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Blutzucker

Die Messung von Glukose (Traubenzucker) im Blut (sogenannter Blutzuckerspiegel) ist der wichtigste Labortest zur Diagnose einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bzw. zur Verlaufskontrolle bei bereits bekannter Zuckerkrankheit. Neben der Messung von Glukose im Blut kann dieser Laborwert auch in anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Harn) bestimmt werden.

Warum wird Glukose im Blut bestimmt?

Die Messung des Blutzuckerspiegels (Glukose) ist der wichtigste Labortest zur

  • Diagnose einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bzw.
  • zur Verlaufskontrolle bei bereits bekannter Zuckerkrankheit.

Bei der Messung des Blutzuckerspiegels ist es aber wichtig, ob die Patientin/der Patient zum Zeitpunkt der Blutabnahme nüchtern ist.

Hinweis Nüchtern bedeutet keine Kalorienzufuhr in den letzten acht Stunden vor der Blutabnahme.

Was bedeuten erhöhte Glukosewerte?

Wenn der Nüchternblutzucker bei mehrmaliger Messung über 125 mg/dL liegt, so ist die Diagnose Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) gesichert.

Bei einer grenzwertigen Erhöhung des Blutzuckerspiegels (zwischen 110 und 125 mg/dL) muss eine weiterführende Diagnostik angeschlossen werden:

Oraler Glukosetoleranztest (oGTT): Hierbei wird die Reaktion des Organismus auf eine Glukosebelastung (Trinken von 75 Gramm Glukoselösung) überprüft. Bei einer „gestörten Glukosetoleranz“ (d.h. der Organismus reagiert auf die Glukosebelastung mit einer überschießenden Blutzuckererhöhung) besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Zuckerkrankheit. In diesem Fall kann durch Gewichtsreduktion sowie vermehrte körperliche Aktivität die Entwicklung einer Zuckerkrankheit verhindert bzw. verzögert werden.

Was bedeutet ein zu niedriger Blutzuckerspiegel?

Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel („Unterzucker“) kommt normalerweise nicht vor, denn der Körper reguliert den Blutzuckerspiegel permanent mithilfe der Bauchspeicheldrüsenhormone

  • Insulin (wirkt blutzuckersenkend) und
  • Glukagon (wirkt blutzuckersteigernd). 

Darüber hinaus existiert in der Leber ein Zuckerspeicher in Form von Glykogen. Aus diesem Zuckerspeicher wird durch das Hormon Glukagon im Bedarfsfall (d.h. bei Gefahr auf Unterzuckerung) sofort Glukose ins Blut abgegeben.

Ein zu niedriger Blutzucker kann aber auftreten bei:

  • einer Überdosierung von Insulin (bei der Therapie der Zuckerkrankheit),
  • einer Überdosierung von Diabetes-Medikamenten („orale Antidiabetika“ wie beispielsweise „Sulfonylharnstoffe“) oder bei
  • Insulin-produzierenden Tumoren.

Messung von Glukose im Harn

Glukose kann nicht nur im Blut (Blutzucker), sondern auch im Harn (Harnzucker) zu Screening-Zwecken gemessen werden.

Normalerweise ist der Harn frei von Glukose. Erst bei einem Blutzucker über 180 mg/dL wird Glukose in den Harn ausgeschieden.

Ein positiver Harnzucker ist aber kein Beweis für das Vorliegen einer Zuckerkrankheit!

Diabetes mellitus

Die Erkrankung Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) ist eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. Das Leitsymptom ist die chronische (anhaltende) Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel).

Grundsätzlich unterschieden werden folgende Diabetes-Formen:

Beim Typ-I-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu wenig Insulin. Ursache ist ein zumeist autoimmun bedingtes Zugrundegehen der Insulin-produzierenden Zellen. Da Insulin das einzige blutzuckersenkende Hormon ist, entsteht auf diese Weise die Zuckerkrankheit (Insulinmangeldiabetes).

Der Typ-II-Diabetes ist häufiger als der Typ-I-Diabetes und entwickelt sich meist über viele Jahre. Eine genetische Prädisposition, chronisches Übergewicht, zu wenig Bewegung sowie Fehlernährung erhöhen das Erkrankungsrisiko. Dadurch kommt es mit der Zeit zu einem verminderten Ansprechen der Körperzellen auf Insulin („Insulinresistenz“). Dies führt wiederum zu erhöhten Insulinwerten im Blut (Hyperinsulinämie). Im weiteren Verlauf der Hyperinsulinämie über viele Jahre kommt es schließlich auch zu einer Störung der Insulinsekretion des Pankreas.

Für die Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes gibt es eine Reihe von Labortests, wie:

  • Messung von Glukose in Blut und Harn,
  • oraler Glukosetoleranztest (Überprüfung der Reaktion des Organismus auf eine Glukosebelastung),
  • Messung von HbA1c im Blut („Blutzuckergedächtnis“).

Die Früherkennung von Diabetes ist sehr wichtig. Wenn sich bereits eine chronische Stoffwechselstörung gebildet hat, muss sie möglichst früh behandelt werden, um schwere Folgeerkrankungen zu verhindern. Diabetes erfordert eine umfassende Behandlung und Kontrolle. Die richtige Blutzucker-Einstellung verzögert bzw. vermeidet Folgeerkrankungen. Unter ärztlicher Betreuung und mithilfe von Medikamenten, richtiger Ernährung und Bewegung können Blutzuckerwerte gut eingestellt werden.

Ausführliche Informationen zu Diabetes mellitus.

Synonyme: Blutglukose, Glucose (GLUC), Glukose (Traubenzucker)
LOINC: 2345-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mg/dL (Milligramm pro Deziliter) <110 mg/dL <110 mg/dL <110 mg/dL <110 mg/dL
Nüchternblutzucker (keine Kalorienzufuhr in den letzten acht Stunden)        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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