Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

Malaria-Schnelltest

Bei der Bestimmung von Plasmodien-LDH im Blut handelt es sich um ein sogenanntes Schnelltestverfahren zum Nachweis bestimmter Stoffwechselprodukte (LDH) von Malariaerregern im Blut. Die Malaria ist eine tropische Infektionserkrankung, die durch bestimmte Blutparasiten (sogenannte Plasmodien) hervorgerufen wird, welche durch einen Stich entsprechend infizierter Anophelesmücken auf den Menschen übertragen werden können.

Warum wird die Bestimmung der Plasmodien-LDH (Malariaschnelltest) im Blut durchgeführt?

Bei der Bestimmung von Plasmodien-LDH im Blut handelt es sich um ein sogenanntes Schnelltestverfahren zum Nachweis bestimmter Stoffwechselprodukte (LDH) von Malariaerregern im Blut.

Die Malaria (M) ist eine tropische Infektionserkrankung, welche durch die folgenden Blutparasiten (sogenannte Plasmodien) hervorgerufen wird:

  • P. falciparum (M. tropica),
  • P. malariae (M. quartana),
  • P. vivax (M. tertiana),
  • P. ovale (M. tertiana).

Die Plasmodien können durch Stich entsprechend infizierter Anophelesmücken auf den Menschen übertragen werden.

Für den Nachweis der Plasmodien-LDH sind v.a. sogenannte immunchromatographische Untersuchungsverfahren verfügbar, mit denen ein parasitenspezifisches Enzym – die Plasmodien Laktat-Dehydrogenase (LDH) – im Blut nachgewiesen werden kann.

Dabei ist mit diesem Verfahren auch eine Unterscheidung zwischen Infektionen auf der einen Seite mit P. falciparum (maligne Form einer Malariainfektion) bzw. auf der anderen Seite mit P. vivax, P. ovalae sowie P. malariae (benigne Formen einer Malariainfektion) möglich.

Für die Durchführung dieses Schnelltests ist nur eine einfach Blutabnahme erforderlich. Das Ergebnis steht innerhalb weniger Viertelstunden zur Verfügung.

Da mit diesem Untersuchungsverfahren aber ausschließlich das Vorhandensein lebender Malariaparasiten im Blut der Patientinnen/Patienten nachgewiesen wird, kann diese Untersuchungsmethode nicht mit analytischen Strategien verglichen werden, bei denen z.B. das Erbgut der Plasmodien (Plasmodien-DNA) gemessen wird (Malaria-PCR).

Andererseits kann mittels der Plasmodien-LDH-Bestimmung im Blut aber auch die Überwachung der Malariatherapie erfolgen, sofern es im Zuge einer erfolgreichen Behandlung zu einem Abfall der Plasmodien-LDH-Werte im Blut der Patientinnen/Patienten kommt.

Wie ist das Ergebnis der Plasmodien-LDH-Bestimmung im Blut (Malariaschnelltest) zu interpretieren?

Ein positives Ergebnis der Plasmodien-LDH-Bestimmung im Blut bedeutet einen Hinweis auf eine Infektion mit entsprechenden Malaria-Plasmodien, wobei gängige immunchromatographische Testverfahren auch eine Differenzierung zwischen Infektionen auf der einen Seite mit P. falciparum (maligne Form einer Malariainfektion) bzw. auf der anderen Seite mit P. vivax, P. ovalae sowie P. malariae (benigne Formen einer Malariainfektion) ermöglichen.

Die meisten kommerziellen Testsysteme haben eine gute Sensitivität sowie Spezifität für den Nachweis dieser Blutparasiten-Stoffwechselprodukte, wobei

  • Sensitivität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig positives Ergebnis liefert, wenn wirklich eine entsprechende Infektion vorliegt, und
  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Ein negatives Ergebnis der Plasmodien-LDH-Bestimmung im Blut legt die Vermutung nahe, dass in der Blutprobe der jeweiligen Patientin/des jeweiligen Patienten keine lebenden Plasmodien vorliegen. Eine Malariainfektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Konzentration der Plasmodien auch unterhalb der Nachweisgrenze des Testsystems liegen könnte, was z.B. aber auch im Anschluss an eine erfolgreiche Malariatherapie der Fall ist.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Generell gilt, dass bei labordiagnostischen Verfahren zum Malarianachweis das Blut der Patientinnen/des Patienten nach Möglichkeit während eines Fieberschubes abgenommen werden sollte, da hier die Konzentration der Plasmodien im Blut am höchsten ist.

Hinweis Im Hinblick auf den diagnostischen Ausschluss einer Malaria gilt, dass jegliche Fiebersymptomatik bei einer Patientin/einem Patienten im Anschluss an einen Tropenaufenthalt so lange als Malaria gilt, bis das Gegenteil bewiesen wurde.

Malaria (sogenanntes Wechselfieber)

Bei Malaria handelt es sich um eine tropische Infektionskrankheit, die durch Übertragung von Malariaparasiten (sogenannte Plasmodien) meist aufgrund eines Stichs durch eine bestimmte Mückengattung (Anophelesmücke) hervorgerufen wird.

Insgesamt ist Malaria nach der Tuberkulose die weltweit zweithäufigste Infektionserkrankung, wobei etwa eine halbe Milliarde Menschen infiziert sind (sogenannte Prävalenz der Erkrankung.). Mehr als 90 Prozent der Malariainfektionen entfallen dabei auf die Bevölkerung im Bereich des afrikanischen Kontinents.

