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Listeria-monocytogenes-Bakterienkultur (LIMKLT)

Bei Listerien handelt es sich um eine weitverbreitete Bakterienart. Beim Menschen kann v.a. die Bakteriengruppe Listeria monocytogenes Infektionen hervorrufen, die meist durch den Verzehr kontaminierter Nahrungsmittel übertragen werden. Das mikrobiologische Verfahren der Bakterienkultur ist eine diagnostische Möglichkeit zum Beweis einer Listerien-Infektion. Hierbei erfolgt eine Isolierung und Anzucht der die Erkrankung verursachenden Bakterien. In weiterer Folge kann auch ein Antibiogramm zur Ermittlung der idealen Therapie durchgeführt werden.

Warum wird eine Listerien-Bakterienkultur durchgeführt?

Listerien sind eine in der Natur weitverbreitete Bakterienart. Ein besonderer Vertreter dieser Bakterien-Gruppe, der beim Menschen Infektionen hervorrufen kann, ist

  • Listeria monocytogenes.

Die Infektion mit Listeria monocytogenes erfolgt meist über bestimmte Nahrungsmittel wie Rohmilchprodukte, Räucherfisch etc.

Die Infektion verläuft zumeist ohne bzw. mit leichten grippeähnlichen Beschwerden. Bei Personen mit einer Schwächung des Immunsystems sowie bei Neugeborenen und älteren Menschen kann es aber zu schwer bis tödlich verlaufenden Infektionen kommen.

Zur Diagnose einer Infektion mit Listeria monocytogenes gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Bestimmung von Listerien-Antikörpern im Blut,
  • Listerien-Bakterienkultur aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien sowie
  • Nachweis von Listerien-Erbgut (DNA bzw. RNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien.

Das mikrobiologische Verfahren der Bakterienkultur ist die wichtigste diagnostische Möglichkeit zum Beweis einer Listerien-Infektion. Hierbei erfolgt eine Isolierung und Anzucht der die Erkrankung verursachenden Bakterien. In weiterer Folge kann auch ein Antibiogramm zur Ermittlung der idealen Therapie durchgeführt werden.

Für eine Listerien-Bakterienkultur können u.a. die folgenden Untersuchungsmaterialien gewonnen werden:

  • Blut (sogenannte Blutkultur zum Nachweis einer Listerien-Bakteriämie),
  • Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit),
  • Harn,
  • Stuhl,
  • Fruchtwasser,
  • Vaginalabstriche sowie
  • Lebensmittelproben.

Wie ist das Ergebnis der Listerien-Bakterienkultur zu interpretieren?

Die Bakterienkultur ist ein direktes Nachweisverfahren der medizinischen Bakteriologie. Bei der Kultur erfolgt eine Anzucht der Bakterien auf besonderen Kulturmedien.

Durch Kombination der Bakterienkultur mit weiterführenden Methoden (biochemische Differenzierung, sogenannte bunte Reihe, spezifische PCR-Verfahren sowie MALDI-TOF-Massenspektrometrie) können die bakteriellen Krankheitserreger exakt identifiziert werden.

Das spezifische Ergebnis der Bakterienkultur gilt als Beweis für den ursächlichen (kausalen) Zusammenhang zwischen dem identifizierten bakteriellen Krankheitserreger und der jeweils bestehenden bakteriellen Infektionserkrankung.

Darüber hinaus werden im Zuge der Bakterienkultur auch sogenannte Antibiogramme angefertigt, die für die entsprechende Therapie der jeweiligen Infektionserkrankung entscheidende Informationen bereitstellen.

Listeriose

Bei Listerien handelt es sich um sporenlose, in der Gramfärbung positive Stäbchenbakterien, die in der Natur weitverbreitet vorkommen. Insgesamt gibt es sieben sogenannte Listeria-Spezies, von denen die meisten für den Menschen aber harmlos (apathogen) sind. Aufgrund der weiten Verbreitung dieser Bakterien sind viele Menschen sogar immun gegenüber Listerien.

