Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Kinder am Strand © BlueOrange Studio

Kinder auf Fernreisen

Eine Reise mit Kindern ist ein Abenteuer. Immer mehr Familien reisen mit Kindern auch in ferne Länder. Bevor jedoch die Koffer gepackt werden, ist es wichtig, dass die Kleinen so gut wie möglich vor schweren Infektionskrankheiten geschützt sind. Grundsätzlich stellen spezifische Vorbeugemaßnahmen wie z.B. Schutzimpfungen für den gesunden kindlichen Organismus keine außergewöhnliche Belastung dar. Von wesentlicher Bedeutung ist das Alter des reisenden Kindes. Dementsprechend sind die reisemedizinischen Empfehlungen in drei Altersgruppen aufgegliedert . . .

Reisen mit Kindern bis zum zweiten Lebensjahr 

In dieser Altersgruppe sind Fernreisen sicherlich mit den größten Problemen verbunden. Dies beginnt bereits durch die Strapazen, die mit einer langen Flugreise in Verbindung stehen. Grundsätzlich ist davon abzuraten, mit Säuglingen im ersten Lebensjahr in jenen Gebieten den Urlaub zu verbringen, in denen die medizinische Versorgung merklich unter dem europäischen Standard liegt. Damit scheiden praktisch alle Entwicklungs- und Schwellenländer als Reiseziele aus. Dies ist damit begründet, dass für Säuglinge bereits die meisten, für den Erwachsenen als völlig banal zu wertenden Gesundheitsstörungen wie beispielsweise Reisedurchfall zu einer ernsten, ja sogar zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. Oft mangelt es darüber hinaus in Entwicklungsländern an einer adäquaten medizinischen Versorgung.

Zu bedenken ist auch, dass bei Kindern vor Vollendung des ersten Lebensjahres in vielen Fällen ein optimaler reisemedizinischer Schutz im Sinne von Impfungen oder Chemoprophlyaxe nicht möglich ist. Es sind in diesem Lebensalter viele der üblichen Kinderimpfungen noch nicht vervollständigt, das heißt, sogar hinsichtlich der notwendigen Basisimpfungen ist nur ein teilweiser Schutz gegeben. Eine gegebenenfalls erforderliche medikamentöse Malariaprophylaxe stößt schon allein deshalb auf Schwierigkeiten, weil die Tabletten bitter schmecken und die Verabreichung Probleme bereitet.

Reisen mit Kleinkindern bis zum Volksschulalter

Etwa bis zum dritten Lebensjahr ist bei Reisen in Ländern mit sehr niedrigem Hygienestandard – noch dazu, weil Kinder dazu tendieren, vieles in den Mund zu stecken – oder sehr mangelhafter medizinischer Versorgung noch immer Vorsicht geboten. Hier sind dieselben Risikokonstellationen gegeben und daher dieselben Einschränkungen gültig wie für Kinder unter einem Jahr. Seitens der üblichen Prophylaxemaßnahmen und Impfungen sind Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr wesentlich besser zu betreuen, die meisten Impfungen können durchgeführt werden, und auch eine medikamentöse Malariaprophylaxe wird eher akzeptiert.

Fernreisen mit Kindern über drei Jahren sind bereits um vieles unproblematischer. Sie können im Allgemeinen ohne wesentliche Einschränkungen alle erforderlichen Reiseimpfungen erhalten. Banale Infekte werden schon erheblich besser verkraftet als in den ersten Lebensjahren. Außerdem verstehen Kinder in diesem Alter schon recht gut, worauf sie aufpassen müssen und was sie nicht tun dürfen, wenn sie entsprechend instruiert werden.

Hinweis Weitere Belastungen durch hohe Temperaturen oder Zeitumstellungen sind zu bedenken!


Reisen mit Schulkindern und Jugendlichen

Die reisemedizinische Vorbereitung von Schulkindern und Jugendlichen ist im Wesentlichen jener des Erwachsenen gleichzusetzen. Grundsätzlich bestehen in diesem Alter auch keine Einschränkungen mehr bei der Auswahl des Reisezieles. Destinationen mit sehr großen Anforderungen an den Organismus sind jedoch eher zu vermeiden, etwa extreme Höhenlagen, belastende Safaris oder schwierige Treckings.

Bei Flugreisen empfiehlt es sich, den Kindern knapp vor Beginn des Landeanfluges einen Kaugummi anzubieten, damit durch das wiederholte Kauen über die Eustachische Röhre ein Druckausgleich im Mittelohr erfolgen kann. Beabsichtigt man, mit einem Kind zu reisen, das sehr krankheitsanfällig ist oder unter einer schon bekannten Vorerkrankung leidet, sollte vorab eine Kinderärztin/ein Kinderarzt bei der Vorbereitung hinzugezogen werden.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse