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Phosphat (PHOS)

Phosphat (Phosphor) ist neben Kalzium der wichtigste Mineralstoff des Körpers und für den Aufbau von Kochen und Zähnen wichtig. Darüber hinaus besitzt Phosphat u.a. wichtige biologische Funktionen im Rahmen des Energiestoffwechsels der Zellen.

Warum wird Phosphat im Blut bestimmt?

Phosphat (Phosphor) ist neben Kalzium der wichtigste Mineralstoff des Körpers und für den Aufbau von Kochen und Zähnen wichtig. Der Stoffwechsel von Phosphat ist eng mit dem von Kalzium verbunden. Daher werden in der Labordiagnostik immer Kalzium und Phosphat gemeinsam beurteilt.

Neben seinen Aufgaben als Mineralstoff besitzt Phosphat auch wichtige biologische Funktionen im Rahmen des Energiestoffwechsels der Zellen (energiereiche Phosphate – ATP), beim Aufbau von Zellmembranen sowie als Puffersubstanz im Blut.

Im Blut bewegt sich der Phosphatspiegel in einem sehr engen Bereich, wobei nur geringe Schwankungen toleriert werden. Die präzise Regulation des Phosphatspiegels ist eng mit der Regulation des Kalziumspiegels verbunden. Gewährleistet wird dies durch das Zusammenspiel von bestimmten Hormonen wie Parathormon (steigert die Phosphatausscheidung im Harn) und Vitamin D sowie Schilddrüsenhormon, Wachstumshormon, Insulin und Kortisol (diese Hormone vermindern die Phosphat-Ausscheidung).

Generell werden Kalzium und Phosphat immer gemeinsam bestimmt:

  • Untersuchung des Knochenstoffwechsels;
  • Verdacht auf Knochenerkrankungen (z.B. Tumore);
  • Symptome einer Kalziumstoffwechselstörung: Krampfneigung (Tetanie), übermäßiges Urinieren (Polyurie) sowie Trinken (Polydipsie);
  • Nierenerkrankungen;
  • hormonelle Erkrankungen;
  • Magen-Darm-Erkrankungen, u.v.m.

Was bedeuten erhöhte/erniedrigte Phosphatwerte?

Erhöhte Phosphatwerte im Blut (Hyperphosphatämie) können bei folgenden Erkrankungen auftreten:

  • chronische Niereninsuffizienz,
  • Mangel an Parathormon (z.B. nach Schilddrüsenoperationen),
  • Knochentumore, Knochenmetastasen.

Niedrige Phosphatwerte im Blut (Hypophosphatämie) können bei folgenden Erkrankungen auftreten:

  • Fehlernährung, Magen-Darm-Erkrankungen (Malabsorptionssyndrom);
  • hormonelle Störungen der Kalzium-Phosphat-Regulation (z.B. Überproduktion von Parathormon aufgrund eines Tumors);
  • andere bösartige Tumore – z.B. kleinzelliges Bronchuskarzinom (bei dieser Erkrankung kann vom Tumor in manchen Fällen ein parathormonähnlicher Stoff gebildet werden);
  • Vitamin-D-Mangel etc.

Bei bestimmten medizinischen Fragestellungen kann die Ausscheidung von Kalzium und Phosphat auch im Harn gemessen werden.

Krampfneigung (Tetanie)

Unter dem Begriff Krampfneigung (Tetanie) versteht man eine oft anfallsartige Übererregbarkeit der Muskulatur. Dabei kann es zu den folgenden Beschwerden kommen:

  • u.U. schmerzhafte Verkrampfungen,
  • Gesichtszuckungen,
  • Störungen der Sensibilität (gesteigertes bzw. vermindertes Schmerzempfinden).

Die Ursachen für eine Tetanie sind vielfältig, wobei insbesondere bestimmte Laborwerte (Elektrolyt- und Mineralstoffwerte im Blut) bedeutsam sind. Zur Abschätzung einer Krampfneigung anhand von Laborwerten existiert daher eine einfache Formel (György-Formel):

György-Formel © Dr. Gerhard Weigl







Gemäß dieser Formel steigt die Krampfneigung bei

  • hohen Werten von Kalium, Phosphat sowie Bikarbonat im Blut und bei
  • niedrigen Werten von Kalzium, Magnesium und Wasserstoffionen (niedriger pH-Wert) im Blut.

Die Veränderungen dieser Laborwerte sind zumeist ein Ausdruck einer bestimmten zugrunde liegenden Erkrankung. Die häufigsten Ursachen sind:

  • hormonelle Störungen:
    • Erkrankungen der Schilddrüse: verminderte Bildung des Hormons Calcitonin (senkt das Blut-Kalzium)
    • Erkrankungen der Nebenschilddrüse: verminderte bzw. gesteigerte Bildung des Parathormons (steigert das Blut-Kalzium);
  • chronische Nierenerkrankungen (Verlust von Kalzium und Magnesium sowie gestörte Bildung von Vitamin D);
  • Magen-Darm-Erkrankungen (Malabsorption – verminderte Aufnahme von Kalzium und Magnesium);
  • angeborene Erkrankungen etc.

Die Behandlung der Tetanie richtet sich nach der Ursache. Im akuten Fall kann eine Therapie mit Kalzium erforderlich sein.

Weitere Informationen zum Mengenelement Phosphor in der Ernährung und zu Phosphat finden Sie unter Phosphor.
LOINC: 14879-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mmol/l (Millimol pro Liter) 0,8–1,6 mmol/l 0,8–1,6 mmol/l 0,8–1,6 mmol/l 0,8–1,6 mmol/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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