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Masern-Virus PCR

Die PCR-Untersuchung auf Masern-Virus-RNA ist ein rasches und hoch sensitives labormedizinisches Verfahren zur Abklärung einer Masern-Virus-Infektion. Bei Masern handelt es sich um eine hoch ansteckende, virale Infektionskrankheit, die durch ein Paramyxovirus (RNA-Virus) hervorgerufen wird.

Warum wird eine Masern-Virus-PCR durchgeführt?

Das Masern-Virus ist ein Paramyxovirus (RNA-Virus), das durch Aerosolbildung von infizierten bzw. erkrankten Personen übertragen wird. Es ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, wobei die Infizierten bereits fünf Tage vor dem Auftreten von Symptomen infektiös sind.

Bei der Masern-Virus-PCR handelt es sich um ein direktes labormedizinisches Nachweisverfahren, bei dem das Erbgut der Masern-Viren (RNA) in Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Liquor – das ist die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) nachgewiesen werden kann.

Der Vorteil der Masern-Virus-PCR ist die rasche Verfügbarkeit der Untersuchungsergebnisse. Darüber hinaus besitzt das PCR-Verfahren eine sehr hohe Sensitivität. Das bedeutet, dass bereits geringste Mengen an Masern-Viren im Untersuchungsmaterial zu einem zuverlässig positiven Ergebnis führen.

Wie ist das Ergebnis der Masern-Virus-PCR zu interpretieren?

Ein positives Ergebnis der Masern-Virus-PCR bedeutet in Kombination mit gegebenenfalls bestehenden typischen Symptomen einen Beweis für das Vorliegen einer Masern-Virus-Infektion.

Allerdings schließt ein negatives Masern-Virus-PCR-Ergebnis eine entsprechende Infektion nicht mit Sicherheit aus. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden grundsätzlichen Untersuchungen für die Abklärung suspekter Beschwerden berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte),
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Expositions- und Impfstatus.

Masern

Bei Masern handelt es sich um eine virale Infektionskrankheit, die durch ein Paramyxovirus (RNA-Virus) hervorgerufen wird. Masern sind eine hoch ansteckende Erkrankung, die durch Aerosole übertragen wird. Es ist eine typische Kinderkrankheit, wobei es nach einer durchgemachten Infektion zu einer lebenslangen Immunität kommt.

Zur Masernprophylaxe gibt es die Möglichkeit der aktiven Immunisierung (Schutzimpfung). Trotzdem sterben weltweit immer noch mehr als eine Million Kinder pro Jahr an dieser Erkrankung – v.a. in Afrika.

Im Hinblick auf die Symptome einer Maserninfektion kommt es nach einer Inkubationszeit von acht bis zehn Tagen zu folgendem Krankheitsbild, wobei die Infizierten bereits fünf Tage vor dem Auftreten von Symptomen infektiös sind:

  • Prodromalstadium (ca. zwei Tage): Entzündung von Nasenschleimhaut und Bindehäuten, Fieber, Husten, Schleimhautausschlag (sogenanntes Enanthem) v.a. am Gaumen mit kalkspritzerartigen Flecken (Kolpik-Flecken).
  • Masernexanthem (nach ca. drei Tagen): Hautausschlag mit großen, ineinander überfließenden bräunlich-rosafarbenen Flecken. Der Ausschlag beginnt oft hinter den Ohren und breitet sich stammwärts aus. In späteren Stadien der Erkrankung kommt es zu einer Schuppung der Haut im Bereich des Hautausschlages.

Neben diesem typischen Verlauf der Masernerkrankung kann es durch zusätzliche bakterielle Infektionen (Superinfektionen) aufgrund der Schwächung des Immunsystems zu Komplikationen kommen:

Zur Diagnose einer Masernerkrankung sind die folgenden Schritte erforderlich:

  • Exakte Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und des Impfstatus,
  • Beurteilung des typischen klinischen Verlaufes (Enanthem, Exanthem etc.)
  • Blutuntersuchungen:
    • Entzündungsparameter im Blut,
    • Nachweis von Antikörpern (Typ IgG und IgM) gegen das Masern-Virus im Blut,
    • Masern-Virus-PCR aus Blut und/oder Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) – Beweis einer Maserninfektion.

Die Behandlung einer Masernerkrankung erfolgt in erster Linie symptomatisch: fiebersenkende Medikamente, Behandlung des Hustens und des Hautausschlages. Bei bakteriellen Superinfektionen kann eine gezielte Gabe von Antibiotika erforderlich sein. Da Masern hoch ansteckend sind, muss auch das Umfeld einer erkrankten Person entsprechend geschützt werden (Quarantänemaßnahmen).

Die wichtigste Schutzmaßnahme stellt bei Masern aber die Schutzimpfung dar:

  • Aktive Immunisierung mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff.

Kandidaten für die Impfung sind

  • Kinder ab dem 12. Lebensmonat sowie
  • nicht immunisierte Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko (Krankenhaus- sowie Kindergartenpersonal).

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit einer sogenannten postexpositionellen Impfung innerhalb von drei Tagen nach Kontakt mit einer erkrankten Person.

Synonyme: Masern-Virus-RNA-PCR/Blut (MAVPB)
LOINC: 48508-6 / MeV RNA XXX Ql PCR

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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