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Gonokokken (mikroskopischer Erregernachweis)

Zur Abklärung einer Gonokokken-Infektion (Gonorrhoe) ist der mikroskopische Erregernachweis aus Abstrichmaterialien ein rasches und kostengünstiges Verfahren, um einen vorläufigen Erkrankungsverdacht zu bestätigen. Zum Beweis einer Erkrankung werden weiterführende Verfahren wie Bakterienkultur sowie molekulare Verfahren (PCR) durchgeführt.

Mikroskopischer Erregernachweis bei Verdacht auf Gonorrhoe

Die Gonorrhoe (auch als „Tripper“ bekannt) ist eine weltweit häufige Geschlechtskrankheit, die durch bestimmte Bakterien hervorgerufen wird und zwar durch:

  • Gonokokken (Neisseria gonorrhoeae).

Zur Diagnose einer Gonorrhoe kommen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Anwendung.

Da es bei dieser Erkrankung häufig zu schleimig-eitrigem Ausfluss aus der Harnröhre kommt, ist die Untersuchung dieses Sekrets im Hinblick auf den Nachweis der typischen Bakterien der erste Schritt.

Dazu wird zuerst ein Abstrich aus der Harnröhre vorgenommen. Dieses Untersuchungsmaterial kann wie folgt weiter untersucht werden:

  • Gramfärbung und mikroskopischer Erregernachweis,
  • Bakterienkultur und Antibiogramm,
  • molekulare Nachweisverfahren (Polymerase-Ketten-Reaktion – PCR).

Neben dem Abstrichmaterial aus der Harnröhre kommen bei der Abklärung eines Verdachtes auf eine Gonokokken-Infektion aber auch noch andere Untersuchungsmaterialien zum Einsatz. Typischerweise werden hier vor allem Abstriche aus den folgenden Körperregionen untersucht:

  • Zervix (Gebärmutterhals),
  • Rachen,
  • Analbereich,
  • Bindehaut (beim Neugeborenen).

Wie ist das Ergebnis des mikroskopischen Befundes zu interpretieren?

Zur Abklärung eines Verdachtes auf Gonorrhoe (Infektion mit Neisseria gonorrhoeae – auch „Gonokokken“ genannt) wird das Untersuchungsmaterial nach der Gram-Methode gefärbt und mikroskopisch begutachtet.

Bei den Gonokokken handelt es sich um

  • Gram-negative Diplokokken – diese erscheinen bei der mikroskopischen Begutachtung als rot abgefärbte Bakterien.
  • Darüber hinaus sind die Gonokokken z.T. auch intrazellulär im Zytoplasma von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gelegen.

In Kombination mit den für Gonorrhoe typischen Beschwerden kann aufgrund des mikroskopischen Befundes ein erster Verdacht auf das Vorliegen einer Gonokokken-Infektion ausgesprochen werden.

Zum Beweis einer Gonorrhoe-Erkrankung werden weiterführende Verfahren wie

  • Bakterienkultur (plus Antibiogramm) sowie
  • molekulare Verfahren (PCR) durchgeführt.

Gonorrhoe (Tripper)

Die Gonorrhoe gehört zur Gruppe der sexuell übertragbaren Erkrankungen (STD), diese werden auch als Geschlechtskrankheiten bezeichnet.

Die Ursache der Gonorrhoe ist eine bakterielle Infektion mit Neisseria gonorrhoeae (auch „Gonokokken“ genannt). Diese Bakterien gehören in die Gruppe der Gram-negativen Kokken (Diplokokken).

Der häufigste Übertragungsweg von Gonokokken ist der Geschlechtsverkehr, wobei zirka ein Viertel aller Männer und rund die Hälfte aller Frauen mit einer Gonokokken-Infektion keine Beschwerden haben und somit über ihren Infektionszustand gar nicht Bescheid wissen.

Die typischen Beschwerden einer Gonorrhoe sind

  • bei Frauen: schleimig-eitriger Ausfluss aus Scheide und Harnröhre (Zervizitis, Urethritis) sowie eine Entzündung der Bartholini’schen Drüsen (Bartholinitis);
  • bei Männern: eitriger Ausfluss aus der Harnröhre sowie Jucken und Brennen beim Urinieren (akute Urethritis).

Weiters kann es auch zu entzündlichen Beschwerden im Analbereich kommen (sogenannte „Proktitis“).

Komplikationen einer Gonokokken-Infektion können die folgenden Erkrankungen umfassen:

  • ausgedehnte Unterleibsentzündungen bei Frauen,
  • Prostataentzündungen bei Männern,
  • Gonokokken-Sepsis,
  • Gehirnhautentzündung,
  • Gelenksentzündungen u.v.m.

Bei Neugeborenen (Infektion bei der Geburt) kann eine eitrige Bindehautentzündung (Konjunktivits) auftreten.

Für die Diagnose einer Gonorrhoe kommen in erster Linie direkte mikrobiologische Verfahren zum Erregernachweis zur Anwendung:

  • Gramfärbung und mikroskopischer Erregernachweis: Gram-negative Diplokokken (oft intrazellulär in weißen Blutkörperchen gelegen);
  • Bakterienkultur und Antibiogramm aus möglichst frischem Abstrichmaterial (Harnröhre, Zervix, Rachen, Analbereich, Bindehaut);
  • PCR-Verfahren aus Abstrichmaterialien und Harn.

Zur Behandlung der Gonorrhoe kommen Antibiotika zum Einsatz, wobei v.a. Cephalosporine der zweiten und dritten Generation am effektivsten sind (Einmaltherapie). Eine Woche nach der Therapie sollte zur Kontrolle ein weiterer Abstrich sowie eine Bakterienkultur des Abstrichmaterials durchgeführt werden. Gegebenenfalls kann auch die Behandlung der Sexualpartnerin bzw. des Sexualpartners erforderlich sein.

Weitere Informationen finden Sie unter Gonorrhoe (Tripper).

Synonyme: Neisseria-gonorrhoeae-Mikroskopie (NGOMIK)
LOINC: 41599-2, 27112-2

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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