Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Handshake vor Menschengruppe © FotolEdhar

Gesundheit in allen Politikfeldern

Viele wichtige Einflussfaktoren auf die Gesundheit finden sich außerhalb des Gesundheitssystems, zum Beispiel im Bereich der Arbeitsmarkt-, Bildungs-, Sozial-, Umwelt-, Verkehrs- oder Wirtschaftspolitik. Sie wirken Tag für Tag auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden, was sich z.B. in der Lebenserwartung, in der Entstehung von chronischen Krankheiten oder in der Anzahl der gesunden Lebensjahre niederschlägt. Daraus können gesundheitliche Ungleichheiten bei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen entstehen.

Gesundheitliche Ungleichheiten

Gesundheit und soziale Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Untersuchungen zeigen, dass geringeres Bildungsniveau, geringes Einkommen und niedriger beruflicher Status häufig mit einem schlechten Gesundheitszustand zusammenhängen. Daten über den Gesundheitszustand der Bevölkerung zeigen beispielsweise, dass Männer und Frauen mit Hochschulabschluss mit einer höheren Lebenserwartung rechnen können als Personen mit Pflichtschulabschluss (Quelle: Statistik Austria).

Die „Ottawa Charta“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft deshalb zu einem koordinierten, gemeinsamen Handeln verschiedener Politikfelder auf, was zu einer größeren sozialen Chancengleichheit führen soll. Diese ist wiederum eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit.

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik

Gesundheitsfördernde Gesamtpolitik bedeutet vor allem, dass gesundheitliche Aspekte auf allen Ebenen und Bereichen von Politik und Gesellschaft berücksichtigt werden. Politische Entscheidungen sollten in Hinblick auf ihre Konsequenzen auf die Gesundheit der Menschen beleuchtet werden. Die Erkenntnis, dass die Gesundheit der Bevölkerung nur durch gebündelte Anstrengungen in allen Politikfeldern wirksam und nachhaltig gefördert werden kann, ist die Grundlage für die Strategie „Gesundheit in allen Politikfeldern“ (engl.Health in all Policies“). Die Strategie trägt dazu bei, den Fokus von individuellen Lebensstilen und Krankheiten mehr auf gesellschaftliche und soziale Faktoren zu verschieben. Dies ist besonders in Hinblick auf gesundheitlich und sozial benachteiligte Gruppen notwendig.

„Gesundheit in allen Politikfeldern“ entsteht nicht von selbst, sondern braucht konkrete Aktivitäten zur Umsetzung. Die WHO fordert schon seit Längerem, eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik als breiten Regierungsansatz und in verschiedenen Gesellschaftsbereichen umzusetzen.

Beispiele aus Österreich sind:

Gesundheitsauswirkungen prüfen

Eine Möglichkeit, Maßnahmen hinsichtlich ihrer Gesundheitsauswirkungen zu prüfen, bietet die international anerkannte Methode der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA, international als Health Impact Assessment oder HIA etabliert). Das Ziel eines HIA ist, mögliche positive und negative Gesundheitsfolgen noch vor der Umsetzung einer politischen Entscheidung zu erkennen. Zusätzlich wird untersucht, wie sich diese Auswirkungen innerhalb von Bevölkerungsgruppen oder Regionen verteilen.

Weitere Informationen:
Gesundheit in allen Politikfeldern (Gesundheit Österreich GmbH)

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse