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Fistel

Eine Fistel ist eine röhrenförmige Verbindung zwischen zwei Hohlorganen oder zwischen einem Hohlraum im Körper und der Körperoberfläche. Sie kann angeboren sein, sich durch krankhafte Prozesse bilden oder aus medizinischen Gründen künstlich angelegt werden . . .

Ursachen

Die angeborene Fistel entsteht durch Entwicklungsstörungen des ungeborenen Kindes. Es bleiben Verbindungen offen, die sich normalerweise vor der Geburt schließen. So kann beispielsweise eine Verbindung zwischen Harnblase und Nabel bestehen.

Eine krankhafte Fistel entwickelt sich bei entzündlichen Prozessen – entweder wenn sich ein Abszess gebildet hat, z.B. im Analbereich, oder wenn eine eitrige Entzündung in einer Körperhöhle entstanden ist, z.B. bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.

Eine künstliche Fistel wird operativ angelegt, z.B. eine Ernährungsfistel. Dabei wird ein direkter Zugang durch die Bauchdecke in den Magen oder Dünndarm angelegt, um die Nahrung mit einer Sonde zuführen zu können. Ein Teil des Verdauungstrakts wird dabei umgangen.

Symptome

Eine Fistel, deren Ausgang an der Körperoberfläche mündet, zeigt sich meistens als kleiner mit Eiter gefüllter Pickel. Es treten typische Beschwerden einer Entzündung auf, wie Rötung, Schwellung und Schmerzen, eventuell auch ein lokales Druckgefühl. Nach spontaner oder chirurgischer Eröffnung kommt es aber im Gegensatz zu einem Abszess zu keiner Abheilung, sondern zu fortgesetztem Austritt von Eiter oder blutigem Sekret über Wochen oder Monate. Länger bestehende Fisteln verursachen darüber hinaus aber oft keine weiteren Beschwerden. Bei inneren Fisteln kommt es häufig zu Fieber und Abgeschlagenheit.

Diagnose & Therapie

An der Körperoberfläche mündende Fisteln werden aufgrund ihres Erscheinungsbildes meist leicht erkannt. Bei Verdacht auf innere Fisteln sind meistens bildgebende Verfahren wie Kontrastmittelröntgen oder Ultraschall erforderlich.

Bei angeborenen Fisteln richtet sich die Therapie nach den Beschwerden. Häufig wird sie operativ geschlossen. An der Körperoberfläche mündende sowie innere Fisteln werden meistens operativ entfernt. Entzündungen werden oft mit Antibiotika behandelt.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Fisteln können Sie sich an folgende Stellen wenden:

  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Dermatologie und Venerologie,
  • Fachärztinnen/Fachärzte anderer Fachrichtungen sowie
  • Spezialabteilungen im Krankenhaus je nach Lokalisation und Ursache der Fistel.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapieverfahren werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Vom Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

 
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