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Medizinische Terminologien

Nutzung von SNOMED CT und anderer Terminologien im Gesundheitswesen.

  • Semantische Interoperabilität
  • SNOMED CT. 

Semantische Interoperabilität

Die Fachsprache ist durch viele spezielle Begriffe, Eigennamen, Abkürzungen und Synonyme geprägt. Medizinische Terminologien ordnen und vereinheitlichen diese Begriffe und stellen damit strukturiertes medizinisches Wissen dar. So komplex und vielschichtig die Medizin und ihre Dokumentations- und Kommunikationsbedürfnisse sind, so vielfältig sind auch die medizinischen Terminologien.

Sie reichen von einfachen Mikrovokabularen und Codelisten über umfangreiche Nomenklaturen und hierarchisch geordnete Klassifikationen bis hin zu riesigen vernetzten Ontologien (strukturierte, formalisierte und intern vernetzte Wissensrepräsentationen). Wie auch das medizinische Wissen unterliegen diese Terminologien einer stetigen Veränderung.

Terminologien sind auch eine wesentliche Voraussetzung für eHealth. Automationsunterstützt verarbeitet, dienen sie der Übertragung von klinischen Informationen zwischen IT-Systemen, indem sie den Begriffen eindeutige Codes zuweisen („Codelisten“). Für den Empfänger der Informationen müssen jedoch diese Codes in für Menschen lesbare bzw. verständliche Formulierungen „zurückübersetzt“ werden, damit sie inhaltlich richtig ausgewertet und weiterverwendet werden können (semantische Interoperabilität). Nur wenn alle Kommunikationsteilnehmer dieselben Codes mit derselben Bedeutung kennen, ist semantische Interoperabilität möglich.

Damit sowohl maschinelle Verarbeitbarkeit wie auch die Verständlichkeit für die Nutzer der IT-Systeme bzw. der Informationen sichergestellt sind, müssen sich beide Kommunikationsteilnehmer auf die Verwendung derselben Terminologie verständigen. In einem zunehmend vernetzten Gesundheitswesen würde dies eine Vielzahl an wechselseitigen Vereinbarungen erfordern, was nicht nur zu Fehlern, sondern auch zu einem hohen Aufwand führen kann. Schließlich müssten solche Vereinbarungen auch regeln, wer und wie die Weiterentwicklung der jeweiligen Terminologie verantwortlich durchführt.

Will man diesen Aufwand in großen Kommunikationsnetzwerken mit einer Vielzahl verbundener IT-Systemen (wie z.B. ELGA) in wirtschaftlich vernünftigen Grenzen halten, muss die Bereitstellung und Pflege der Terminologien effizient organisiert werden. Dazu wurde der „Terminologieserver“ eingerichtet. Der Terminologieserver soll die gemeinschaftliche Entwicklung, Verwendung und Pflege jener Terminologien im Gesundheitswesen fördern und unterstützen, die – nicht zuletzt auch im öffentlichen Interesse – zur Verbesserung bzw. Sicherstellung der Interoperabilität eingesetzt werden.

Für die Nutzung des Terminologieservers gelten spezielle Nutzungsbedingungen.

Hinweis Hier kommen Sie zum Terminologieserver.   

Nähere Informationen zum Terminologieserver:

SNOMED CT

SNOMED CT steht für „Systematized Nomenclature of Medicine Clinical Terms“ und ist eine der bedeutendsten und umfassendsten medizinischen Terminologien, da mehr als 311.000 eindeutig identifizierte, logisch definierte sowie hierarchisch angeordnete Begriffe enthalten sind.

Verantwortlich für die Pflege, Weiterentwicklung, Qualitätssicherung und Herausgabe von SNOMED CT ist SNOMED International (vormals IHTSDO, die International Health Terminology Standards Development Organisation). Diese gemeinnützige Organisation hält die Rechte an SNOMED CT und vergibt Lizenzen zu ihrer Nutzung. 

Hinweis Seit Dezember 2018 ist Österreich Mitglied von SNOMED International: Da mit der Mitgliedschaft eine sogenannte „Republikslizenz“ verbunden ist, kann SNOMED CT von allen Akteuren (Anwender und Hersteller) österreichweit kostenfrei genutzt werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

zuletzt aktualisiert 03.06.2019
Erstellt durch Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz
Freigegeben durch Redaktion Gesundheitsportal

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