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Joint © diego cervo

Cannabiskonsum: langfristige Folgen

Bei langfristigem, dauerhaftem Konsum von Cannabis ist mit körperlichen, psychischen und sozialen Risiken zu rechnen. Vor allem die Atemwege können durch den mitgerauchten Tabak betroffen sein. Außerdem besteht auf Dauer die Gefahr einer Abhängigkeit. Cannabis hat eine relativ vielfältige Wirkung, die subjektiv erlebt wird. Sie ist nicht gänzlich vorhersehbar. Das Risiko für gesundheitliche und soziale Probleme steigt unter anderem bei täglichem Cannabiskonsum an – sowie bei zusätzlicher Verwendung andere Drogen . . .

Körperliche Folgen

Ein dauerhafter Konsum von Cannabis beeinträchtigt Konzentration, Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit sowie die Lungenfunktion. Das Risiko für Lungenkrebs ist erhöht – nicht zuletzt aufgrund des beigemischten Tabaks (wie etwa bei Joints). Inwieweit Cannabis weitere negative Folgen hat (beispielsweise auf Immun- oder Hormonsystem), ist nicht restlos geklärt. Es ist möglich, dass Cannabiskonsum die Entwicklung in der Pubertät verzögert.

Psychische & soziale Folgen

Personen, die Cannabis dauerhaft konsumieren, zeigen oft Desinteresse und Antriebslosigkeit gegenüber dem alltäglichen Leben – stehen beispielsweise Beruf oder Schule gleichgültig gegenüber. Rückzug aus dem sozialen Leben ist eine mögliche Folge – v.a. bei intensivem und langfristigem Konsum. Ein erhöhter Konsum in der Zeit des Erwachsenwerdens findet sich beispielsweise in Zusammenhang mit geringer Abschlussquote bei Ausbildungen, geringem Einkommen und geringer Lebenszufriedenheit. Die genauen Gründe sind jedoch nicht vollständig eruiert. Sozialer Rückzug in Zusammenhang mit dem Gebrauch von Cannabis kann auf eine Abhängigkeit hindeuten.

Cannabis & Psychose

Psychotische Symptome können insbesondere durch hohe Dosierungen von THC auftreten. Diese akuten Symptome legen sich meist innerhalb kurzer Zeit wieder. Inwieweit es durch Cannabis zum Ausbruch von Psychosen kommt und ob Cannabis die Ursache dafür ist, konnte noch nicht endgültig geklärt werden. Vor allem bei Jugendlichen, die regelmäßig und in hohen Dosen Cannabis konsumieren, erhöht sich das Risiko für psychische Erkrankungen. Am besten belegt ist das für Schizophrenie und Depression, wobei diese Erkrankungen auch auftreten können, wenn kaum mehr oder nur noch deutlich weniger Cannabis konsumiert wird. Zudem sprechen Schizophreniekranke, die zusätzlich Cannabis konsumieren, deutlich schlechter auf die Behandlung der Schizophrenie an. Auch gibt es Hinweise, dass der Ausbruch bei anfälligen Personen beschleunigt werden kann. Weitere Informationen zu Psyche.

Cannabis & Abhängigkeit

Durch regelmäßigen Gebrauch von Cannabis kann es zu einer Abhängigkeit kommen. Wird versucht den Konsum zu verringern oder mit dem Cannabisgebrauch aufzuhören, treten Entzugssymptome auf (wie Unruhe, Ängstlichkeit, Schwitzen etc.). Die körperlichen Entzugssymptome sind verglichen mit jenen bei Alkohol oder Opiaten relativ leicht ausgeprägt. Die psychischen – wie etwa der Drang zum Konsum (Craving) – können jedoch stark sein. Nicht zuletzt deshalb scheitern selbst getätigte Versuche des Aufhörens.

Jede/jeder hat ein unterschiedliches Risiko, abhängig zu werden. Personen mit bestimmten psychischen und/oder sozialen Risikofaktoren sind gefährdet. Auch Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten mit Beeinträchtigungen der Persönlichkeitsentwicklung müssen im Speziellen mit Problemen durch den Konsum rechnen. Personen mit psychischen Erkrankungen (z.B. Depression) sollten keinesfalls Cannabis konsumieren. Weitere Informationen zu Risiko- & Schutzfaktoren.

Die Auswirkungen auf und Folgen für Ungeborene sind noch nicht geklärt.

Cannabis kann eine sogenannte Einstiegsdroge sein, ein Umstieg auf „härtere“ Drogen wie beispielsweise Heroin kann folgen. Dies betrifft jedoch nur eine geringe Anzahl an Cannabiskonsumentinnen/-konsumenten.

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