Gesundheitsportal
Inhaltsbereich

CYFRA 21-1 (CYFR)

Unter CYFRA 21-1 werden Eiweißbruchstücke gewisser Bestandteile des sogenannten Zellskelettes („Zytoskelett“) subsumiert. Bei bestimmten Erkrankungen insbesondere der Lunge kann CYFRA 21-1 im Blut erhöht sein.

Warum wird CYFRA 21-1 im Blut bestimmt?

Adenokarzinom © Dr. Gerhard Weigl

Unter CYFRA 21-1 („CYtokeratin-FRAgment“) werden Eiweißbruchstücke gewisser Bestandteile des sogenannten Zellskelettes (Zytoskelett) subsumiert. Es sind Bruchstücke des Zellstrukturproteins Cytokeratin 19. Diese Zellbestandteile kommen zwar überall im Körper vor, allerdings können diese Fragmente (CYFRA 21-1) insbesondere bei Erkrankungen der Lunge im Blut erhöht sein.

In der Medizin wird die Messung von CYFRA 21-1 im Blut vor allem als sogenannter „Tumormarker“ insbesondere für bösartige Tumore der Lunge (Lungenkrebs) eingesetzt. Beim Lungenkrebs werden folgende Gruppen unterschieden:

Plattenepithelkarzinom © Dr. Gerhard Weigl

  • kleinzelliges Lungenkarzinom (neuroendokrines Karzinom Grad 3):
    • für diesen bösartigen Tumor ist die Messung der NSE im Blut hilfreich.
  • nicht kleinzelliges Lungenkarzinom (z.B. Adeno- bzw. Plattenepithelkarzinome):
    • für diesen bösartigen Tumor ist die Messung von CYFRA 21-1 im Blut hilfreich.

Nach der Diagnose eines nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms kann CYFRA 21-1 im Blut bestimmt werden. Die Höhe der Messwerte dient dabei zur Beurteilung

  • des bisherigen Krankheitsverlaufs,
  • der Prognose (Abschätzung des weiteren Krankheitsverlaufes) sowie
  • des Therapieerfolges.

Hinweis Die Messung von CYFRA 21-1 bzw. anderer Tumormarker im Blut sollte nicht als Suchtest für eine Tumorerkrankung eingesetzt werden, denn dieser Laborwert kann auch bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen erhöht sein.

Was bedeuten erhöhte CYFRA-21-1-Werte im Blut?

CYFRA 21-1 kann einerseits bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen im Blut erhöht sein:

Auf der anderen Seite kann CYFRA 21-1 aber auch bei bestimmten Tumorerkrankungen im Blut erhöht sein:

  • nicht kleinzelliges Bronchialkarzinom (z.B. Adeno- bzw. Plattenepithelkarzinom der Lunge)
  • Harnblasenkarzinom
  • Leber- bzw. Bauchspeicheldrüsenkrebs etc.

Tumormarker

Unter dem Begriff Tumormarker werden im Blut sowie in anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Ergüssen) zirkulierende (humorale Tumormarker) bzw. auf der Zelloberfläche lokalisierte (zelluläre Tumormarker wie z.B. Hormonrezeptoren beim Mammakarzinom) Makromoleküle subsumiert. Bei diesen Stoffen handelt es sich zumeist um Proteine mit einem Kohlenhydrat- oder Lipidanteil, deren Auftreten und Konzentrationsänderungen mit dem Entstehen und Wachstum von Tumoren in Verbindung gebracht werden kann.

In der Diagnostik erlaubt die Bestimmung der Tumormarker Rückschlüsse auf das Vorliegen, den Verlauf sowie die Prognose einer Krebserkrankung. Den größten Stellenwert hat dabei die Verlaufskontrolle des jeweiligen Markers.

Hinweis In der Regel sind Tumormarker als Suchtest bzw. Vorsorge für eine Tumorerkrankung ungeeignet!

Generell sollte bei der Tumordiagnostik immer der folgende Stufenplan eingehalten werden:
  • Stufe 1: Indikationsstellung für eine Tumordiagnostik (z.B. Abklärung einer Verschattung im Lungenröntgen, eines Knotens beim Abtasten der Brust, eines Geschwürs in der Darmspiegelung etc.)
  • Stufe 2: Mikroskopischer Nachweis von Krebszellen (Zytologie) und/oder Krebsgewebe (Histologie)
  • Stufe 3: Bestimmung von Tumormarkern (Zell-Tumormarker, Gewebs-Tumormarker, Blut-Tumormarker)

Bei diesem Stufenplan zur Abklärung eines Tumorverdachtes sind die einzelnen Stufen eins bis drei immer genau wie bei einer Stiege zu nehmen – nämlich eine nach der anderen.

Weitere Informationen zu Entstehung, Prävention, Diagnose und Therapie finden Sie unter Krebserkrankungen.
LOINC: 25390-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
µg/l (Mikrogramm pro Liter) <2 µg/l <2 µg/l <2 µg/l <2 µg/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse