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ASTAL

Antistaphylolysin sind vom Körper gebildete Antikörper gegen Giftstoffe (Toxine), die von bestimmten Bakterien (Staphylokokken) bei einer entsprechenden Infektion gebildet werden. Die Bestimmung von Antistaphylolysin im Blut lässt daher Rückschlüsse auf diese Infektionserkrankungen zu.

Warum wird Antistaphylolysin im Blut bestimmt?

Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist (Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten etc.).

Bestimmte Bakterien können Giftstoffe (Toxine) bilden. Auch gegen diese Toxine kann das Immunsystem des Körpers Antikörper produzieren. Diese Antikörper entsprechen dann sozusagen einem „Gegengift“.

Antistaphylolysin sind solche Antikörper, die gegen das Bakteriengift „Staphylolysin“ gerichtet sind. Dieses Gift führt zu einer Zerstörung von roten Blutkörperchen („Hämolyse“) und wird von einer weitverbreiteten Gruppe von Bakterien gebildet:

  • den sogenannten Staphylokokken.

Zum Nachweis einer Staphylokokken-Infektion kann Antistaphylolysin im Blut gemessen werden.

Was bedeuten erhöhte Antistaphylolysin-Werte im Blut?

Erhöhte Antistaphylolysin-Werte im Blut können einen Hinweis auf eine Staphylokokken-Infektion darstellen.

Allerdings gilt dieser Labortest als wenig zuverlässig, weshalb ein direkter Erregernachweis (Bakterienkultur) in allen Fällen die bessere Nachweismethode ist.

Staphylokokken-Infektionen

Staphylokokken sind Bakterien, die typischerweise eitrige Infektionen hervorrufen können. Diese Bakterien sind weitverbreitet und werden in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Koagulase-negative Staphylokokken
    • hier existieren viele verschiedene Bakterienspezies (der am häufigsten vorkommende Stamm ist Staphylococcus epidermidis)
  • Koagulase-positive Staphylokokken
    • z.B. Staphylococcus aureus

Zu den typischen Infektionserkrankungen, die von Staphylokokken hervorgerufen werden, zählen vor allem

  • eitrige Infektionen wie z.B.
    • Follikulits – eine eitrige Infektion von Haarwurzeln,
    • Furunkel – eine eitrige Infektion der Haarwurzeln sowie der angeschlossenen Talgdrüsen.

Zu den schweren Staphylokokken-Infektionen gehören

  • Abszesse (sogenannte Eitergeschwüre),
  • Staphylokokken-Sepsis (Blutvergiftung),
  • Knocheninfektionen (Osteomyelitis) etc.

Zur Diagnostik einer Staphylokokken-Infektion gibt es im medizinischen Labor unterschiedliche Verfahren:

  • Mikroskopische Erregerdiagnostik:
    • Nachweis typisch gefärbter (in der Färbung nach „Gram“ positiv – also blau) Bakterienhaufen unter dem Mikroskop.
  • Bakterienkultur und Antibiogramm:
    • Anzüchtung der Bakterien in einem Nährmedium.
    • In einem zweiten Schritt kann die Empfindlichkeit der Staphylokokken gegenüber verschiedenen Antibiotika getestet werden (sogenanntes Antibiogramm).
  • Blutuntersuchungen (Serologie):
    • Antistaphylolysin-Werte im Blut (dieser Labortest ist wenig zuverlässig).

Die Therapie einer Staphylokokken-Infektion hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Bei leichten Hautinfektionen sind zumeist lokalhygienische Maßnahmen ausreichend. Bei schweren Infektionen sollten im Idealfall jene Antibiotika eingesetzt werden, gegen die der für die Infektion verantwortliche Bakterienstamm empfindlich ist. Dies sollte mithilfe eines Antibiogramms vor Therapiebeginn ermittelt werden.

MRSA – Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus

Aufgrund des weitverbreiteten Einsatzes von Antibiotika ist es mit der Zeit zur Herausbildung von Bakterienstämmen gekommen, die gegen eine Reihe von bislang wirksamen Antibiotika unempfindlich geworden sind – man spricht von der Entstehung sogenannter „resistenter Keime“.

Solche Keime treten oft in Krankenhäusern auf und können zu hartnäckigen, schwer behandelbaren Infektionen führen:

Ein Beispiel eines solchen problematischen Spitalskeims ist der

  • Methicillin-resistente Staphylococcus aureus – MRSA.

Diese Bakterien sind gegen die normalerweise bei Staphylokokken-Infektionen wirksamen Antibiotika (ursprünglich wurde hier das Ende der 50er-Jahre entwickelte Antibiotikum „Methicillin“ eingesetzt) resistent.

Die Behandlung von durch MRSA bzw. andere „Spitalskeime“ hervorgerufene Infektionen stellen ein zunehmend größer werdendes Problem für das gesamte Gesundheitssystem dar. Die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung dieser Infektionen – insbesondere auch im Krankenhausbereich – sind:

  • Peinlichst genaue Befolgung von Hygienerichtlinien,
    • allem voran die hygienische Händedesinfektion sowie
    • Verwendung von Einmalhandschuhen etc.
  • Quarantänemaßnahmen bei Auftreten von MRSA-Fällen.
    • In manchen Ländern (z.B. den Niederlanden) existieren bereits flächendeckende Quarantäneprogramme im Vorfeld eines stationären Krankenhausaufenthalts, indem alle Patientinnen/Patienten vor der Verlegung auf eine Normalstation einer MRSA-Screeninguntersuchung unterzogen werden.
Synonyme: Antistaphylolysin (ASTA), Staphylokokken-Antikörper
LOINC: 5366-0

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
Units pro Milliliter (U/ml) <2,0 U/ml <2,0 U/ml <2,0 U/ml <2,0 U/ml

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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