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Antimitochondriale Antikörper

Antimitochondriale Antikörper (AMA) sind Autoantikörper, die gegen bestimmte Strukturen des Zellplasmas (die sogenannten Mitochondrien) gerichtet sind. Sie treten bei bestimmten Autoimmunerkrankungen (z.B. primär biliäre Zirrhose) auf.

Warum werden AMA im Blut bestimmt?

Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist normalerweise der Schutz des Körpers vor allem, was ihm fremd ist, wie z.B. Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten.

Bei bestimmten Erkrankungen kann das Immunsystem jedoch Antikörper gegen den eigenen Körper bilden (sogenannte Autoantikörper). Diese Erkrankungen werden

  • Autoimmunerkrankungen genannt.

Die Ursachen für diese Erkrankungen sind unbekannt.

Bei Autoimmunerkrankungen kommt es zu Entzündungsreaktionen in Organen und verschiedensten Körpergeweben. Die Lokalisation sowie Schwere der Entzündung hängt dabei von der Art und der Menge der gebildeten Autoantikörper ab.

Eine besondere Form der Autoantikörper sind antimitochondriale Antikörper (AMA). Diese sind gegen bestimmte Strukturen im Inneren der Körperzellen gerichtet:

  • die Mitochondrien.
    • Mitochondrien sind eigenständige, intrazellulär gelegene Organsysteme (sogenannte Zellorganellen), die etwa so groß wie Bakterien sind. Die Hauptaufgabe der Mitochondrien ist die Energiegewinnung für die Zellen. Aus diesem Grund werden die Mitochondrien auch als „Kraftwerke“ der Zellen bezeichnet.

Bislang sind neun verschiedene Typen von Autoantikörpern gegen mitochondriale Strukturen bekannt, die mit M1 bis M9 bezeichnet werden.

Die größte medizinische Bedeutung haben AMA, die gegen das M2-Antigen der Mitochondrien gerichtet sind.

Was bedeutet ein positiver AMA-Nachweis im Blut?

Ein positiver Nachweis von AMA-Antikörpern kann einen Hinweis auf die folgende Autoimmunerkrankung darstellen:

  • primär biliäre Zirrhose.

Primär biliäre Zirrhose (PBC)

Die primär biliäre Zirrhose (PBC) ist eine Erkrankung unbekannter Ursache. Es könnte sich um eine Autoimmunerkrankung handeln, da im Rahmen dieser Störung in den meisten Fällen eine Bildung von Autoantikörpern (AMA) nachweisbar ist. Andererseits ist aber eine immunsuppressive Therapie (medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems) bei der PBC nicht wirksam.

Die Beschwerden bei PBC umfassen folgende Symptome:

  • quälendes Hautjucken,
  • Müdigkeit, Leistungsknick,
  • Verdauungsstörungen,
  • Lebervergrößerung sowie in weiterer Folge Zerstörung des Lebergewebes im Sinne einer Leberzirrhose.

Im Blut sind bei PBC in mehr als 95 Prozent der Fälle folgende Autoantikörper nachweisbar:

  • AMA (Anti-M2-Antikörper sind spezifisch für die PBC),
  • Antinukleäre Antikörper (ANA),
  • Erhöhung von IgM-Antikörpern etc.

Eine ursächliche Behandlung der PBC gibt es nicht. Es stehen lediglich Behandlungsmöglichkeiten zur Linderung der Beschwerden zur Verfügung („symptomatische Therapie“):

  • Linderung des Juckreizes,
  • Behandlung der Verdauungsstörungen,
  • evtl. Lebertransplantation im Endstadium.
Synonyme: AMA qual. (AMAQ), Antikörper gegen Mitochondrien
LOINC: 14236-4

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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