laborwerten eine niedrige Transferrinsättigung zeigen.

Im Gegensatz dazu würde sich ein Überschuss von Eisen im Körper in einer hohen Transferrinsättigung widerspiegeln.

Wie kann die Transferrinsättigung bewertet werden?

Die wichtigste Ursache einer Verminderung der Transferrinsättigung im Blut ist

  • Eisenmangel.

Ein Eisenmangel kann zu einer Störung der Blutbildung und in weiterer Folge zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Die sogenannte Eisenmangelanämie ist die häufigste Anämieform überhaupt. Bei dieser Erkrankung ist eine Reihe von Laborwerten wie folgt verändert:

  • Erythrozyten: vermindert;
  • Hämoglobin/Hämatokrit: vermindert;
  • MCV/MCH: vermindert;
  • Eisen im Serum: vermindert;
  • Transferrin im Serum: erhöht;
  • Transferrinsättigung im Serum: erniedrigt;
  • Ferritin im Serum: vermindert.

Eine besondere Anämieform ist die

  • Anämie bei chronischen Erkrankungen (Anemia of Chronic Disease – ACD).

Diese Anämieform kann im Rahmen von bösartigen Tumorerkrankungen, Autoimmunerkrankungen sowie chronischen Infektionserkrankungen auftreten. Dieser Erkrankung liegt eine Störung des Eisenstoffwechsels zugrunde, wobei zumeist auch ein Eisenmangel besteht. Trotzdem sind die Laborwerte oft widersprüchlich, und auch die Transferrinsättigung ist nicht selten im Normalbereich.

Zur Abklärung dieser besonderen Anämieform kann die folgende Laboruntersuchung weiterhelfen:

  • Bestimmung des löslichen Transferrinrezeptors (STFR) im Blut.

Eine Erhöhung der Transferrinsättigung im Blut kann folgende Ursachen haben:

  • Eisenüberladung des Körpers (z.B. Hämochromatose),
  • übermäßige Bluttransfusionen,
  • bestimmte Lebererkrankungen.

Hämochromatose (Bronzediabetes)

Die Hämochromatose (Bronzediabetes) ist eine erbliche Eisenspeicherkrankheit. Infolge einer gesteigerten Eisenaufnahme im Darm kommt es zu einer Eisenüberladung des Körpers. Dabei lagert sich überschüssiges Eisen in den Geweben ab und führt zu

  • Organschädigungen von Leber (Leberzirrhose),
  • Bauchspeicheldrüse (Zuckerkrankheit – Bronzediabetes),
  • braun-grauer Hautverfärbung etc.

Für die Diagnose der Hämochromatose sind folgende Laborveränderungen im Blut charakteristisch:

  • Eisen und Ferritin sowie Transferrinsättigung erhöht,
  • Transferrin vermindert.

Die Behandlung der Hämochromatose besteht in regelmäßigen Aderlässen. Dabei handelt es sich um eine Blutentnahme von bis zu einem Dreiviertel Liter Blut pro Sitzung. Das auf diese Weise gewonnene Blut darf allerdings nicht für Blutspendezwecke verwendet werden.

 
LOINC: 2505-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) 16–45 % 16–45 % 16–45 % 16–45 %

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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