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Haptoglobin (HAPT)

Eine Erniedrigung des Haptoglobinwertes im Blut ist ein Hinweis auf einen vermehrten Abbau von roten Blutkörperchen (Hämolyse).

Warum wird Haptoglobin im Blut bestimmt?

Haptoglobin ist ein Bluteiweißstoff, der in der Leber gebildet wird. Es ist ein wichtiges Transportprotein für freies Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) im Blut.
Wenn es im Blut zu einer vermehrten Zerstörung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) kommt (Hämolyse), wird roter Blutfarbstoff freigesetzt. Damit insbesondere das Eisen des roten Blutfarbstoffes nicht verloren geht, verbindet sich Haptoglobin rasch mit dem freien Hämoglobin und transportiert es aus dem Blut ins Gewebe. Von dort aus kann das Eisen für den Körper wiederverwendet werden.

Durch diesen Mechanismus kommt es bei Hämolyse zu

  • einer Verminderung des Haptoglobinwertes im Blut.
Aus diesem Grund wird die Haptoglobinmessung zum Nachweis einer Hämolyse durchgeführt.

Was bedeuten niedrige/erhöhte Haptoglobin-Werte?

Eine Verminderung von Haptoglobin im Blut kann folgende Ursachen haben: 

  • Hämolyse (hämolytische Anämie [Blutarmut]),
  • schwere Lebererkrankungen,
  • Eiweißmangel (zum Beispiel Verdauungsstörungen).
Eine Erhöhung von Haptoglobin im Blut kann folgende Ursachen haben:

  • Entzündung (Haptoglobin ist ein sogenanntes „Akute-Phase-Protein“),
  • maligner Tumor.

Hämolytische Anämie (Hämolyse)

Normalerweise leben rote Blutkörperchen etwa 120 Tage. Bei einer Hämolyse kommt es zu einer vermehrten Zerstörung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), wodurch ihre Lebensdauer unter Umständen erheblich verkürzt ist.

Für eine Hämolyse gibt es eine Vielzahl an möglichen Ursachen:

  • Fehltransfusion: Die Verabreichung von unverträglichem Blut kann eine lebensbedrohliche Hämolyse hervorrufen. Aus diesem Grund werden vor jeder Bluttransfusion eine Kreuzprobe (Verträglichkeitsprobe) sowie ein Bedside-Test (Überprüfung der Blutgruppe von Blutkonserve und Empfängerin/Empfänger direkt am Krankenbett vor der Transfusion) durchgeführt;
  • Angeborene Erkrankungen der roten Blutkörperchen (z.B. Sichelzellanämie, Kugelzellanämie, Thalassämie);
  • Vitamin-B12- und/oder Folsäuremangel;
  • Autoimmunerkrankungen: Das sind Erkrankungen des Immunsystems, bei denen Antikörper gebildet werden, die gegen körpereigene Zellen (z.B. rote Blutkörperchen) und Gewebe gerichtet sind und diese schädigen;
  • künstliche Herzklappen etc.
Je nach Schwere der Hämolyse können die folgenden Laborwerte verändert sein:

LOINC: 4542-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
g/l (Gramm pro Liter) 0,3–2,0 g/l 0,3–2,0 g/l 0,3–2,0 g/l 0,3–2,0 g/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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