Die wichtigste Listeria-Spezies, die beim Menschen Infektionen hervorrufen kann, ist

  • Listeria monocytogenes.

Von Listeria monocytogenes gibt es insgesamt 15 Untergruppen (sogenannte Serovare), von denen die Serovare 4b, 1/2a und 1/2b Erkrankungen hervorrufen können. Listeria monocytogenes kann aber bei rund zehn Prozent gesunder Menschen (und auch Tiere) im Darm nachgewiesen werden, ohne dass hier mit Erkrankungsfällen zu rechnen ist.

Die Infektion mit Listeria monocytogenes erfolgt in den meisten Fällen über bestimmte Nahrungsmittel:

  • Rohmilchprodukte,
  • bestimmte Käsesorten aus Rohmilchproduktion,
  • Rohwürste,
  • rohes Faschiertes,
  • Räucherfisch und -lachs, etc.

Da sich Listerien auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren können, kommt den hygienischen Maßnahmen bei der Aufbewahrung dieser Nahrungsmittel ein hoher Stellenwert zu.

Im Hinblick auf das Krankheitsbild einer Listerien-Infektion verläuft diese bei ansonsten gesunden (immunkompetenten) Personen in der Mehrzahl der Fälle symptomlos. Manchmal kann es nach einer Inkubationszeit von drei bis 70 Tagen zu leichten grippeähnlichen Beschwerden kommen.

Erhebliche bis schwere Verläufe einer Listerien-Infektion können bei folgenden Personengruppen vorkommen:

  • Neugeborenen,
  • älteren Menschen sowie
  • Menschen mit einer Schwächung des Immunsystems (z.B. Tumorpatienten, HIV-Infizierte, Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten).

In diesen Fällen kann die Listerien-Infektion mit einem grippeähnlichen Beschwerdebild verlaufen:

  • Fieber,
  • Muskelschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Durchfall etc.

In seltenen Fällen kann es auch zu einem dramatischen Krankheitsverlauf mit Beteiligung des zentrales Nervensystems (Gehirnhautentzündung) sowie anderer Organsysteme (Herz, Nieren etc.) kommen (sogenannte septische Verlaufsform – in bis zu einem Drittel der Fälle tödlich).

Gefährlich können Listerien-Infektionen während der Schwangerschaft sein. Diese können bei einer Infektion in frühen Phasen der Schwangerschaft Totgeburten zur Folge haben. Bei einer späteren Infektion während der Schwangerschaft kann es zu schweren septischen Infektionsverläufen beim Neugeborenen kommen (sogenannte konnatale Listeriose).

Für die Diagnostik einer Listerien-Infektion kommen die folgenden Laboruntersuchungen infrage:

  • Blutbilduntersuchungen (Vermehrung von Monozyten im peripheren Blut),
  • Bestimmung von Listerien-Antikörpern im Blut,
  • Listerien-Bakterienkultur aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien sowie
  • Nachweis von Listerien-Erbgut (DNA bzw. RNA) mittels des Laborverfahrens der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) aus unterschiedlichen Untersuchungsmaterialien.

Die Therapie einer Listerien-Infektion erfolgt durch Gabe bestimmter Antibiotika über zumindest zwei Wochen:

  • Amoxicillin in Kombination mit einem Aminoglykosid;
  • als Alternative kommen Cotrimoxazol bzw. Makrolide infrage.
Zur Vermeidung einer Listerien-Infektion kommt der Nahrungsmittelhygiene der höchste Stellenwert zu, was Produktion, Lagerung und Verbrauch der Lebensmittel durch die Konsumentinnen und Konsumenten betrifft. Generell sollten gefährdete Personengruppen auf den Verzehr von Rohmilchprodukten (v.a. bestimmte Käsesorten, Käse mit Rinde) sowie geräucherten Nahrungsmitteln verzichten.
Synonyme: Listerien-Bakterienkultur
LOINC: 6609-2 / Listeria XXX Cult

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
negativnegativnegativnegativ


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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