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Albumin (ALB)

Albumin macht in etwa 50 Prozent der Serumeiweißstoffe des Blutes aus, und dieser Eiweißstoff stellt eines der wichtigsten Transportproteine der Blutflüssigkeit dar.

Warum wird Albumin im Blut bestimmt?

Albumin ist das wichtigste Bindungs- und Transportprotein des Organismus. Das gesamte im Körper vorhandene Albumin wird in der Leber gebildet. Die Hauptaufgaben von Albumin umfassen:

  • Aufrechterhaltung des kolloid-osmotischen Drucks. Das ist jener Druck, der vor allem durch das Konzentrationsgefälle von Albumin zwischen der Blutflüssigkeit in den Blutgefäßen und dem Gewebe entsteht.
  • Bindung sowie Transport von schwer wasserlöslichen Substanzen im Blut (bestimmte Aminosäuren, Hormone, fettlösliche Stoffe etc.).

Für die Albuminbestimmung gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Zum einen kann Albumin aus der prozentuellen Albuminfraktion der Serumeiweiß-Elektrophorese sowie dem absoluten (zahlenmäßigen) Messwert des Totalproteins im Blut berechnet werden.
  • Zum anderen existieren eigene Laborverfahren zur exakten Quantifizierung von Albumin im Blut.

Die Bestimmung von Albumin im Blut lässt Rückschlüsse auf folgende Erkrankungen zu:

  • Lebererkrankungen,
  • Eiweißverluste über den Darm oder die Nieren,
  • Abklärung von Ödemen (Flüssigkeitsansammlung im Gewebe).

Was bedeuten erniedrigte bzw. erhöhte Albuminwerte im Blut?

Erniedrigte Albuminwerte findet man unter anderem bei:

  • Lebererkrankungen (verminderte Bildung),
  • akuten Entzündungen,
  • Eiweißmangel (Mangelernährung).

Erhöhte Albuminwerte im Sinn einer echten Hyperalbuminämie kommen praktisch nicht vor. Bei erhöhten Albuminwerten handelt es sich meist um eine Pseudohyperalbuminämie – sprich eine relative Erhöhung von Albumin aufgrund eines Flüssigkeitsverlustes.

Bestimmung von Albumin in anderen Körperflüssigkeiten

Albumin wird nicht nur im Blut bestimmt. Auch in anderen Körperflüssigkeiten hat die Albuminmessung einen hohen diagnostischen Stellenwert:

  • Harn: Harn ist normalerweise eiweißfrei. Der Nachweis von Albumin im Harn kann ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung sein. Beim Nachweis geringster Mengen von Albumin im Harn (20 bis 200 mg/L) spricht man von einer Mikroalbuminurie.
  • Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor): Liquor ist normalerweise eiweißarm. Die Konzentration von Albumin im Liquor beträgt weniger als 350 mg/L. Da das gesamte Albumin des Köpers aus der Leber stammt, ist eine Vermehrung von Albumin im Liquor ein Hinweis auf eine Störung der sogenannten Blut-Liquor-Schranke (z.B. bei Entzündungen im Bereich des Gehirns und/oder Rückenmarks).

LOINC: 1751-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
g/dL (Gramm pro Deziliter) 3,4–4,8 g/dL 3,4–4,8 g/dL 3,4–4,8 g/dL 3,4–4,8 g/dL
Für Neugeborene gelten andere Normalwerte        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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