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Schnitzel mit Pommes Frites © Fischer Food Design

Ernährungsfehler von Herrn und Frau Österreicher

Der Österreichische Ernährungsbericht gibt Aufschluss über Änderungen im Essverhalten und in der Nährstoffversorgung der österreichischen Bevölkerung. Er wird regelmäßig herausgegeben: Der aktuelle Ernährungsbericht (2012) zeigt, dass weniger Obst und Gemüse verzehrt wird als empfohlen. Auch stärkehaltige Produkte wie z.B. Brot, Reis, Nudeln, andere Getreideprodukte und Kartoffeln sowie Milch- und Milchprodukte, aber auch Hülsenfrüchte werden zu wenig gegessen. Demgegenüber steht eine zu hohe Aufnahme an Fleisch- und Wurstwaren, aber auch Süßigkeiten . . .

Zu viele ungesunde Fette

Laut österreichischem Ernährungsbericht 2012 ist die aufgrund der Zusammenstellung der Nahrung resulierende Fettqualität verbesserungswürdig. Alle untersuchten Personengruppen (Schulkinder sieben bis vierzehn, Erwachsene 18 bis 64 und ältere Menschen 65 bis 80 Jahre) weisen einen zu hohen Konsum an gesättigten Fettsäuren auf. Grund hierfür ist, dass zu viel Fleisch- und Wurstwaren gegessen werden. Die Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sollte jedoch erhöht werden, z.B. durch mehr Fisch oder hochwertige pflanzliche Öle. Dies hätte positiven Einfluss auf die Vorbeugung bestimmter Krankheiten wie z.B. Gefäßkrankheiten. Zu viel und das „falsche“ Fett begünstigen zahlreiche ernährungsabhängige Krankheiten, wie z.B. Übergewicht und Adipositas, erhöhte Blutfettwerte, Herz- und Gefäßkrankheiten bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Diabetes mellitus Typ 2

Hinweis Die Fettqualität der Nahrung sollte verbessert werden, indem mehr qualitativ hochwertige Fette (wie etwa Raps- oder Olivenöl) verwendet werden.

Zu viel Salz

Laut Ernährungsbericht 2012 wird in Österreich in allen Altersgruppen mehr Kochsalz aufgenommen als die maximal empfohlenen fünf Gramm (WHO) pro Tag. Bei mehr als der Hälfte der Erwachsenen und älteren Menschen liegt die Aufnahme sogar über dem als gesundheitlich bedenklich eingestuften Wert von zehn Gramm pro Tag, das entspricht ca. zwei Teelöffel Salz. 

Eine hohe Salzzufuhr kann bei vielen Menschen ungünstige Auswirkungen haben. Insbesondere kann es zu einer Erhöhung des Blutdrucks kommen (salzsensitiv, Hypertonie). Andererseits wirkt eine Reduktion der Salzaufnahme bei vielen Menschen blutdrucksenkend. Ist der Blutdruck langfristig erhöht, steigt das Risiko für Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Ein hoher Blutdruck gilt als der wichtigste Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen.

Hinweis Salz sollte sparsam verwendet werden, da bereits über verarbeitete Lebensmittel hohe Mengen konsumiert werden (u.a. Brot, Käse, Wurst, Konserven).

Die falschen Kohlenhydrate

Ernährungsgesellschaften empfehlen, 55 Prozent der Nahrungsenergie in Form von Kohlenhydraten aufzunehmen. Laut Ernährungsbericht 2012 erreichen in Österreich lediglich Schulkinder die min. empfohlenen 50 Prozent an Energie durch Kohlenhydrate, dabei wird allerdings zu viel Zucker „genascht“. Erwachsene und ältere Menschen erreichen die Empfehlung von mindestens der Hälfte der Energiemenge aus Kohlenhydraten nicht. Die Zuckeraufnahme liegt jedoch im tolerierbaren Bereich. Insgesamt ist die Ballaststoffzufuhr zu gering und liegt im Durchschnitt deutlich unter der Empfehlung von 30 Gramm pro Tag. Ausgeglichen werden könnte dies durch einen vermehrten Konsum von Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten sowie Kartoffeln.

