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Dihydrotestosteron (DHT)

Dihydrotestosteron ist die biologisch wirksamste Form des wichtigsten männlichen Sexualhormons Testosteron.

Warum wird Dihydrotestosteron im Blut bestimmt?

Testosteron wird bei Männern in den Leydig-Zellen des Hodens gebildet. Frauen bilden nur sehr wenig Testosteron, wobei es in den Eierstöcken sowie der Nebennierenrinde gebildet wird.

Die Kontrolle der Bildung von Testosteron erfolgt über das Hypophysenhormon LH (luteinisierendes Hormon), das wiederum über das Zwischenhormon GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) gesteuert wird. GnRH wird ab der Pubertät bei Knaben bzw. Männern pulsatil freigesetzt. Die Steuerung der GnRH-Freisetzung erfolgt wiederum durch das Keimdrüsenhormon im Sinne einer negativen Rückkopplung (d.h. je mehr Testosteron in Umlauf ist, desto weniger GnRH wird vom Zwischenhirn freigesetzt).

In peripheren Geweben (Prostata, Haut etc.) wird Testosteron zu Dihydrotestosteron umgewandelt, das biologisch aktiver ist und dementsprechend stärker wirkt.

Die biologischen Wirkungen von Dihydrotestosteron entsprechen jenen von Testosteron.

Testosteron fördert

  • die normale Entwicklung (Pubertät) und Funktion der männlichen Geschlechtsorgane (Hodenwachstum und -funktion),
  • Stimmbruch und Entwicklung des männlichen Behaarungstyps,
  • das Muskel- und Knochenwachstum,
  • den Geschlechtstrieb u.v.m.

Der Blutspiegel von Testosteron ist starken tageszeitlichen Schwankungen unterworfen, wobei am Morgen die höchsten Werte vorliegen. Insgesamt nimmt die Testosteronbildung mit zunehmendem Lebensalter ab. Im Gegensatz zu Testosteron unterliegt Dihydrotestosteron keinen tageszeitlichen Schwankungen (der Blutspiegel entspricht etwa zehn Prozent des Gesamt-Testosteronspiegels).

Dihydrotestosteron wird aus folgenden Gründen im Blut bestimmt:

  • Störungen der Pubertätsentwicklung
  • Fertilitätsdiagnostik

Was bedeuten erhöhte/niedrige Dihydrotestosteron-Werte im Blut?

Für eine Erhöhung der Dihydrotestosteron-Werte kommen die folgenden Ursachen infrage:

  • Testosteronzufuhr (Doping)
  • testosteronproduzierender Tumor

Für niedrige Dihydrotestosteron-Werte kommen die folgenden Ursachen infrage:

Fertilitätsdiagnostik

Für die Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches leistet die Labordiagnostik wertvolle Dienste. Vor einer entsprechenden Blutuntersuchung ist aber zuerst ein ausführliches ärztliches Gespräch mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt erforderlich, im Rahmen dessen das diagnostische Prozedere geplant wird (Anamnese).

Bei der Anamnese können bereits wertvolle Informationen gewonnen werden, die in weiterer Folge die Abklärung beschleunigen. Darüber hinaus ist für die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt die Frage wichtig, um welche Form des unerfüllten Kinderwunsches es sich handelt:

  • primäre Sterilität: keine erste Schwangerschaft innerhalb eines Jahres trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr.
  • sekundäre Sterilität: keine weitere Schwangerschaft nach vorangegangener Schwangerschaft trotz regelmäßigem ungeschütztem Geschlechtsverkehr.
  • Infertilität: nach der Empfängnis wird die Frucht nicht ausgetragen.

Es gibt unzählige Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch – z.B.:

  • anatomische Ursachen (z.B. angeborene oder erworbene Verschlüsse der Eileiter),
  • Infektionserkrankungen (Chlamydien, Herpes u.v.m.),
  • urologische Erkrankungen (z.B. Hodenhochstand),
  • angeborene Störungen (z.B. Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom),
  • Autoimmunerkrankungen (Antikörper gegen Spermien),
  • hormonelle Störungen u.v.m.

Bevor eine Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches in Erwägung gezogen werden kann, muss eine genaue Abklärung der Ursachen erfolgen. Hier existieren je nach Geschlecht unterschiedliche Diagnosestrategien:

  • bei Frauen:
    • Anamnese
    • Basaltemperaturmessungen
    • gynäkologische/urologische Untersuchungen
    • Infektionsdiagnostik (Chlamydien, Herpes, andere infektiöse Geschlechtskrankheiten)
    • Hormondiagnostik (Blutspiegelmessung der Schilddrüsen-, Hypophysen-, Keimdrüsen-, Nebennierenrindenhormone et cetera)
    • hormonelle Funktionstests
    • genetische Diagnostik
  • bei Männer:
    • Anamnese
    • urologische Untersuchung
    • Spermiogramm (physikalisch-chemische, mikroskopisch-morphologische sowie funktionelle Untersuchung des Spermas)
    • Infektionsdiagnostik (Chlamydien, Herpes, andere infektiöse Geschlechtskrankheiten)
    • Hormondiagnostik (Blutspiegelmessung der Schilddrüsen-, Hypophysen- und Keimdrüsenhormone)
    • hormonelle Funktionstests
    • genetische Diagnostik

Je nach Ursache des unerfüllten Kinderwunsches kann eine entsprechende Behandlung erfolgen:

Weitere Informationen zum Thema Kinderwunsch.
LOINC: 1848-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre

ng/l (Nanogramm pro Liter)

250–750 ng/l
bei Männern bis 18 Jahre abhängig vom Beginn der Pubertät        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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