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Neugeborenes © andriano_cz

Erb´sche Lähmung

Die Erb‘sche Lähmung entsteht meist während der Geburt, wenn Nervenstränge im Achselbereich verletzt werden. Dabei sind die Nervenabgänge im Bereich des fünften und sechsten Halswirbels betroffen. Beim Neugeborenen kommt es zu – meist auf eine Körperseite beschränkte – Lähmungserscheinungen im Bereich der Armmuskulatur. Die Häufigkeit einer Erb-Lähmung liegt zwischen 0,38 und 1,5 pro 1.000 Geburten. Die Erb'sche Lähmung wird auch Erb-Duchenne-Lähmung, obere Armplexuslähmung, Erb’sche Parese oder Geburtslähmung genannt.

Ursachen

Der obere Armplexus ist für die Versorgung von Schulter und Oberarmmuskeln verantwortlich. Dieses Nervengeflecht kann durch verschiedene Faktoren geschädigt werden, z.B.:

  • Während der Entbindung auf den Säugling ausgeübte Kräfte. Ein besonders hohes Verletzungsrisiko besteht bei komplizierten Geburten;
  • die Schultern des Säuglings sind im Verhältnis zum Becken der Mutter zu breit;
  • Gewalteinwirkung;
  • Strahlentherapie;
  • Entzündungen;
  • Tumoren.

Vorbeugung & Diagnose

Da die Erb-Lähmung häufig Folge einer komplizierten Geburt ist, kann das Risiko durch einen frühzeitig eingeleiteten Kaiserschnitt reduziert werden, wenn bei einer Entbindung auf herkömmliche Weise Komplikationen zu befürchten sind. 

Beim Neugeborenen hängt der Arm schlaff herunter, ist nach innen gedreht und kann vom Kind weder abgespreizt noch angewinkelt werden. Durch verschiedene Tests wie z.B. EMG wird geprüft, inwieweit die Reflexe beeinträchtigt sind und welche Muskelanteile verminderte Aktivität aufweisen.

Therapie

Unter anderem können folgende Maßnahmen eingesetzt werden, um bestehende Funktionseinschränkungen der Armmuskulatur zu verringern:

  • Operation: Bei kompletter Durchtrennung der Nerven ist rasch nach der Geburt eine operative Behandlung angezeigt. Ziel ist es, durch Nerventransplantationen die beschädigte Nervenbahn möglichst wiederherzustellen.
  • Physiotherapeutische Maßnahmen: Damit soll die Funktionsfähigkeit des betroffenen Armes verbessert werden. Weiters soll die Muskulatur durch regelmäßiges Training gekräftigt werden.
  • Krankengymnastische Übungen: Sie sollen dazu beitragen, dass sich die Muskulatur nicht verkürzt.

Prognose

In rund 30 Prozent der Fälle  bilden sich die Beeinträchtigungen innerhalb weniger Monate von selbst zurück. Bei 70 Prozent der betroffenen Kinder besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für dauerhafte Folgeschäden.

Wohin kann ich mich wenden?

Eine im Rahmen des Geburtsvorgangs entstandene Erb‘sche Lähmung wird in der Regel bereits auf der Geburtenstation diagnostiziert. Nach Hausgeburten oder bei Vorliegen anderer Formen der Erb'schen Lähmung sind u.a. folgende Institutionen zuständig:

  • Fachärztin/Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde,
  • Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin/Facharzt für Neurologie.

Wie erfolgt die Übernahme der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

Ist zur Behandlung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, wird über die Krankenhauskosten abgerechnet. Von der Patientin/dem Patienten ist pro Tag ein Kostenbeitrag zu bezahlen. Eine allenfalls erforderliche weitere medikamentöse Behandlung zu Hause erfolgt per Rezept durch die Fachärztin/den Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, die Allgemeinmedizinerin/den Allgemeinmediziner oder die Fachärztin/den Facharzt für Neurologie.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?

 

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