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Erste-Hilfe-Koffer © brozova

Erste Hilfe rettet Leben

Ein Fahrzeug liegt rauchend im Straßengraben, über das Lenkrad gebeugt zeigt der Fahrer keine Reaktion. Sie kommen als Erster an die Unfallstelle und sehen die Situation. Wie würden Sie reagieren? Wüssten Sie sämtliche Notrufnummern? Wie würden Sie dem Fahrer helfen? Kennen Sie Erste-Hilfe-Sofortmaßnahmen?

Fragen wie diese kommen in Notfallsituationen auf jeden von uns zu. Wer die Antworten weiß und die richtigen Maßnahmen setzt, kann Leben retten.

Erste-Hilfe-Kurse

Um in einem Notfall richtig zu reagieren, muss man allerdings entsprechend vorbereitet sein. Dazu sind praktische Erste-Hilfe-Kurse, die von verschiedenen Organisationen angeboten werden, besonders hilfreich. In diesen Kursen werden Hemmschwellen abgebaut und die Motivation zu helfen wird deutlich erhöht. Gerade weil jeder einmal kompetente Erste Hilfe benötigen könnte, wäre ein weitverbreitetes Wissen darüber in der Bevölkerung zum Vorteil für jeden von uns.

Wünschenswert wären regelmäßige Auffrischungskurse zum Thema Erste Hilfe, darüber sind sich Experten einig. Grundkenntnisse an Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten schon in der Schule vermittelt und im Laufe des Lebens regelmäßig wiederholt und vertieft werden. 

Mehr Wissen bedeutet weniger Angst

Wie wichtig dieses Wissen ist, zeigt eine große US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2008. Sie stellte fest, dass die Überlebenschance bei plötzlichem Herzstillstand in Seattle etwa fünfmal höher ist als andernorts in den Vereinigten Staaten. Die hohe Überlebensrate in Seattle ist auf folgende entscheidende Faktoren zurückzuführen:

  • sehr viele Einwohner sind in der Laienwiederbelebung gut ausgebildet,
  • die Rettungsdienste sind sehr gut organisiert, und
  • die Therapie im Krankenhaus hat ein hohes Niveau.

Auch eine groß angelegte Studie aus Stockholm belegt, wie wichtig Erste-Hilfe-Maßnahmen sind: Herangezogen wurden die Angaben zu mehr als 30.000 Fällen von Herzstillständen, die in den Jahren 1990 bis 2011 außerhalb von Krankenhäusern passiert sind. Das Ergebnis: Die Überlebenswahrscheinlichkeit war bei Betroffenen, bei denen bereits vor Eintreffen der Rettungskräfte mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wurde, mehr als doppelt so hoch, als bei jenen, bei denen keine Erste-Hilfe-Maßnahmen unternommen wurden.

Dies zeigt, dass bei jeder Art von Verletzung bzw. bei einem plötzlichen Auftreten einer Erkrankung (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall) oder bei einer Vergiftung die Maßnahmen des Ersthelfers entscheidend für das Überleben bzw. für die Folgeschäden der/des Betroffenen sind.

Gesetzliche Verpflichtung

In Österreich gibt es eine gesetzliche Verpflichtung zur Leistung von Erster Hilfe. Davon ausgenommen ist die potenzielle Helferin/der potenzielle Helfer nur dann, wenn

  • die Eigengefährdung zu groß ist (z.B. brennendes Fahrzeug),
  • die Hilfeleistung andere wichtige Pflichten verletzt oder
  • eine Hilfeleistung unter den gegebenen Umständen nicht zumutbar ist.

Erste Hilfe zu leisten ist oft mit großer Unsicherheit und Angst verbunden. Es ist auch nicht leicht, vor „Schaulustigen“ die Initiative zu ergreifen. Doch der einzige und schwerste Fehler ist: NICHTS ZU TUN! Das Mindeste ist, einen Notruf abzusetzen. Zudem ist aber auch aktives Handeln gefragt: Bei Bewusstlosigkeit mit bestehender Atmung reicht schon eine einfache Seitenlagerung, um ein mögliches Ersticken zu verhindern. Genauso kann bei einem Atemstillstand die sofort begonnene Herzdruckmassage lebensentscheidend sein!

Die Angst, vielleicht etwas falsch zu machen, ist unbegründet. Für nicht korrekt ausgeführte Erste Hilfe wird niemand zur Rechenschaft gezogen; gar nicht zu helfen ist hingegen nicht nur moralisch verwerflich, sondern auch strafbar.  

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