Wir haben Videos eingebettet, die auf externen Video-Plattformen (z.B. YouTube) liegen. Es besteht die Möglichkeit, dass externe Video-Plattformen Cookies setzen. Wenn Sie dem zustimmen, können solche Videos abgespielt werden. Dazu besuchen Sie bitte unsere Cookie-Einstellungen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Wir haben Videos eingebettet, die auf externen Video-Plattformen (z.B. YouTube) liegen. Es besteht die Möglichkeit, dass externe Video-Plattformen Cookies setzen. Wenn Sie dem zustimmen, können solche Videos abgespielt werden. Dazu besuchen Sie bitte unsere Cookie-Einstellungen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Wir haben Videos eingebettet, die auf externen Video-Plattformen (z.B. YouTube) liegen. Es besteht die Möglichkeit, dass externe Video-Plattformen Cookies setzen. Wenn Sie dem zustimmen, können solche Videos abgespielt werden. Dazu besuchen Sie bitte unsere Cookie-Einstellungen. Weitere Informationen bietet unsere Datenschutzerklärung.

Kolloidosmotischer Druck (KOD)

Synonyme:  onkotischer Druck

Durch die Messung des kolloidosmotischen Drucks im Blut kann die Dynamik des Austausches von Stoffen (z.B. Nährstoffe, ausscheidungspflichtige Stoffwechselprodukte) zwischen Blut und Gewebe beurteilt werden. Der kolloidosmotische Druck ist dabei ein wichtiger Faktor für den Stoffaustausch zwischen Blutgefäßsystem und Gewebe.

  • Adiuretin
  • antidiuretisches Hormon
  • Chlorid (CL)
  • Cystatin C (CYSTC)
  • Glomeruläre Filtrationsrate MDRD (GFMDO)
  • Harnsediment
  • Harnstatus
  • Harnzytologie (HARNZYTO)
  • Kalium (K)
  • Kreatinin (KREA)
  • Kreatinin-Clearance (KRCL)
  • MDRD-GFR
  • Mikroskopische Harnanalyse
  • Mikroskopischer Urinsedimentbefund (SEDBF)
  • Natrium (NA)
  • Osmolalität (OSM)
  • Vasopressin (ADH)

Warum wird der kolloidosmotische Druck im Blut gemessen?

Im Prinzip besteht der menschliche Körper zu mehr als der Hälfte aus Wasser:

  • bei Männern 60 Prozent des Körpergewichtes,
  • bei Frauen 50 Prozent des Körpergewichtes,
  • bei Säuglingen 75 Prozent des Körpergewichtes.

In diesem Körperwasser sind eine Vielzahl an Stoffen gelöst, wobei große Konzentrationsunterschiede zwischen verschiedenen Körperbereichen (sogenannte „Kompartimente“) existieren:

  • innerhalb der Zellen (intrazellulär) überwiegen Kalium und Phosphatester,
  • außerhalb der Zellen (extrazellulär) überwiegen Natrium, Chlorid und Bikarbonat.

Neben diesen Elektrolyten (Natrium, Kalium, Chlorid etc.) befinden sich in den Körperflüssigkeiten auch eine Vielzahl der folgenden Stoffe:

Zur Erfassung all dieser gelösten Stoffe gibt es im Prinzip zwei Messgrößen:

  • Mithilfe der Osmolalität wird die Summe aller in Lösung befindlichen, osmotisch („wasseranziehenden“) wirksamen Stoffe gemessen.
  • Der kolloidosmotische Druck entsteht aufgrund der Tatsache, dass Eiweißstoffe (allen voran Albumin) unter normalen Verhältnissen nicht aus den Blutgefäßen austreten können. Da außerhalb der Blutgefäße (sprich: im Gewebe) eine relativ niedrigere Eiweißkonzentration besteht (dies wird auch durch den Abtransport von Eiweißen aus dem Gewebe über das Lymphsystem begünstigt), baut sich zwischen Blutgefäßsystem und Gewebe ein Druck auf – der kolloidosmotische bzw. „onkotische“ Druck.

Der kolloidosmotische Druck ist ein wichtiger Faktor für den Stoffaustausch zwischen Blutgefäßsystem und Gewebe. Schließlich müssen auf der einen Seite Nährstoffe in das Gewebe gelangen und auf der anderen Seite Stoffwechsel- und Ausscheidungsprodukte aus dem Gewebe abtransportiert werden.

