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Die Planung der Gesundheitsversorgung – ÖSG 2017

Die Anforderungen an die Gesundheitsversorgung – an Spitäler, niedergelassene Ärztinnen/Ärzte, Rehabilitationseinrichtungen oder Pflegedienste – ändern sich ständig, nicht zuletzt auch aufgrund der demographischen und epidemiologischen Entwicklung. Die Gesundheitsplanung liefert den Entscheidungsträgern im österreichischen Gesundheitswesen wichtige Informationen. Sie hat das Ziel, eine umfassende medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, die – entsprechend den allgemeinen Planungsgrundsätzen des Gesetzgebers – bedarfsgerecht, qualitativ hochwertig, effektiv, effizient und gleichwertig ist. Der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG) stellt die verbindliche Planungsgrundlage für die österreichische Gesundheitsversorgung dar. 

Ziele und Akteure der Gesundheitsplanung

Am Prozess der Gesundheitsplanung sind auf der Bundesebene die Mitglieder der Bundes-Zielsteuerungskommission (BZK) beteiligt, im Wesentlichen Bund, Länder und Sozialversicherung. Auf der Landesebene sind analog neun Landes-Zielsteuerungskommissionen mit der Umsetzung der auf Bundesebene definierten Rahmenplanung befasst.

Die Arbeiten werden großteils von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) erledigt, die ihrerseits themenspezifische Expertengruppen einrichtet. Die erarbeiteten Planungsentwürfe und -empfehlungen werden in den Arbeitsgremien der Bundesgesundheitsagentur (BGA) beraten. Die einvernehmlich erzielten Planungsergebnisse werden in der BZK beschlossen und sind in der Folge auf Bundesländer-Ebene umzusetzen.

Weitere Informationen finden Sie unter Institutionen im Gesundheitswesen.

Der Österreichische Strukturplan Gesundheit

Der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG) 2017 stellt die verbindliche Planungsgrundlage für die österreichische Gesundheitsversorgung dar. Der ÖSG ist ein gemeinsamer Rahmenplan für Bund, Länder, Gemeinden sowie die Sozialversicherung. Durch die Vereinbarung österreichweiter Versorgungsstandards soll die in einzelnen Versorgungsbereichen bestehende Über-, Unter- oder Fehlversorgung der Bevölkerung hintangehalten werden. Die Planvorgaben orientieren sich an einem regionalen Planungsansatz, der alle Teilbereiche der Gesundheitsversorgung (ambulante und stationäre Akutversorgung,  Rehabilitation und das Nahtstellenmanagement zum angrenzenden Pflege- und Sozialbereich) integriert.

Zu Beginn der Gesundheitsplanung in den 1970er-Jahren wurde vor allem der bundesweite Bedarf an Spitälern mit einem entsprechenden Bettenangebot und – ab dem Jahr 1996 – auch an medizinisch-technischen Großgeräten (z.B. Computertomographen oder Geräte für Strahlentherapien) geplant. Bei den ÖSG-Planungen wird nun von einer abgegrenzten Betrachtung des Spitalsbereichs abgegangen und die gesamte Versorgung einer Region berücksichtigt (d.h. inklusive niedergelassener Ärztinnen/Ärzte, Ambulatorien, Rehabilitationszentren etc.).

Der ÖSG 2017 setzt neue Akzente 

Ende Juni 2017 wurde von der Bundes-Zielsteuerungskommission der ÖSG 2017 mit zahlreichen Neuerungen beschlossen. Er wurde neu strukturiert und übernimmt bereits die in der ersten Zielsteuerungsperiode entwickelten Konzepte und Instrumente zur Reorganisation der Gesundheitsversorgung.

Zur Sicherstellung der Abstimmung der Ressourcen- und Angebotsplanung ausgewählter hochspezialisierter komplexer Leistungen, die nicht in allen Bundesländern angeboten werden können, sind im ÖSG 2017 nun auch konkrete Vorgaben zur Überregionalen Versorgungsplanung für Leistungsstandorte mit deren Zuständigkeit für bestimmte Versorgungsregionen definiert.

Während bis zum ÖSG 2012 der Schwerpunkt des Rahmenplans auf der Darstellung der Fachrichtungen im stationären Bereich der Akut-Krankenanstalten und der medizinisch-technischen Großgeräte lag, fokussiert der darauf aufbauende ÖSG 2017 nach seiner Revision generell auf die patientenorientierte Darstellung der Versorgungs- und Behandlungserfordernisse. Dabei wurde insbesondere der Stellenwert der interdisziplinären und multiprofessionellen Teamarbeit aller relevanten Gesundheits- und Sozialberufe je Fach- oder speziellem Versorgungsbereich hervorgehoben.

Mit der Anwendung des Versorgungsstufenmodells wird nun auch die ambulante Versorgung weitgehend gleichwertig mit dem stationären Regelungsbereich dargestellt: Bereits neun Fachbereiche und die Primärversorgung sind durch Zuordnung von Leistungen, Aufgabenprofilen und zugehörigen Qualitätskriterien beschrieben, weitere Fachbereiche werden sukzessive ergänzt. Gesundheitsförderung und Prävention sind als Basisaufgabe und wesentliches Kernelement der Primärversorgung definiert. Darüber hinaus ist die Stärkung der Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten als Aufgabe in jedem Fachbereich ausgewiesen.

Die nun im ÖSG abgebildeten Aufgabenprofile und Leistungen sind Grundlage für die Definition von Versorgungsaufträgen für ambulante Anbieterstrukturen (inkl. Spitalsambulanzen), die im regionalen Kontext bedarfsabhängig noch festzulegen sind.

In den Planungsgrundlagen ist bereits berücksichtigt, dass zukünftig vermehrt ambulante und tagesklinische Versorgung stationäre Aufenthalte ersetzen soll. Die aufeinander abgestimmte Planung der Versorgungskapazitäten in den einzelnen Teilbereichen wird im Rahmen der Regionalen Strukturpläne Gesundheit (RSG) der Bundesländer umgesetzt.

Eine neue Etappe der Reorganisation der Gesundheitsversorgung durch gemeinsame Angebotsplanung, insbesondere für Spitalsambulanzen und extramurale Versorgungsstrukturen, ist damit eingeleitet. Zu beachten sind auch die damit verbundenen Konsequenzen für die Organisation der abgestimmten Patientenversorgung, insbesondere im Rahmen des Nahtstellenmanagements zwischen den Versorgungspartnern in unterschiedlichen Versorgungsstufen sowie zum Pflege- und Sozialbereich und den Transportdiensten.

Auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen können Sie den ÖSG herunterladen.

Weitere Informationen zum Thema Gesundheitsplanung und ÖSG finden Sie auf der Website der GÖG/ÖBIG.

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