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Grafik: Haut mit Akne © JERMVUT KITCHAICHANK

Akne: Was ist das?

Akne (Acne vulgaris = „gewöhnliche Akne“) ist eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die in verschiedenen Erscheinungsformen und Lebensabschnitten auftreten kann. Besonders häufig kommt sie in der Pubertät vor. Akne ist eine Erkrankung hauptsächlich der Talgdrüsenfollikel. In diesen Hautdrüsen wird Hautfett (Talg = Sebum) produziert. Akne tritt daher bevorzugt in Hautregionen auf, die besonders reich an Talgdrüsenfollikeln sind: vor allem Gesicht, Nacken und Dekolleté, Brust und Rücken. Manchmal kommen Varianten von Akne auch unter den Achseln sowie in der Genital-, Gesäß- und Leistenregion vor . . .

Die Hauterkrankung zeichnet sich durch eine gesteigerte Talgbildung (Seborrhoe) und eine Verhornungsstörung im Bereich der Talgdrüsenfollikel aus. Typisch für Akne sind Pickel und Mitesser (Komedonen), Papeln (gering erhabene, oft gerötete Hauterscheinungen) und Pusteln (eitergefüllte Bläschen) sowie fettige Haut. In den meisten Fällen bilden sich die Symptome einer Akne von selbst zurück. 15 bis 30 Prozent der Aknepatientinnen/-patienten benötigen wegen des Schweregrades oder der Dauer der Erkrankung eine medizinische Therapie.

Häufigkeit von Akne

Akne ist weltweit die häufigste Hauterkrankung. Rund 70 bis 95 Prozent aller Jugendlichen haben Akneläsionen (= aknebedingte Hautveränderungen), betroffen sind insbesondere Gesicht und Oberkörper. Der Häufigkeitsgipfel der Erkrankung liegt im Alter von 15 bis 18 Jahren. Burschen und junge Männer sind etwas häufiger und meist schwerer betroffen als ihre Altersgenossinnen.

Bei den meisten Betroffenen klingt die Akne nach der Pubertät von selbst ab. Bei etwa zwei bis sieben Prozent bleiben allerdings durch die entzündlichen Hautveränderungen verursachte Narben zurück. Bei etwa zehn Prozent – davon überwiegend Frauen – bleibt die Erkrankung über das 25. Lebensjahr hinaus bestehen.

Einflussfaktoren der Entstehung von Akne

Traditionell wurde angenommen, dass zur Akneentstehung unter anderem eine erhöhte Talgdrüsenaktivität (Seborrhoe) und eine gesteigerte Verhornung (Hyperkeratose) beitragen, in deren Folge es zu einer verstärkten Besiedlung der Haut mit Bakterien und zu Entzündungsreaktionen kommt. Heute ist man jedoch der Ansicht, dass viele verschiedene innere und äußere Faktoren am Krankheitsprozess beteiligt sein können:

  • Die Entzündung ist aktuellen Erkenntnissen zufolge nicht Folgereaktion, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit Ursprung der Hautveränderung. Akne ist demnach von Beginn an eine entzündliche Erkrankung.
  • Erbliche Faktoren sollen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Akne spielen.
  • Bei Frauen beeinflussen ein unregelmäßiger Menstruationszyklus und die Schwangerschaft den Verlauf einer Akne.
  • Das Klima – einschließlich Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung – sowie andere Umweltfaktoren können im Einzelfall eine Rolle spielen.
  • Akne kann durch zahlreiche Medikamente ausgelöst oder verschlechtert werden.
  • Der Einfluss psychischer Faktoren wie Stress auf die Entstehung von Akne ist bislang nicht bewiesen. Sie sind jedoch im Verlauf der Krankheit oftmals von Belang.
  • Androgene (männliche Sexualhormone), Hautfette (Hautlipide) und regulierende Neuropeptide (von Nervenzellen freigesetzte Botenstoffe mit hormoneller und nicht hormoneller Aktivität) scheinen an der Entstehung von Akne maßgeblich beteiligt zu sein.
  • Bei einigen Patientinnen/Patienten sollen Ernährungsfaktoren die Erkrankung beeinflussen. Eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung mit z.B. Schokolade, Honig, Marmelade verursacht eine hohe Insulinaussschüttung, wodurch sich möglicherweise das Hautbild verschlechtern kann. Die gleiche Wirkung wird einem hohen Konsum von (Kuh-)Milch und Milchprodukten nachgesagt. Insgesamt bleibt die Rolle der Ernährung bei Akne strittig. Eine spezielle „Aknediät“ wird nach aktuellem Wissensstand nicht empfohlen.
  • Der Einfluss von Zigarettenrauch wird kontroversiell diskutiert, da verschiedene Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind.
  • Probionibacterium acnes (P. acnes) ist bei den meisten Menschen Bestandteil der gesunden Hautflora und scheint eher an einem späteren Stadium der Akneentwicklung beteiligt zu sein. Bei Verstopfen einer Pore infolge gesteigerter Talgproduktion vermehrt sich dieses anaerobe Bakterium und scheidet Stoffe aus, welche die Porenwand zerstören. Dadurch können andere Bakterien (z.B. Staphylococcus aureus, in die Hautpore eindringen und eine entzündliche Akneläsion verursachen.
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