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Kinder am Strand © BlueOrange Studio

Kinder auf Fernreisen

Eine Reise mit Kindern ist ein Abenteuer. Immer mehr Familien reisen auch in ferne Länder. Bevor jedoch die Koffer gepackt werden, ist es wichtig, dass die Kleinen so gut wie möglich vor schweren Infektionskrankheiten geschützt sind.

Grundsätzlich stellen spezifische Vorbeugemaßnahmen wie z.B. Schutzimpfungen für den gesunden kindlichen Organismus keine außergewöhnliche Belastung dar. Von wesentlicher Bedeutung ist jedoch das Alter des reisenden Kindes. 

Reisen mit Kindern bis zum zweiten Lebensjahr 

In dieser Altersgruppe sind Fernreisen sicherlich mit den größten Problemen verbunden. Das beginnt bereits durch die Strapazen, die mit einer langen Flugreise in Verbindung stehen. Vor allem aber darf das Risiko möglicher Infektionskrankheiten nicht unterschätzt werden, die insbesondere für Babys und Kleinkinder eine große gesundheitliche Gefahr darstellen können.

Grundsätzlich ist eher davon abzuraten, mit Säuglingen und Babys im ersten Lebensjahr in Gebiete zu reisen, in denen die medizinische Versorgung deutlich unter dem europäischen Standard liegt. Damit scheiden praktisch alle Entwicklungs- und Schwellenländer als Reiseziele aus. Schon Infekte, die für Erwachsene relativ harmlos sind (z.B. Reisedurchfall) können für Babys zu einer ernsten bis lebensbedrohlichen Situation führen. Oft mangelt es darüber hinaus in Entwicklungsländern an einer adäquaten medizinischen Versorgung, was die Situation im Falle eines Falles erheblich erschwert.

Zu bedenken ist auch, dass bei Kindern vor Vollendung des ersten Lebensjahres in vielen Fällen ein optimaler reisemedizinischer Schutz im Sinne von Impfungen oder medikamentöser Prophylaxe nicht möglich ist. Viele der üblichen Kinderimpfungen sind in diesem Lebensalter noch nicht vervollständigt, das heißt, sogar hinsichtlich der notwendigen Basisimpfungen ist nur ein teilweiser Schutz gegeben. Zudem dürfen viele Reiseimpfungen in diesem Lebensalter noch nicht verabreicht werden, ähnliches gilt unter Umständen für eine medikamentöse Prophylaxe. Als Beispiel: Eine gegebenenfalls erforderliche Malariaprophylaxe stößt schon allein deshalb auf Schwierigkeiten, weil die Tabletten bitter schmecken und die Verabreichung Probleme bereitet.

Reisen mit Kleinkindern bis zum Volksschulalter

Etwa bis zum dritten Lebensjahr ist bei Reisen in Ländern mit sehr niedrigem Hygienestandard oder mangelhafter medizinischer Versorgung noch immer große Vorsicht geboten. Erschwerend kommt hinzu, dass Kinder dazu tendieren, vieles in den Mund zu stecken; nicht zuletzt deshalb sind sie anfälliger für Infektionen (v.a. Darminfektionen). Es gelten dieselben Risiken und Einschränkungen wie für Kinder unter einem Jahr. Besonders eine mangelnde medizinische Betreuung im Krankheitsfall kann zum Problem werden.

Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr können die meisten Impfungen durchgeführt werden, auch übliche Prophylaxemaßnahmen sind meist möglich. Beispielsweise wird eine medikamentöse Malariaprophylaxe in diesem Alter schon eher akzeptiert.

Fernreisen mit Kindern über drei Jahren sind insgesamt bereits um vieles unproblematischer. Sie können im Allgemeinen ohne wesentliche Einschränkungen alle erforderlichen Reiseimpfungen erhalten. Banale Infekte werden schon erheblich besser verkraftet als in den ersten Lebensjahren. Außerdem verstehen Kinder in diesem Alter schon recht gut, worauf sie aufpassen müssen und was sie nicht tun dürfen, wenn sie entsprechend instruiert werden

Hinweis Weitere Belastungen durch hohe Temperaturen oder Zeitumstellungen sind zu bedenken!

Reisen mit Schulkindern und Jugendlichen

Die reisemedizinische Vorbereitung von Schulkindern und Jugendlichen ist im Wesentlichen jener des Erwachsenen gleichzusetzen. Grundsätzlich bestehen in diesem Alter auch keine Einschränkungen mehr bei der Auswahl des Reisezieles. Destinationen mit sehr großen Anforderungen an den Organismus sind jedoch eher zu vermeiden, etwa extreme Höhenlagen, belastende Safaris oder schwierige Treckings.

Allgemeine Tipps für Reisen mit Babys und Kindern

  • Beachten Sie, dass Kinder (egal welchen Alters!) einen eigenen Reisepass benötigen. Kontrollieren Sie die Gültigkeit und beantragen Sie gegebenenfalls rechtzeitig einen neuen.
  • Kontrollieren Sie rechtzeitig vor Reiseantritt (ein bis zwei Monate) den Impfpass Ihres Kindes. Sind alle empfohlenen Basisimpfungen vorhanden? Sind Auffrischungen nötig? Sind für das Reiseziel spezielle Schutzimpfungen vorgesehen?
  • Bei Flugreisen empfiehlt es sich, den Kindern knapp vor Beginn des Landeanfluges je nach Alter einen Kaugummi oder eine Flasche zum Trinken anzubieten, damit ein Druckausgleich im Mittelohr erfolgen kann und Ohrenschmerzen vermieden werden.
  • Gerade für lange Strecken mit Kindern sollten Sie Non-Stop-Flüge bevorzugen. Fliegen Sie optimalerweise über Nacht, im Schlaf vergeht die lange Reisezeit für Kinder schneller. Erkundigen Sie sich über die Angebote Ihrer Fluglinie – je nach Alter des Kindes werden teilweise Babybettchen zur Verfügung gestellt.
  • Beabsichtigt man, mit einem Kind zu reisen, das sehr krankheitsanfällig ist oder unter einer schon bekannten Vorerkrankung leidet, sollte vorab eine Kinderärztin/ein Kinderarzt bei der Vorbereitung hinzugezogen werden.
  • Generell sollten einige Medikamente speziell für Kinder in der Reiseapotheke nicht fehlen. 
  • Bei Reisen in warme Gebiete darf nicht auf ausreichenden Sonnenschutz (Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor) und entsprechende Kopfbedeckung vergessen werden! Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Kind in der Hitze ausreichend trinkt!
  • Achten Sie besonders für Ihr Kind auf die erforderlichen Hygienemaßnahmen bei Essen und Trinken (kein Leitungswasser, keine Eiswürfel, Vorsicht bei Salat, das Obst schälen etc.). Mehr Informationen dazu hier.
  • Wenn Ihr Baby spezielle Säuglingsnahrung erhält, nehmen Sie ausreichende Mengen davon auf die Reise mit. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass gleichwertige Produkte am Urlaubsort erhältlich sind, zudem verursacht eine Umstellung dem Baby oft Probleme. 
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