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Nikotin

Hand dämpft Zigarette aus © Photographee.eu

Rund ein Drittel der Österreicherinnen und Österreicher über 15 Jahre greift täglich zur Zigarette. Besonders hoch ist der Anteil jugendlicher Raucherinnen und Raucher. Bei vielen Menschen ist das Verlangen bereits zur Sucht geworden. Der Zug an der Zigarette erfolgt aus unterschiedlichen Motiven – wegen der kurzzeitig anregenden Wirkungen, weil man „cool“ sein möchte oder soziale Bedürfnisse befriedigen will. Schäden für die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen werden dabei in den Hintergrund gerückt, obwohl sie wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen sind. Je früher Betroffene ihre Sucht in den Griff bekommen und mit dem Rauchen aufhören, desto besser für ihre Gesundheit . . .

Auf dem Weg zur Nikotinabhängigkeit

Warum haben starke Raucherinnen und Raucher immer wieder Verlangen nach einer Zigarette? Schuld ist das Zusammenspiel von physischen (körperlichen) und psychischen Faktoren. Nikotin bewirkt eine vermehrte Freisetzung von Botenstoffen, die wiederum das Verlangen nach Nikotinnachschub wecken. Auf dem Weg in die Abhängigkeit steht der körperliche Gewöhnungseffekt. Bei regelmäßigem Tabakkonsum vermehren sich die Andockstellen für das Suchtgift Nikotin im Gehirn, und der Körper verlangt regelmäßigen Nikotinnachschub. Das Suchtmittel Nikotin ist in den Blättern der Tabakpflanze enthalten und verursacht beim Konsum kurzzeitig eine anregende und beruhigende Wirkung. Tabak wird heute meistens geraucht, selten auch gekaut, geschnupft oder gelutscht. In jeder Form ist der Tabakkonsum jedoch gesundheitsschädlich.

Giftcocktail Tabakrauch

Bei jedem Zug an der Zigarette und beim Glimmen entsteht durch die Verbrennung des Tabaks und des Zigarettenpapiers ein Gasgemisch, in dem tausende kleine Teilchen (Partikel) gelöst sind. Viele davon sind giftig oder krebserregend. Der Zigarettenrauch enthält, neben dem entscheidenden Wirkstoff Nikotin, ein Gemisch aus über 4.800 Substanzen, unter anderem Wasserdampf, Kohlenmonoxid, Nikotin, Cadmium sowie freie Radikale.

Gesundheitliche Folgen des Rauchens

Wer raucht, setzt sich freiwillig einer großen Gefahr aus, abhängig und krank zu werden. Die giftigen Stoffe im Zigarettenrauch schädigen beim Inhalieren auf ihrem Weg durch den Körper fast jedes Organ und beeinflussen sogar die Erbinformation der Körperzellen. Dies kann verschiedene Krebsformen auslösen. Besonders betroffen sind die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System von Raucherinnen und Rauchern. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Gesundheitsschäden durch Passivrauchen

Würden Sie freiwillig einen Raum betreten, in dem die Schadstoffmenge in der Luft die gesundheitliche Gefährdungsgrenze um das Zehnfache überschreitet? Tatsächlich können so hohe Feinstaubwerte in Raucherwohnungen, Raucherlokalen oder in Autos, in denen geraucht wird, auftreten. Beim Rauchen belastet der giftige Schadstoff-Cocktail die Atemluft der Umgebung. Raucherinnen/Raucher gefährden daher nicht nur sich selbst, sondern auch Nichtraucherinnen/Nichtraucher! Täglich sterben in Österreich zwei bis drei Personen an den Folgen des Passivrauchens. Die überwiegende Anzahl davon an Schlaganfall und Herzinfarkt.

Nichtraucherschutz

Rauchen und Passivrauchen schaden nachweislich der Gesundheit. Gesetzliche Maßnahmen zum Nichtraucherschutz sollen vor unfreiwilligem Einatmen von Tabakrauch schützen. Da Kinder und Jugendliche in ihrer körperlichen Entwicklung durch Tabakrauch besonders gefährdet sind, werden sie daher besonders geschützt.

