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Klimawandel beschleunigt sich

Erde_schützen© ximich_natali
17.08.2021

Die Erde erwärmt sich rascher als erwartet, Wetterextreme wie Hitzewellen und starke Niederschläge werden häufiger, die Ursachen dafür seien „eindeutig“ menschengemacht. Dies zeigt der vor kurzem veröffentlichte Bericht des Weltklimarates (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC). Einige Folgen der globalen Erwärmung, wie der Anstieg des Meeresspiegels oder das Schmelzen der Gletscher, seien schon heute „unumkehrbar“. Seit längerem warnt die WHO vor gesundheitlichen Auswirkungen.

Schnellere Erwärmung und vermehrte Wetterextreme

Der IPCC-Bericht geht davon aus, dass der Anstieg der globalen Temperatur um 1,5 Grad Celsius in den nächsten zehn Jahren überschritten wird. Die Erwärmung vollzieht sich rascher als noch 2018 prognostiziert. Dieser globale Anstieg der Durchschnittstemperaturen sei dabei „eindeutig“ durch den Menschen verursacht.

Wetterextreme wie Hitzewellen und Brände werden laut Bericht häufiger. Und dies unabhängig davon, ob sich die Erderwärmung auf die angestrebten 1,5 Grad Celsius begrenzen lässt. Hitzewellen, wie sie bisher etwa alle 50 Jahre auftraten, werde es einmal pro Jahrzehnt geben. Tropenstürme würden stärker werden, ebenso Regen- und Schneefälle, aber auch Trocken- bzw. Dürreperioden.

„Der Klimawandel betrifft bereits jede Region der Erde auf vielfältige Weise. Die Veränderungen, die wir erleben, werden mit der zusätzlichen Erderwärmung zunehmen“, sagte Panmao Zhai, Co-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe I.

Die Arktis ist dabei die Region, die sich am schnellsten erwärmt, mindestens doppelt so schnell, wie es dem globalen Durchschnitt entspricht. Eisschollen im arktischen Ozean werden bis 2050 verschwinden. Dieser Prozess ist bereits seit den 1970er Jahren in Gang. Die Eisschmelze bewirkt hierbei eine Rückkopplung: Während das Eis das Sonnenlicht reflektiert, nimmt die dunklere Wasseroberfläche die Strahlung auf, was die Erderwärmung noch verstärkt.

Der Klimawandel in Österreich

Wie stark der Klimawandel bereits auch in Österreich angekommen ist, zeigen aktuelle Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), die parallel zum Bericht des IPCC veröffentlicht wurden. Laut diesen Zahlen stieg die Durchschnittstemperatur seit Beginn der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um etwa zwei Grad Celsius. Die Erwärmung betraf alle Regionen und Höhenlagen ähnlich.

Erfolgt keine Trendumkehr, könnten es bis zum Jahr 2100 fünf Grad Celsius sein. Bei Einhaltung des Pariser Klimaziels könnte sich jedoch die Erwärmung in Österreich und weltweit in den nächsten Jahrzehnten knapp über dem aktuellen Niveau einpendeln.

In Österreich gebe es zwar keinen Trend zu weniger Niederschlag, trotzdem steige die Gefahr von Dürren. Je wärmer es wird, desto mehr Feuchtigkeit verdunstet aus den Böden in die Luft. Auch die Hitzetage werden mehr. Der derzeit noch extreme Wert von 40 Hitzetagen pro Jahr in Österreich wird bei einem weltweit ungebremsten Ausstoß von Treibhausgasen am Ende des Jahrhunderts der Normalfall sein. Bei Einhaltung des Pariser Klimaziels könnte die Zunahme an Hitzetagen in Österreich deutlich gebremst werden.

Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits 2018 auf die vielfältigen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit hingewiesen. Extremereignisse wie Hitze, Stürme, Starkregen mit Hochwasser oder Erdrutsche sind nicht nur eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben. Auch soziale und psychische Belastungen, Stress, Angstzustände oder Depressionen sind mögliche Folgen. Häufigere Hitzewellen haben eine Zunahme an Herz- und Kreislauferkrankungen und Todesfällen zur Folge.  

Klimaveränderungen können auch zu einer Zunahme von Infektionskrankheiten sowie nicht-übertragbaren Krankheiten wie Allergien führen. Die zunehmende Belastung der UV-Strahlung und von bodennahem Ozon kann sich ebenfalls negativ auf die Gesundheit auswirken.

Menschlicher Einfluss auf das Klima

„Es ist seit Jahrzehnten klar, dass sich das Klimasystem der Erde verändert, und die Rolle des menschlichen Einflusses auf das Klimasystem ist unbestritten“, sagte Valerie Masson-Delmotte, Co-Vorsitzende der zuständigen IPCC-Arbeitsgruppe. In einem früheren IPCC-Bericht von 2014 war nur die globale Erwärmung selbst als „eindeutig“ bezeichnet worden. Es sei offenkundig, dass Kohlendioxid (CO2) der Haupttreiber des Klimawandels ist, auch wenn noch andere Treibhausgase und Luftschadstoffe das Klima beeinflussen.

Nur die starke und nachhaltige Verringerung der Kohlendioxidemissionen (CO2) und anderer Treibhausgasse würden den Klimawandel verlangsamen. Während diese Reduktion eine rasche Verbesserung der Luftqualität nach sich zieht, könnte es allerdings 20 - 30 Jahre dauern, bis sich die globalen Temperaturen stabilisieren, so der Bericht der Arbeitsgruppe. Und selbst bei einer drastischen Reduktion der Treibhausgasemissionen würden die Meeresspiegel weiter steigen und erhöht bleiben.

Hintergrund zum IPCC-Bericht

Der aktuelle Bericht ist der erste von drei Teilen und eine Art Zwischenbilanz zur Entwicklung des Klimas. An ihm haben 230 Expertinnen und Experten aus 66 Ländern mitgearbeitet, Schwerpunkt waren die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Der Bericht ist der erste seit acht Jahren und gilt als wegweisend für die globale Klimapolitik. Nächstes Jahr sollen zwei weitere Berichtsteile zu den Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten einer Minderung der Treibhausemissionen folgen.

Video: Klimafreundliche Ernährung

Worauf wir bei unserer Ernährung achten können, um einen positiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, wird im Video "Klimafreundliche Ernährung" der Initiative „Kinder essen gesund“ des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) erklärt.

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