Bei den Erkrankungserregern der Malaria – den Plasmodien – handelt es sich um Parasiten aus der Gattung der Sporozoen, die im menschlichen Körper die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befallen und sich in diesen intrazellulär vermehren.

Beim Stich durch die Anophelesmücke können Sporozoiten aus der Speicheldrüse der Mücke in den menschlichen Organismus gelangen, die zuerst die Leber der betroffenen Patientinnen bzw. des betroffenen Patienten befallen. In der Leber wachsen die Parasiten heran und verteilen sich schließlich im Verlauf des ersten Fieberanfalls als Merozoiten über den Blutkreislauf. Im Blut dringen die Merozoiten in die roten Blutkörperchen ein und wachsen in diesen zu Schizonten heran, die wiederum zu Merozoiten zerfallen, welche nach Zerstörung der befallenen Erythrozyten im nächsten Schritt wiederum weitere rote Blutkörperchen infizieren.

Da dieser Entwicklungszyklus in Abhängigkeit von der Plasmodiengattung mit einem unterschiedlichen Rhythmus abläuft, kommt es im Rahmen der Malariainfektion zu den klassischen Fieberschüben:

  • Malaria quartana (benigne Form): Fieberschub jeden vierten Tag (d.h. zwei fieberfrei Tage zwischen den Schüben); wird durch Plasmodien (P.) der Gattung P. malariae hervorgerufen.
  • Malaria tertiana (benigne Form): Fieberschub jeden dritten Tag (d.h. ein fieberfreier Tag zwischen den Schüben); wird durch P. vivax bzw. P. ovale hervorgerufen.
  • Malaria tropica (maligne Form): unregelmäßige Fieberschübe; wird durch P. falciparum hervorgerufen.

Im Hinblick auf das Krankheitsbild bei Malaria dominieren Fieberschübe unterschiedlicher Rhythmik in Abhängigkeit von der Plasmodiengattung. Weiters können die folgenden Symptome auftreten:

  • Kopf- und Gliederschmerzen,
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle,
  • Vergrößerung von Leber und/oder Milz,
  • Veränderungen des Blutbildes (Blutarmut [Anämie], Blutplättchenmangel etc.),
  • Abfall des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) u.v.m.

Bei schweren Verlaufsformen kann es auch zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen, wobei die Malaria tropica in ca. einem Prozent der Fälle trotz rechtzeitiger Behandlung tödlich verläuft – unbehandelt führt die Infektion in mehr als 20 Prozent der Fälle zum Tod durch:

  • Störung der Gehirndurchblutung mit Verwirrtheit bis hin zum Koma,
  • Herz-Kreislauf- und Atemversagen sowie
  • Nierenversagen.

Zur Diagnose einer Malaria ist in erster Linie die exakte Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) entscheidend:

  • Bei Auftreten von Fieber während einer Tropenreise bzw. im Anschluss daran sollte eine entsprechende diagnostische Abklärung in Hinblick auf eine mögliche Malariainfektion erfolgen.
  • Da Malariaparasiten auch sogenannte Hypnozoiten (parasitäre Dauerformen) bilden können, sind auch Rezidive (d.h. Wiederauftreten der Erkrankung nach Abheilung) möglich. Diese können sogar bis zu zwei Jahre nach einer Tropenreise auftreten.

Neben der Anamnese sollten auch die folgenden Laboruntersuchungen zur Diagnosestellung bzw. zum Ausschluss einer Malaria sowie zur Verlaufskontrolle im Rahmen der Therapie durchgeführt werden:

  • Malariaerregersuche im Blutausstrich und/oder im sogenannten „dicken Tropfen“ (ein spezielles Anreicherungsverfahren für Plasmodien);
  • Malariaschnelltest: Nachweis von spezifischen Stoffwechselprodukten der Plasmodien (Plasmodien-LDH);
  • Bestimmung von Plasmodienantikörpern im Blut: hierbei handelt es sich um Bestätigungsverfahren bzw. eine Möglichkeit zur Untersuchung des Durchseuchungsgrades bestimmter Bevölkerungsgruppen;
  • Nachweis von Plasmodienerbgut (DNA) im Blut.

In Bezug auf die Behandlung einer Malaria sollten die betroffenen Patientinnen/Patienten sogar bereits in bloßen Verdachtsfällen in einem Krankenhaus aufgenommen und entsprechend untersucht werden. Der rechtzeitige sowie frühestmögliche Behandlungsbeginn ist dabei für den Therapieerfolg sowie eine Ausheilung wichtig.

Zur Vermeidung einer Malariaansteckung ist in erster Linie die sogenannte Expositionsprophylaxe bei Tropenreisen zu berücksichtigen:

  • Diese umfasst sämtliche Vorsorgemaßnahmen, um sich vor einem Mückenstich zu schützen (Insektenschutzgitter, Aufenthalte im Freien bei Dämmerung vermeiden, Repellents u.v.m.).

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeiten der sogenannten

  • Chemoprophylaxe sowie
  • Notfallselbstbehandlung mit bestimmten Medikamenten.

Diesbezügliche Informationen sind vor einer Tropenreise bei den entsprechenden Instituten für Tropenmedizin vonseiten der Reisenden einzuholen.

Weitere Informationen finden Sie unter

Synonyme: Plasmodien-LDH/Blut (PLLDH)
LOINC: 53248-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse