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Prostataspezifisches Antigen (PSA)

PSA ist ein Eiweißstoff (Glykoprotein), der hauptsächlich in der Vorsteherdrüse (Prostata) des Mannes gebildet wird. Bei Erkrankungen der Prostata kann PSA im Blut erhöht sein.

Warum wird PSA im Blut bestimmt?

PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweißstoff (Glykoprotein), der hauptsächlich in der Vorsteherdrüse (Prostata) des Mannes gebildet wird. PSA ist hauptverantwortlich für die Verflüssigung des Ejakulates und damit für die Beweglichkeit der Spermien. Bei Erkrankungen der Prostata kann PSA im Blut erhöht sein.

In der Medizin wird PSA vor allem als sogenannter „Tumormarker“ für Tumore der Prostata (Prostatakarzinom) eingesetzt.

Einerseits kann PSA zur Suche nach einem Prostatakarzinom verwendet werden. Andererseits ist die Messung von PSA im Blut aber insbesondere nach der Diagnose eines Prostatakarzinoms wichtig. Die Höhe der Messwerte dient dabei zur Beurteilung

  • des bisherigen Krankheitsverlaufs,
  • der Prognose (Abschätzung des weiteren Krankheitsverlaufes) sowie
  • des Therapieerfolges.

Hinweis Die Messung von PSA im Blut darf auch als Suchtest für ein Prostatakarzinom verwendet werden. Allerdings gibt es eine Reihe von gutartigen Erkrankungen, bei denen PSA erhöht sein kann (70 Prozent der Männer mit erhöhtem PSA-Wert haben kein Prostatakarzinom).

Was bedeuten erhöhte PSA-Werte im Blut?

PSA kann einerseits bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen der Prostata im Blut erhöht sein:

  • Prostataentzündung (Prostatitis)
  • Prostatahypertrophie (gutartige Vergrößerung der Prostata im Alter)
  • im Anschluss an eine rektale Untersuchung bzw. eine Abtastung der Prostata

Auf der anderen Seite kann PSA aber auch bei einem bösartigen Tumor der Prostata im Blut erhöht sein:

  • Prostatakarzinom

Tumormarker

Unter dem Begriff Tumormarker werden im Blut sowie in anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Ergüssen) zirkulierende (humorale Tumormarker) bzw. auf der Zelloberfläche lokalisierte (zelluläre Tumormarker wie z.B. Hormonrezeptoren beim Mammakarzinom) Makromoleküle subsumiert. Bei diesen Stoffen handelt es sich zumeist um Proteine mit einem Kohlenhydrat- oder Lipidanteil, deren Auftreten und Konzentrationsänderungen mit dem Entstehen und Wachstum von Tumoren in Verbindung gebracht werden kann.

In der Diagnostik erlaubt die Bestimmung der Tumormarker Rückschlüsse auf das Vorliegen, den Verlauf sowie die Prognose einer Krebserkrankung. Den größten Stellenwert hat dabei die Verlaufskontrolle des jeweiligen Markers.

Hinweis In der Regel sind Tumormarker als Suchtest bzw. Vorsorge für eine Tumorerkrankung ungeeignet!

Generell sollte bei der Tumordiagnostik immer der folgende Stufenplan eingehalten werden:
  • Stufe 1: Indikationsstellung für eine Tumordiagnostik (z.B. Abklärung einer Verschattung im Lungenröntgen, eines Knotens beim Abtasten der Brust, eines Geschwürs in der Darmspiegelung etc.)
  • Stufe 2: Mikroskopischer Nachweis von Krebszellen (Zytologie) und/oder Krebsgewebe (Histologie)
  • Stufe 3: Bestimmung von Tumormarkern (Zell-Tumormarker, Gewebs-Tumormarker, Blut-Tumormarker)

Bei diesem Stufenplan zur Abklärung eines Tumorverdachtes sind die einzelnen Stufen eins bis drei immer genau wie bei einer Stiege zu nehmen – nämlich eine nach der anderen.

Weitere Informationen finden Sie unter
LOINC: 2857-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
µg/l (Mikrogramm pro Liter) <4 µg/l <4 µg/l <4 µg/l <4 µg/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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