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Striptease-Tänzerin © BlueSkyImages

Prostitution

Prostitution umfasst alle als gewerbsmäßig und gegen Entgelt erbrachten sexuellen Handlungen mit Körperkontakt – unabhängig vom Geschlecht der Beteiligten. Grundsätzlich überwiegt die Nachfrage von heterosexuellen Männern nach weiblichen Prostituierten und von homosexuellen Männern nach männlichen Prostituierten. Die Nachfrage nach sogenannten Dressmen seitens der Frauen ist wesentlich geringer, da sie in ihrer Sexualität eindeutig beziehungsabhängiger sind. Daneben gibt es noch weitere Formen gewerblich angebotener sexueller Dienstleistungen, wie z.B. Transgender- oder Transvestiten-Prostitution etc.

Beweggründe

Es gibt unterschiedliche Beweggründe für den Kontakt zu einer Prostituierten. Dazu gehören u.a.:

  • Körperliche Befriedigung,
  • Ausleben sexueller Phantasien,  
  • Unverbindlicher Kontakt ohne Verpflichtungen,
  • Wunsch nach Nähe und Verständnis,
  • Reiz des Verbotenen.

Generell bestehen große geschlechtstypische Unterschiede im Bereich der Sexualität:

  • Männer masturbieren häufiger als Frauen.
  • Männer weisen weltweit ein deutlich höheres Interesse an okkasionellen Sexualkontakten mit nicht oder nur flüchtig bekannten Personen auf als Frauen.
  • Männer sind deutlich eher bereit, Sexualkontakt in einer anonymen Begegnung aufzunehmen.
  • Die Sexualität von Frauen ist durchschnittlich wesentlich stärker kontext- und beziehungsabhängig. Es gibt kaum eine Nachfrage nach „Dressmen“, die ihre sexuellen Dienste explizit für Frauen anbieten, der Pornografiekonsum ist bei Frauen deutlich geringer als bei Männern.
  • Die größten Geschlechtsunterschiede treten in Bezug auf phantasiertes Zusammensein mit einem anonymen Sexualpartner oder mit mehreren Personen (Gruppensex-Phantasien) auf. Männer haben solche Phantasien etwa viermal häufiger als Frauen.   

Formen von Sexarbeit

Ausgehend von den USA wurde der Begriff „sex worker" eingeführt. Im Deutschen wird er unter anderem mit Sexarbeiter/in übersetzt. Mit diesem Ausdruck wird deutlicher, dass es sich bei Prostitution um Erwerbsarbeit handelt. Damit wird auch ein breiteres Angebot an erotischen Dienstleistungen bezeichnet,  z.B.  Telefon- und Cybersex, Striptease, Escort-Service, Prostitutionstourismus („Sextourismus“), aber auch Sexualbegleitung für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Im Jahr 2015 waren beim österreichischen Bundeskriminalamt 772 Rotlichtbetriebe gemeldet. Diese werden hauptsächlich als Bordelle, Laufhäuser, Saunaclubs, Go-Go-Bars, Bars, Studios, Animierlokale sowie Peep-Shows geführt.

Gesetzliche Regelungen

Die Ausübung der Prostitution ist in Österreich durch Bundes- und Landesgesetze geregelt und daher unter Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen legal. Seit 1984 sind Sexdienstleisterinnen und Sexdienstleister einkommenssteuerpflichtig, die Möglichkeit der Sozialversicherung folgte 1998. Der Oberste Gerichtshof hat mit dem Urteil 3 Ob 45/12g vom 18. April 2012 festgestellt, dass bezahlte Sexdienstleistungen nicht mehr sittenwidrig sind. Wurde die sexuelle Handlung gegen vorher vereinbartes Entgelt vorgenommen oder geduldet, so begründet diese Vereinbarung eine klagbare Entgeltforderung.

Die Ausübung der Prostitution ist in Österreich durch mehrere Gesetze geregelt.

Im Aidsgesetz (1993) und in der  Verordnung „Gesundheitliche Vorkehrungen für Personen, die sexuelle Dienstleistungen erbringen“ (2015) sind amtsärztliche Untersuchungen vorgeschrieben. Sexdienstleisterinnen und Sexdienstleister müssen sich vor Aufnahme der Tätigkeit (Eingangsuntersuchung) und anschließend alle sechs Wochen einer amtsärztlichen Untersuchung (Kontrolluntersuchung) auf das Freisein von Geschlechtskrankheiten unterziehen. Bei den Gesundheitschecks wird insbesondere auf das Freisein von Tripper, Syphilis und HIV-Infektion getestet.

Die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde stellt der Sexdienstleisterin/dem Sexdienstleister nach der Eingangsuntersuchung einen Lichtbildausweis aus, wenn die Person frei von Geschlechtskrankheiten befunden worden ist. Im Ausweis wird auch die Vornahme der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen von der Behörde bestätigt.

Alle anderen Vorschriften, insbesondere die Voraussetzungen für das Anbieten und die Vornahme sexueller Dienstleistungen, sind durch Landesgesetze geregelt. Deshalb gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Bestimmungen. In allen Landesgesetzen bestehen aber Regelungen über Verbotszonen und Mindestabstände zu Schutzobjekten. 

Hinweis Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz bietet auf seiner Webseite Informationsblätter zur amtsärztlichen Untersuchung von Sexualdienstleisterinnen und Sexualdienstleistern in 15 verschiedenen Sprachen an.

Prostitution – nur selten freiwillig

Die Zahl der registrierten Sexdienstleisterinnen und Sexdienstleister in Österreich lag 2015 bei zirka 7.200, Tendenz gegenüber 2014 leicht rückgängig. Daneben gibt es eine beträchtliche Dunkelziffer. Fast alle der in Bordellbetrieben und auf dem Straßenstrich tätigen Prostituierten sind Migrantinnen bzw. Migranten. Zu den drei gängigsten Herkunftsländern zählten 2015 wie schon im Jahr davor Rumänien, Ungarn und Bulgarien.

Im Zusammenhang mit Prostitution muss man sich unweigerlich mit den Themen Zwangsprostitution und Menschenhandel auseinandersetzen. Oftmals werden Frauen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in ein Land gebracht. Die Reisepässe werden ihnen abgenommen, und dann müssen sie „anschaffen" gehen. Viele Möglichkeiten „auszusteigen" bieten sich diesen Frauen nicht, weil sie überwiegend illegal im Land sind und deshalb die Abschiebung fürchten.  

Oft arbeiten Prostituierte für einen Zuhälter. Nicht selten werden Frauen durch physische und psychische Gewalt, wie auch durch Drogen, in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht und auch zu in pornografischen Filmen dargestellten und abgebildeten sexuellen Handlungen gezwungen. Man spricht hier von „unmittelbarer und mittelbarer sexueller Ausbeutung“, in Form der Dokumentation von sexuellem Missbrauch und Zwangsprostitution durch die Herstellung, Nutzung und Verbreitung von Pornografie mit abhängigen bzw. nicht-einwilligungsfähigen Personen, wie z.B. illegalen Migrantinnen und Migranten. Der Anteil jener Menschen, die diesen Job wirklich freiwillig ausüben, ist sehr gering und wird in Österreich auf drei bis fünf Prozent geschätzt.

Regelmäßig werden Diskussionen über die unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen geführt, und auch die Abschaffung der Prostitution in Österreich wird immer wieder zum Thema. In Schweden ist Prostitution bereits seit mehreren Jahren verboten. Deutschland hingegen hat eines der liberalsten Prostitutionsgesetze Europas.

Kondom als Infektionsschutz

Legal wie illegal beschäftigte Prostituierte setzen ihre Kunden und auch sich selbst einem enormen Risiko aus, sich mit Krankheiten zu infizieren.

Die gesetzlich vorgeschriebene wöchentliche Untersuchung der registrierten Prostituierten kann beim Kunden das falsche Bild entstehen lassen, dass Unsafe-Sex-Praktiken für ihn kein Risiko darstellen. Nach wie vor aber ist ungeschützter Geschlechtsverkehr hochriskant! Kondome sind die effektivste Maßnahme, um sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.

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