Nikotinsucht vermeiden, Nichtraucher bleiben 

Viele Untersuchungen zeigen: Wer sich angewöhnt hat, regelmäßig zu rauchen, tut sich oft sehr schwer, wieder davon loszukommen. Häufig findet die erste Raucherfahrung schon im Kinder- und Jugendalter statt. Rund ein Viertel der Raucherinnen und Raucher hat vor dem 15. Lebensjahr mit dem Zigarettenkonsum begonnen, und mehr als die Hälfte raucht bis zum Alter von 17 Jahren bereits aus Gewohnheit. Der Weg in die Nikotinsucht ist somit vorprogrammiert und oft sehr kurz. Denn Tabak ist jene legale Droge, die am schnellsten süchtig macht.

Wenn Kids rauchen – was Eltern wissen sollten!

Wer als Erwachsener raucht, hat meist als Jugendlicher angefangen. Das Jugendalter ist für den Beginn des Tabakkonsums die riskanteste Phase. In dieser Zeit wird der Grundstein für eine mögliche Abhängigkeit gelegt. Untersuchungen zeigen, dass Eltern einen großen Einfluss auf das Rauchverhalten ausüben können. Kinder rauchen seltener, wenn ihre Eltern positive Vorbilder sind, wenn sie also selbst nicht rauchen. Eine ablehnende Haltung gegenüber dem Rauchen hat sogar einen größeren Einfluss auf das Rauchverhalten Jugendlicher, als die Tatsache, ob die Eltern rauchen oder nicht.

Risiken für Nikotinsucht

Die meisten Raucherinnen und Raucher beginnen schon in ihrer Jugend mit dem Zigarettenkonsum. Das Einstiegsalter liegt in Europa zwischen dem 10. und dem 14. Lebensjahr. Je jünger mit dem Rauchen begonnen wird, desto schwieriger ist die Raucherentwöhnung. Ob jemand zu rauchen anfängt oder Nichtraucherin/Nichtraucher bleibt, hängt sowohl von den eigenen Einstellungen als auch vom Einfluss der Mitmenschen, vor allem der Familie und Freunde ab.

Diagnose der Nikotinsucht

Tabakabhängigkeit ist eine Erkrankung. Sie wird im internationalen Klassifikationsschema von Erkrankungen (ICD) der WHO als Abhängigkeit von einer psychotropen (auf die Psyche wirkenden) Substanz (z.B. Tabak, Alkohol oder Opiate) beschrieben (ICD-10, Kapitel V, F17.2). Die Diagnose, dass Rauchen zur krankhaften Sucht geworden ist, wird von der sozialen Krankenversicherung für die Behandlung vorausgesetzt.

Mit dem Rauchen aufhören 

Die Mehrheit der Bevölkerung ist Nichtraucher. Jedoch rund ein Viertel der Österreicherinnen und Österreicher über 15 Jahre raucht, und zwar täglich. Bei vielen ist Rauchen zur Sucht geworden. Mehr als die Hälfte der Raucherinnen und Raucher – insgesamt mehr als 1,2 Millionen Menschen – ist mit ihrem Rauchverhalten unzufrieden. Ein großer Teil denkt über eine Raucherentwöhnung nach. Wegen der gesundheitlichen Folgen einer Tabaksucht und der verringerten Lebensqualität wollen viele Menschen mit dem Rauchen aufhören oder zumindest ihren Zigarettenkonsum reduzieren. Nichtraucherin/Nichtraucher zu sein hat viele Vorteile. Nur in sehr seltenen Fällen gelingt der Rauchstopp von heute auf morgen. Besonders schwer fällt es jenen, die bereits als Jugendliche mit dem Rauchen begonnen haben.

Mit dem Rauchen aufhören: Was dabei hilft

Die besten Vorsätze, mit dem Rauchen aufzuhören, misslingen, wenn es nicht gelingt, die Gewohnheiten zu ändern. Menschen, die aus Gewichtsgründen rauchen, haben Angst zuzunehmen. Gesunde Ernährung und Bewegung helfen, diese Hürden zu nehmen und langfristig rauchfrei zu bleiben.

Mit dem Rauchen aufhören: Angebote & Methoden

Regelmäßiges Rauchen ist ein über längere Zeit angewöhntes Verhalten, das bei vielen Raucherinnen und Rauchern zur starken Abhängigkeit geworden ist. Bei einer Raucherentwöhnung ist das Ziel, sein Verhalten zu ändern und zur Nichtraucherin bzw. zum Nichtraucher zu werden. Je nachdem wie groß die Tabakabhängigkeit und wie stark die Motivation zum Aufhören ausgeprägt ist, stehen verschiedene Angebote, Methoden und Therapien zur Verfügung.

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