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Magnesium (MG)

Magnesium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe im Körper. Es findet sich vor allem innerhalb der Körperzellen und ist für die Energiebereitstellung sowie die Zellteilung wichtig.

Warum wird Magnesium im Blut bestimmt?

Magnesium ist einer der wichtigsten Mineralstoffe im Körper. Magnesium ist darüber hinaus auch der wichtigste Gegenspieler zum Kalzium im Stoffwechsel – mit positiven Effekten auf Blutdruck und Herz-Kreislauf-Regulation.

Sofern die Nieren gesund sind und einwandfrei funktionieren, kann es normalerweise nicht zu einem Magnesiumüberschuss im Körper kommen (Hypermagnesiämie).

Die Abklärung eines Magnesiummangels ist aber schwierig, da sich dieser Mineralstoff vor allem intrazellulär (98 Prozent) findet. Bei bestimmten Symptomen wird aber die Bestimmung von Magnesium in Blut und Harn empfohlen:

  • Herzrhythmusstörungen,
  • neurologische Störungen: z.B. Tremor (Zittern), Krampfneigung,
  • Magen-Darm-Erkrankungen (Malabsorptionssyndrom) etc.

Was bedeuten erhöhte/niedrige Magnesiumwerte?

Erhöhte Magnesiumwerte im Blut finden sich bei folgenden Erkrankungen:

  • Nierenversagen
  • bestimmten Hormonerkrankungen (Morbus Addison – Unterfunktion der Nebennierenrinde)

Niedrige Magnesiumwerte im Blut finden sich bei folgenden Erkrankungen:

  • zu geringe Magnesiumzufuhr: Alkoholismus, Magen-Darm-Erkrankungen,
  • Magnesiumverlust über die Nieren: Einnahme von Entwässerungsmedikamenten (Diuretika), bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
  • schwere Durchfälle, Erbrechen,
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Krampfneigung (Tetanie)

Unter dem Begriff Krampfneigung (Tetanie) versteht man eine oft anfallsartige Übererregbarkeit der Muskulatur. Dabei kann es zu den folgenden Beschwerden kommen:

  • u.U. schmerzhafte Verkrampfungen,
  • Gesichtszuckungen,
  • Störungen der Sensibilität (gesteigertes bzw. vermindertes Schmerzempfinden).

Die Ursachen für eine Tetanie sind vielfältig, wobei insbesondere bestimmte Laborwerte (Elektrolyt- und Mineralstoffwerte im Blut) bedeutsam sind. Zur Abschätzung einer Krampfneigung anhand von Laborwerten existiert daher eine einfache Formel (György-Formel):

György-Formel © Dr. Gerhard Weigl






Gemäß dieser Formel steigt die Krampfneigung bei

  • hohen Werten von Kalium, Phosphat sowie Bikarbonat im Blut und bei
  • niedrigen Werten von Kalzium, Magnesium und Wasserstoffionen (niedriger pH-Wert) im Blut.

Die Veränderungen dieser Laborwerte sind zumeist Ausdruck einer bestimmten zugrunde liegenden Erkrankung. Die häufigsten Ursachen sind:

  • hormonelle Störungen:
    • Erkrankungen der Schilddrüse: verminderte Bildung des Hormons Calcitonin (senkt das Blut-Kalzium) bzw.
    • Erkrankung der Nebenschilddrüse: verminderte bzw. gesteigerte Bildung des Parathormons (steigert das Blut-Kalzium);
  • chronische Nierenerkrankungen (Verlust von Kalzium und Magnesium sowie gestörte Bildung von Vitamin D);
  • Magen-Darm-Erkrankungen (verminderte Aufnahme von Kalzium und Magnesium – sogenannte Malabsorption);
  • angeborene Erkrankungen etc.

Die Behandlung der Tetanie richtet sich nach der Ursache. Im akuten Fall kann eine Therapie mit Kalzium erforderlich sein.

Weitere Informationen zu Magnesium in der Ernährung finden Sie unter Magnesium.

LOINC: 2601-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mmol/l (Millimol pro Liter) 0,7–1,0 mmol/l 0,7–1,0 mmol/l 0,7–1,0 mmol/l 0,7–1,0 mmol/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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