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Vitamin D, 25-Hydroxy-Vitamin-D (VD25)

25-Hydroxy-Vitamin-D ist die Vorstufe von biologisch aktivem Vitamin D im Körper. Vitamin D hat im Mineralstoffwechsel des Körpers (Calcium und Phosphat), bei der Knochenmineralisation sowie bei einer Vielzahl anderer vitaler Prozesse wichtige Aufgaben.


Warum wird 25-Hydroxy-Vitamin-D im Blut bestimmt?

Traditionellerweise wird „Vitamin D“ der Gruppe der Vitamine zugeordnet. Allerdings kann der Körper Vitamin D auch selbst aus Cholesterin herstellen, sofern die Haut einer genügenden UV-Strahlung (Sonnenlicht) ausgesetzt ist (durch das UV-Licht bildet sich in der Haut aus 7-Dehydrocholesterol sogenanntes Vitamin D3 – auch „Cholecalciferol“ genannt).

Cholecalciferol kann also im Körper selbst hergestellt werden bzw. muss es über die Nahrung zugeführt werden. In weiterer Folge muss im Körper schließlich biologisch aktives Vitamin D3 hergestellt werden. Dazu wird

  • in der Leber aus Cholecalciferol 25-Hydroxycholecalciferol (dieser Stoff wird als „Vitamin D“ bezeichnet) gebildet, und aus diesem wird schließlich
  • in den Nieren 1,25-Dihydroxycholecalciferol (dieser Stoff wird auch als „Calcitriol“ bezeichnet und stellt die biologisch aktive Form von Vitamin D dar) hergestellt.

Weil alle diese Herstellungsschritte im Körper selbst ablaufen (Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende UV-Strahlung), gilt biologisch aktives „Vitamin D“ heute eher als Hormon und nicht als Vitamin.

Die biologischen Wirkungen von aktivem Vitamin D3 sind

  • im Darm: Steigerung der Calcium- und Phosphat-Aufnahme (Resorption);
  • im Knochen: einerseits Calcium-Freisetzung aus dem Knochen, andererseits aber auch Steigerung der Skelettmineralisation (stoffwechselabhängig);
  • in den Nieren: Verminderung der Calcium-Ausscheidung.

Im medizinischen Labor können folgende Messgrößen des Vitamin-D-Stoffwechsels im Blut gemessen werden:

  • Vitamin D (25-Hydroxycholecalciferol bzw. 25-Hydroxy-Vitamin-D): Vorstufe von aktivem Vitamin D3,
  • Vitamin D3 (1,25-Dihydroxycholecalciferol bzw. 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D): biologisch aktives „Vitamin D“.

Bei folgenden medizinischen Fragestellungen sollte der Vitamin-D-Stoffwechsel untersucht werden:

  • Verdacht auf Vitamin-D-Mangel (hier muss v.a. 25-Hydroxy-Vitamin-D gemessen werden),
  • unklare Hypokalziämie,
  • bei Rachitis bzw. Osteomalazie (das sind Erkrankungen mit ungenügender Skelettmineralisation),
  • Magen-/Darm-Erkrankungen (Malabsorptionssyndrom).

Was bedeuten erhöhte/erniedrigte 25-Hydroxy-Vitamin-D-Werte?

Bei erniedrigten Werten von 25-Hydroxy-Vitamin-D kann unterschieden werden zwischen einem

  • leichten Vitamin-D-Mangel (verminderter Wert von 25-Hydroxy-Vitamin-D im Blut) und einem
  • schweren Vitamin-D-Mangel (verminderte Werte von 25-Hydroxy-Vitamin-D und 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D im Blut).

Erhöhte Werte von 25-Hydroxy-Vitamin-D („Hypervitaminose“) können z.B. auftreten

  • bei Überdosierung von Vitaminpräparaten.

Rachitis und Osteomalazie

Rachitis und Osteomalazie sind Erkrankungen, bei denen es zu einer gestörten Mineralisation des Skelettes kommt.

  • Die Rachitis betrifft dabei auch die Wachstumsfugen der Knochen und kann daher nur im Kindesalter auftreten.
  • Die Osteomalazie betrifft die Mineralisation von Kompakt- sowie Schwammknochen und kann im Kindes- und Erwachsenenalter auftreten.

Ursachen dieser Erkrankungen sind Vitamin-D-Mangel bzw. ein gestörter Vitamin-D-Stoffwechsel (Störungen von Leber und/oder Nieren).

Rachitis und Osteomalazie führen zu Skelettschmerzen und Knochenverbiegungen, gesteigerter Krampfneigung, Gangstörungen etc.

Zur labordiagnostischen Abklärung dieser Erkrankungen können die folgenden Laborwerte bestimmt werden:

  • Mineralstoffwechsel: Calcium, Phosphat in Blut und Harn,
  • Vitamin-D-Stoffwechsel: 25-Hydroxy-Vitamin-D sowie 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D im Blut.

Die Therapie für Rachitis und Osteomalazie hängt von den Ursachen ab. Bei Vitamin-D-Mangel muss aktives Vitamin D3 substituiert werden.

Synonyme: 25-Hydroxycholecalciferol, Vitamin D
LOINC: 14635-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
nmol/l (Nanomol pro Liter) 60–120 nmol/l 50–100 nmol/l 60–120 nmol/l 50–100 nmol/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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