Die „falschen“ Kohlenhydrate und zu viel zuckerreiche (und meist auch fettreiche) Süßspeisen können leicht zu Übergewicht führen und in weiterer Folge das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöhen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Aufnahme an freiem Zucker in sämtlichen Lebensphasen auf unter zehn Energieprozent zu reduzieren. Dies entspricht nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag (ca. 12 Teelöffel) für einen durchschnittlichen Erwachsenen (bei einer Kalorienzufuhr von 2.000 kcal). Zu beachten ist dabei, dass freie Zucker nicht nur selbst zugefügt werden, sondern zudem in vielen verarbeiteten Lebensmitteln wie z.B. Fertiggerichten, Keksen, Backwaren sowie in der Gastronomie vorkommen. Nicht verstanden werden darunter die natürlicherweise in Milch sowie frischem Obst enthaltenen Zucker.

Weitere Informationen zur WHO-Richtlinie für die Aufnahme an freiem Zucker (AGES).

Hinweis Süßes ist nicht verboten, sollte aber eher selten und nur in geringen Mengen genossen werden. Trinken Sie außerdem kalorienfreie Getränke, und zwar vor allem Leitungs- und Mineralwasser.

Vitamin- und Mineralstoffstatus

Vitamine und Mineralstoffe üben im Körper vielfältige Funktionen aus. Eine langfristige Unterversorgung bzw. ein Mangel kann teils schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben und die Entstehung von Krankheiten begünstigen.

Laut Ernährungsbericht 2012 ist die Zufuhr bei den meisten Vitaminen und Mineralstoffen ausreichend. Es bestätigten sich die kritischen Aufnahmedaten aus vergangenen Berichten. Zu diesen „Risikonährstoffen“ zählen Vitamin D, Folsäure, Kalzium und Jod. Hinzu kommt Eisen bei Schulkindern und Frauen im gebärfähigen Alter (unter 50 Jahren). Grenzwertig ist die Zufuhr von Magnesium bei Männern und älteren Menschen, bei letzteren betrifft dies auch Vitamin A, C und Zink. Die deutlich zu hohe Natriumzufuhr über Salz wurde durch Harnuntersuchungen bestätigt.  Weitere Informationen finden Sie unter Vitamine und Mineralstoffe.

Alkoholkonsum

Laut Österreichischem Ernährungsbericht 2012 liegt die durchschnittliche tägliche Alkoholmenge bei Frauen (4,5 Gramm) und Männern (11,1 Gramm) in allen Altersgruppen unter der in den D-A-CH-Referenzwerten angegebenen tolerierbaren Obergrenze von 10 Gramm bei Frauen und 20 Gramm bei Männern. Die individuelle Alkoholaufnahme kann jedoch sehr vom Durchschnitt abweichen – viele Menschen trinken deutlich mehr Alkohol, als gut wäre. Die jeweiligen Grenzwerte überschreiten laut dem aktuellen Bericht aus 2012 ein Viertel der Männer und 20 Prozent der Frauen. Zehn Prozent der Frauen und 18 Prozent der Männer geben zudem an, täglich Alkohol zu trinken. Mit dem Alter steigt auch die Häufigkeit des Alkoholkonsums. Im Osten Österreichs (Wien, Niederösterreich, Steiermark, Burgenland) wird deutlich weniger Alkohol konsumiert als im Westen (Osten: 2,2 Prozent bzw. Westen: 3,4 Prozent der Gesamtenergiezufuhr).

Alkohol liefert nicht nur leere und unnötige Kalorien, sondern stellt für den Körper bei überhöhter Zufuhr eine Gefahr dar. Alkohol begünstigt aufgrund seines hohen Energiegehalts Übergewicht, kann zur Schädigung von Organen und Organsystemen wie Leber, Bauchspeicheldrüse oder Gehirn führen und die Entstehung von Krebs begünstigen. Zudem besteht die Gefahr der Alkoholsucht. Moderater Konsum von Alkohol ist aus gesundheitlicher Sicht akzeptabel. Alkohol sollte nicht zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs beitragen. Generell gilt: in moderatem Ausmaß und nicht regelmäßig! Weitere Informationen erhalten Sie unter Alkoholabhängigkeit.

Hinweis Frauen sollten täglich nicht mehr als zehn Gramm Alkohol und Männer nicht mehr als 20 Gramm Alkohol konsumieren. Für Frauen entspricht dies einem Achtel Wein ODER einem Seidel Bier. Männer sollten nicht mehr als ein Viertel Wein ODER ein Krügel Bier trinken.

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