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Mikroalbuminurie

Leicht erhöhte Ausscheidung eines bestimmten Eiweiß im Harn

Unter einer Mikroalbuminurie versteht man die mild erhöhte Ausscheidung von Albumin im Harn. Albumin ist mit einem Anteil von ungefähr 50 bis 60 Prozent das hauptsächlich vorhandene Eiweiß im Blut. Es wird in der Leber gebildet und ist vor allem für den Transport wasserunlöslicher Stoffe wie zum Beispiel Bilirubin, Vitamine und Medikamente verantwortlich. Der normale Urin ist jedoch nahezu frei von Albumin, das heißt, es finden sich normalerweise nicht mehr als 30 mg Albumin in dem über 24 Stunden gesammelten Urin. Eine leicht erhöhte Albuminausscheidung im Harn von 30 bis maximal 300 mg pro Tag wird als Mikroalbuminurie bezeichnet. Sie kann als frühes Zeichen einer Nierenschädigung bei Diabetes mellitus oder Bluthochdruck auftreten. Eine vorübergehende Mikroalbuminurie kann aber auch durch starke körperliche Anstrengung, Harnwegsinfekte oder akute fieberhafte Erkrankungen verursacht werden. Die Diagnose einer „echten“ Mikroalbuminurie muss deswegen durch mindestens zwei im Abstand von zwei bis vier Wochen gemessenen Urinproben bestätigt werden. Bei Diabetes mellitus bedeutet das Auftreten eine Mikroalbuminurie zudem ein stark erhöhtes Risiko für Erkrankungen von Herz und Gefäßen (zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall). Die Therapie umfasst insbesondere eine strenge Einstellung von Blutzucker und Blutdruck. Dabei beeinflussen manche Blutdruckmedikamente (zum Beispiel ACE-Hemmer) den weiteren Verlauf der Erkrankung offenbar günstiger als andere Wirkstoffklassen. Gleichzeitig kann eine eiweiß- und kochsalzarme Ernährung helfen, das Voranschreiten der diabetischen Nierenerkrankung zu verlangsamen.  

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