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Füße einer Frau mit Blindenstock © New Africa
Füße einer Frau mit Blindenstock © New Africa

Sehbehinderung & Blindheit

Bei einer Sehbehinderung sind Sehschärfe bzw. Gesichtsfeld stark eingeschränkt. Sind diese Einschränkungen maximal, spricht man von Blindheit. Dies reicht bis hin zur fehlenden Wahrnehmung jeglichen Lichtscheins (Amaurose). Blindheit kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens auftreten.

Mit Langstock, Blindenhund und weiteren Unterstützungsmöglichkeiten bleibt die Mobilität und Teilhabe am Alltag weitgehend erhalten. 

Welche Faktoren spielen für den Grad der Sehbehinderung eine Rolle?

Zu den Faktoren, die für das Sehen bzw. den Grad der Sehbehinderung wesentlich sind, zählen:

  • Sehschärfe (Visus),
  • Qualität des Sehvermögens,
  • Gesichtsfeld (wahrgenommener Bereich ohne die Augen zu bewegen). 

Dabei bestimmen vor allem die Sehschärfe und das Gesichtsfeld das festgestellte Ausmaß einer Sehbehinderung. Blindheit oder Sehbehinderung ist objektiv nicht leicht zu beurteilen. Sie wird unterschiedlich erlebt und gehandhabt. Vereinfacht gesagt, gelten Menschen als sehbehindert, wenn sie sich mit ihrem eingeschränkten Sehsinn noch orientieren können. Als blind gelten Menschen, die sich fast ausschließlich mithilfe von anderen Sinnen orientieren (z.B. Hörsinn, Tastsinn). Räumliche und soziale Faktoren spielen ebenso eine wichtige Rolle bei der tatsächlichen Eingeschränktheit im Alltag.

Menschen mit Behinderung, so auch mit Sehbehinderung, können viele, auch höherqualifizierte Berufe ausüben und am sozialen Leben teilnehmen. Die (Wieder-)Eingliederung in den (Berufs-)Alltag sowie die Schulbildung spielen dabei eine große Rolle. Sehbehinderte Schülerinnen/Schüler werden nach Möglichkeit in Regelschulen integriert – begleitet von einer Beratungslehrerin/einem Beratungslehrer. Auch Sehbehindertenschulen ermöglichen die Teilnahme am Bildungswesen und zielen auf ein möglichst selbstständiges Alltagsleben ab. Durch das Erlernen der Blindenschrift (Brailleschrift) können Betroffene mittels Fingerabtastung geprägter Oberflächen (z.B. Papier) lesen. In Summe sollen ein möglichst selbstständiges, selbstbestimmtes Leben und eine vollwertige Teilhabe ermöglicht werden. 

Welche Ursachen für Sehbehinderungen/Erblindung gibt es?

Sehbehinderungen bzw. Erblindung haben unterschiedlichste Gründe. Zu wichtigen Ursachen zählen:

Welche Alltagshilfen gibt es?

Reichen Brillen oder Kontaktlinsen nicht mehr aus und ist noch eine Restsehfähigkeit vorhanden, können weitere Hilfen das tägliche Leben erleichtern. Zu diesen zählen:

  • Lupen,
  • Lupenbrillen,
  • Fernrohrlupen und -brillen,
  • Langstöcke: Diese werden zur Orientierung in der Hand geführt und damit die Umgebung „abgetastet“.
  • Blindenführhunde (Assistenzhunde): Diese wichtigen tierischen Helfer unterstützen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wesentlich. Die Hunde finden die richtigen Wege, weichen Hindernissen aus und erkennen Gefahrensituationen. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie auf der Website des Blinden- und Sehbehindertenverband Österreichs.
  • Taktile Leitsysteme: Darunter versteht man Linien am Boden (z.B. bei der U-Bahn), die mit einem Stock oder mit den Füßen ertastet werden können. Diese Leitsysteme helfen sehbehinderten und blinden Menschen, sich selbständig im öffentlichen Raum zu bewegen. Diese sollen immer frei zugänglich und nicht verstellt sein. Auch an akustischen Ampeln sind Kästchen angebracht, die gedrückt werden können. In der Folge ist eine Orientierung über ein Geräusch möglich, ob die Ampel grün oder rot ist.
  • Hörbücher/akustische Bildbeschreibungen im Fernsehen,
  • Bücher in Großdruck oder Blindenschrift,
  • Screenreader bei der Verwendung von digitalen Arbeits- oder Hilfsmitteln (z.B. Laptop, Smartphone etc.),
  • barrierefreie Haushaltsgeräte.

Tipps zum Umgang mit sehbehinderten/blinden Menschen

Die gelbe Armbinde mit den drei schwarzen Punkten oder der weiße Stock machen Mitmenschen auf die Situation aufmerksam. Machen Sie sich höflich bemerkbar, wenn Sie in Kontakt treten möchten. Seien Sie jedoch nicht enttäuscht, wenn dies gegebenenfalls abgelehnt wird. Lassen Sie sich von der/dem blinden Menschen am Arm unterhaken, wenn Sie Begleitung – z.B. zur Überquerung einer Fahrbahn – anbieten möchten. Gehen Sie anschließend ein paar Zentimeter voraus, und machen Sie auf Hindernisse aufmerksam. Leiten Sie die Person, steuern kann sie selbst. Bei Tisch geben Sie etwa kurze Informationen, wo die Tischutensilien zu finden sind. Eine Speisenreihung nach Ziffernblattmuster mit entsprechender Erklärung kann die Mahlzeit erleichtern. Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre „Helfen – aber wie?“ sowie „Helfen – aber wie? Tipps für Kids!“ (Blinden- und Sehbehindertenverband Wien, Niederösterreich und Burgenland).

Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?

Das Sozialministerium bietet umfassende Informationen zum Thema Behinderung und Soziales sowie Arbeitsleben und den Nationalen Aktionsplan Behinderung . Der Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich informiert auf seiner Website zum Thema. Alles rund um Arzt-/Spitalssuche bzw. Suche nach Gesundheitsdienstleistungen oder Selbsthilfegruppen finden Sie unter Gesundheitssuche.

Auf oestereich.gv.at finden Sie umfassende Informationen zum Thema Förderungen, finanzielle Unterstützung und zu vielem mehr.

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