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Noroviren-PCR/Stuhl

Bei der Noroviren-PCR erfolgt der Nachweis von Noroviren-Erbgut (RNA) mittels molekularer Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR) im Stuhl. Ein positives PCR-Ergebnis kann einen Hinweis auf eine Noroviren-Infektion als Ursache einer schweren Durchfallerkrankung darstellen.

Warum wird eine Noroviren-PCR im Stuhl durchgeführt?

Noroviren sind Krankheitserreger, die schwere Durchfallerkrankungen (Diarrhö) hervorrufen können. Sie gehören zur Gruppe der RNA-Viren und sind für den Menschen hoch ansteckend, da sie auch außerhalb des Körpers umweltstabil sind. Aus diesem Grund führen Noroviren häufig zu einem epidemieartigen Auftreten infektiöser Durchfallerkrankungen.

Bei der Noroviren-PCR wird mittels molekularer Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR) virales Erbgut (RNA) von Noroviren im Stuhl nachgewiesen.

Zur Durchführung des PCR-Tests muss eine Stuhlprobe von der Patientin/dem Patienten gewonnen und unter Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen ins Labor eingeschickt werden.

Was bedeutet ein positives Noroviren-PCR-Ergebnis im Stuhl?

Ein positives Noroviren-PCR-Ergebnis im Stuhl bedeutet den Beweis einer Infektion mit Noroviren (Norovirusinfektion).

Auf der anderen Seite legt ein negatives Noroviren-PCR-Ergebnis im Stuhl die Vermutung nahe, dass bei der betroffenen Patientin/dem betroffenen Patienten keine aktuelle Norovirusinfektion vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Virusmenge im Stuhl auch unterhalb der Nachweisgrenze des PCR-Testsystems liegen könnte.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Norovirusinfektion

Noroviren gehören zur Gruppe der RNA-Viren, die beim Menschen schwere, infektiöse Durchfallerkrankungen (Diarrhö) hervorrufen können. Da diese Viren auch außerhalb des Körpers intakt bleiben („umweltstabil“), führen Noroviren häufig zu einem epidemieartigen Auftreten infektiöser Diarrhö-Fälle.

Dabei sind Norovirusepidemien in den Wintermonaten häufiger. Sie treten zumeist in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Krankenhäuser etc.) bzw. auch im Rahmen von Schiffsreisen auf. Noroviren sind hoch ansteckend, und die Infektion erfolgt über Kontakt mit infiziertem Stuhl bzw. Erbrochenem sowie auch über Aerosolbildungen.

Im Hinblick auf die Beschwerden kommt es ca. zehn bis 50 Stunden nach der Ansteckung zu den folgenden typischen Symptomen:

  • wässrige Durchfälle,
  • Übelkeit und
  • schwallartiges Erbrechen.

Darüber hinaus bestehen meist schweres Krankheitsgefühl, Bauchkrämpfe sowie Muskel- und Gliederschmerzen. Die Erkrankung dauert im Durchschnitt ein bis drei Tage.

Für die Diagnose einer Norovirusinfektion ist auf der einen Seite das Beschwerdebild bei der Patientin/dem Patienten typisch sowie ein entsprechend epidemieartiges Auftreten von Norovirusinfektionen. Weiters stehen auch die folgenden Laboruntersuchungen zur Verfügung:

  • Noroviren-Schnelltest im Stuhl: Nachweis von Noroviren-Antigen im Stuhl;
  • Noroviren-PCR: Nachweis von Noroviren-Erbgut (RNA) im Stuhl.

In Bezug auf die Therapie einer Norovirusinfektion stehen nur symptomatische Maßnahmen zur Verfügung. Dazu zählen ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie die Verabreichung von Elektrolytlösungen (eventuell intravenös). Die Gabe von Antibiotika ist bei einer Norovirusinfektion nicht sinnvoll.

Zur Vermeidung weiterer Ansteckungen sowie eines Ausbruchs (v.a. in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen) sollten die betroffenen Patientinnen/Patienten isoliert werden. Weiters sind auch intensive desinfizierende Maßnahmen – allen voran die konsequente hygienische Händedesinfektion – durchzuführen.

Weitere Informationen zu Durchfall (Diarrhö).

Synonyme: Norovirus RNA/Stuhl PCR (NOVPS)
LOINC: 56748-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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