Für diesen Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebe ist dabei das folgende Zusammenspiel zwischen hydrostatischem Druck (Blutdruck) sowie kolloidosmotischem Druck wichtig:

  • Auf der einen Seite überwiegt bei den kleinsten Blutgefäßen (den sogenannten Kapillaren) auf der blutzuführenden („arteriellen“) Seite der hydrostatische Druck. Das führt dazu, dass vor allem nährstoff- und sauerstoffreiche Flüssigkeit ins Gewebe übertritt.
  • Auf der anderen Seite herrscht auf der blutabführenden („venösen“) Seite der Kapillaren ein relatives Überwiegen des kolloidosmotischen Drucks, was wiederum für einen entsprechenden Flüssigkeits- sowie Stoffaustausch aus dem Gewebe zurück in Richtung Blutgefäßsystem verantwortlich ist.

Eine Störung in diesen komplexen Druckverhältnissen kann zu

  • Ödemen führen – das sind vermehrte Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe.

Wie können die Messwerte des kolloidosmotischen Drucks interpretiert werden?

Im medizinischen Labor erfolgt die Messung des kolloidosmotischen Drucks unter Verwendung des

  • Onkometers.
    • Mit diesem Messgerät kann unter standardisierten Bedingungen der kolloidosmotische Druck einer Körperflüssigkeit (insbesondere wird Blutplasma verwendet) gemessen werden. Dieser entspricht der Druckdifferenz und somit dem Flüssigkeitsstrom zwischen dem eiweißreichen Blutplasma und dem dazu relativ eiweißärmeren Gewebe außerhalb der Blutgefäße.

Veränderungen des kolloidosmotischen Drucks können der Ärztin oder dem Arzt bei der Beurteilung der Flüssigkeitsbilanzierung des Körpers helfen.

Insbesondere muss im Rahmen einer Infusionstherapie (z.B. bei intensivmedizinisch betreuten Patientinnen und Patienten) eine exakte Bilanzierung der Nährstoff- sowie Flüssigkeitszufuhr und -ausscheidung erfolgen. Denn hierbei sollte es nicht zu einer Flüssigkeitsüberladung des Körpers bzw. zu einem funktionellen Eiweißmangel innerhalb des Blutgefäßsystems kommen.

Zur Überwachung der Flüssigkeitsbilanz können dementsprechend die Osmolalität von Blut und Harn, der kolloidosmotische Druck, eine Vielzahl klinischer Messgrößen (z.B. Differenz zwischen Harnausscheidungsvolumen und Flüssigkeitszufuhr, Überwachung des Körpergewichtes) sowie weitere Laborwerte (Elektrolyte in Blut und Harn, Gesamteiweiß im Blut, Hormonbestimmungen etc.) herangezogen werden.

Die Überwachung des kolloidosmotischen Drucks kann bei folgenden medizinischen Fragestellungen hilfreich sein:

  • langfristige Infusionsbehandlungen (z.B. künstliche intravenöse Ernährung),
  • Erkrankungen mit hohem Eiweißverlust wie z.B. Verbrennungen, bestimmte Formen von Darmentzündungen („exsudative Entheropathien“) etc.

Weitere Informationen

LOINC: 12186-3

Referenzwerte

Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre Einheit
20–30 mmHg 20–30 mmHg 20–30 mmHg 20–30 mmHg mmHg (Millimeter Quecksilber)

Hinweis

Referenzwerte dienen als Orientierungshilfe bei der Interpretation der Ergebnisse eines Laborbefundes. Unabhängig davon, ob Ihr Testergebnis innerhalb des Referenzbereichs des Labors liegt oder nicht, muss das Ergebnis in Zusammenhang mit Ihren persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft usw.), Krankengeschichte, Medikation und Ergebnissen anderer Untersuchungen betrachtet werden. Sie können einen Wert außerhalb eines Referenzbereichs haben und dennoch völlig gesund sein, und umgekehrt können Sie trotz unauffälliger Werte mit einer unentdeckten Erkrankung leben. Daher sollten diagnostische Untersuchungen (inkl. Laborwerte) immer von einer Ärztin bzw. einem Arzt angefordert und interpretiert werden. In verschiedenen Laboren kommen unterschiedliche Geräte und Testmethoden zum Einsatz, deren Referenzwerte nicht unbedingt deckungsgleich sind. Daher stellen die oben aufgelisteten Referenzbereiche lediglich einen Orientierungsrahmen dar.

Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Referenzwerte?

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 1. Dezember 2025

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Dr. Gerhard Weigl, Facharzt für Medizinische und Chemische Labordiagnostik, Zusatzfach: Zytodiagnostik

Zurück zum Anfang des Inhaltes