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Minipille © Sven Bähren

Die Minipille

Die Minipille enthält im Gegensatz zur „klassischen“ Antibabypille nur das Gelbkörperhormon Gestagen. Daher kann die Minipille auch während der Stillzeit eingenommen werden. Sie ist, wie die Antibabypille rezeptpflichtig. In Österreich stehen derzeit zwei Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen zur Verfügung. Erfahren Sie mehr zu den Wirkstoffen Levonorgestrel und Desogestrel . . .

So wirkt die Minipille

Derzeit stehen in Österreich zwei Präparate der Minipille zur Verfügung, die unterschiedlich wirken: 

  • Minipille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel: Dieses Präparat bewirkt eine Verdickung des Schleims im Gebärmutterhalskanal. Dadurch können die Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen. Der Eisprung wird jedoch nicht verhindert.
  • Minipille, die das Gestagen Desogestrel enthält: Dieses Präparat verdickt den Schleim im Gebärmutterhals und unterdrückt zugleich den Eisprung (ovulationshemmend).

Wie wird die Minipille richtig eingenommen?

Die Minipille mit dem Wirkstoff Levonorgestrel muss täglich und zur selben Zeit – ohne Unterbrechung – eingenommen werden. Verzögert sich die Einnahme bereits um mehr als drei Stunden, ist der Schutz vor einer Schwangerschaft nicht mehr gegeben. In diesem Fall ist also unbedingt ein zusätzliches Verhütungsmittel (z.B. Kondome) zu verwenden.

Bei Desogestrel-Präparaten (östrogenfreie Pille oder neue Minipille) gilt dieses strenge Zeitfenster nicht. Hier lässt sich die Einnahme – genau wie bei der Kombinationspille – bis zu zwölf Stunden verschieben.

Wie zuverlässig ist die Minipille?

Die Zuverlässigkeit der Minipille mit Levonorgestrel ist im Vergleich zur Kombinationspille geringer (Pearl Index 0,5 - 3). Die Minipille mit Desogestrel wirkt ovulationshemmend und ist daher genauso sicher wie die Kombinationspille. Dies wird durch eine höhere Dosierung des Gestagens erreicht. Voraussetzung für die Zuverlässigkeit ist die tägliche Einnahme.

Probleme mit der Zuverlässigkeit können in folgenden Fällen auftreten: 

  • Die Einnahme der Minipille mit anderen Medikamenten: Manche Medikamente (z.B. Antibiotika, Abführmittel) können die Wirkung der Minipille ganz oder teilweise aufheben. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder in der Apotheke, ob das Medikament die Wirkung der Minipille beeinträchtigt.
  • Magen- und Darmprobleme: Bei Durchfall oder Erbrechen kann der Wirkstoff der Minipille ausgeschieden werden, noch bevor er im Blut aufgenommen wurde. Dadurch kann die Wirkung beeinträchtigt werden. Bei längeren Beschwerden sollte mindestens eine Woche lang bzw. bis zur nächsten Pillenpackung ein zusätzliches Verhütungsmittel eingenommen werden.
  • Urlaubsreisen mit Zeitverschiebung: Bei Reisen mit Zeitverschiebung sollte die Einnahme der Minipille mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt besprochen werden.

Vorteile und Nachteile der Minipille

Die Minipille zählt zu den hormonellen Verhütungsmitteln und ist vor allem während der Stillzeit eine beliebte Verhütungsmethode.

Die Vorteile

  • Die Minipille ist ab dem ersten Tag der Einnahme sofort wirksam.
  • Die Minipille hat geringere Nebenwirkungen als die Kombinationspille. Sie ist besonders für Frauen geeignet, die Östrogene nicht vertragen.
  • Die Minipille kann auch während der Stillzeit eingenommen werden: Bei der Kombinationspille würde das Baby durch die Muttermilch eine zu große Hormonmenge aufnehmen, und es könnte durch die Östrogenwirkung zur Einstellung des Milchflusses kommen.
  • Fruchtbarkeit: Die Minipille beeinflusst nicht die Fruchtbarkeit. Selbst nach langjähriger Einnahme werden die meisten Frauen nach Absetzen der Minipille schnell schwanger.

Die Nachteile

  • Die Minipille schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Die Minipille muss täglich und zur gleichen Tageszeit eingenommen werden: Besonders die levonorgestrelhaltige Minipille erfordert ein hohes Maß an Disziplin bei der Einnahme.
  • Die Minipille ist nicht so sicher wie die Antibabypille.
  • Bei der Minipille sind häufigere Zwischenblutungen möglich.
  • Durch die Einnahme der Minipille können Zyklusunregelmäßigkeiten entstehen.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Minipille ist rezeptpflichtig und wird bei der Erstverschreibung von einer Frauenärztin/einem Frauenarzt verordnet. Der Grund für die Rezeptpflicht besteht darin, dass die Ärztin/der Arzt individuell entscheiden muss, welches Pillenpräparat für die Frau das geeignetste ist. Dies richtet sich nach dem Alter, einzunehmenden Medikamenten und individuellen Risiken (z.B. Thrombosen). Die Minipille ist in der Apotheke erhältlich.

Apotheken in Ihrer Nähe finden Sie unter Services: „Apothekensuche“.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten für die Minipille werden nicht von der Sozialversicherung übernommen. Aufgrund der unterschiedlichen Pillenpräparate variieren die Kosten für eine Packung zwischen fünf und 15 Euro pro Monat. 

Hinweis Pillen-Großpackungen (z.B. für drei Monate) sind oft günstiger als Einzelpackungen.

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