Alpha-Fetoprotein (AFP)
Alpha-Fetoprotein (AFP) ist ein Eiweißstoff, der in der Leber des ungeborenen Kindes (Fetus) gebildet wird. Bei bestimmten Tumorerkrankungen (Lebertumoren, embryonalen Tumoren) kann AFP im Blut erhöht sein. In der Medizin wird AFP daher vor allem als sogenannter „Tumormarker“ eingesetzt.
- 17-ß-Östradiol
- ACTH (ACTH)
- Adrenocorticotropes Hormon
- Beta-HCG (BHCG)
- CA 125 (C125)
- CA 15-3 (C153)
- CA 19-9 (C199)
- CA 72-4 (C724)
- Carcinoembryonales Antigen (CEA)
- Cobalamin
- Coeruloplasmin (COER)
- Corticotropin
- Cortisol (CORT)
- Cortisol bindendes Globulin (CBG)
- CYFRA 21-1 (CYFR)
- Dehydroepiandrosteron-Sulfat (DHEAS)
- Dihydrotestosteron (DHT)
- Estradiol
- Estriol
- Estron
- Folat
- Follikel-stimulierendes Hormon (FSH)
- Folsäure (FOLS)
- Gestagen
- Gonadotropine (FSH)
- Gonadotropine (LH)
- Humanes Choriongonadotropin (HCG)
- Insulin-like Growth Factor 1
- Kortikotropin
- Kortisol
- Kupfer (CU)
- Luteinisierendes Hormon (LH)
- Magnesium (MG)
- Nebennierenrinden-Androgene
- Neuronenspezifische Enolase (NSE)
- Östradiol (E2)
- Östriol (E3)
- Östron (E1)
- Progesteron (PROG)
- Prolaktin (PRL)
- Prostataspezifisches Antigen (PSA)
- Retinol
- SCC-Antigen (SCC)
- Schilddrüsenhormon (T3)
- Schilddrüsenhormon (T4)
- Sexualhormon-bindendes-Globulin (SHBG)
- Somatomedin-C (IGF-I)
- Somatotropes Hormon (STH)
- Somatotropin
- Testosteron (TESTO)
- Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)
- Thyreotropin
- Thyroxin (T4)
- Transcortin
- Trijodthyronin (T3)
- Vitamin A (VA)
- Vitamin B12 (VB12)
- Vitamin C (VC)
- Wachstumshormon (HGH)
- Wachstumshormon (HGH)
Inhaltsverzeichnis
Warum wird AFP im Blut bestimmt?
Alpha-Fetoprotein (AFP) ist ein Eiweißstoff, der in der Leber des ungeborenen Kindes (Fetus) gebildet wird. Aus diesem Grund ist AFP auch im Blut der Mutter im Verlauf einer Schwangerschaft erhöht.
In der Medizin wird AFP vor allem als sogenannter „Tumormarker“ für bestimmte Tumorerkrankungen (Lebertumore, embryonale Tumore) eingesetzt. Das bedeutet, dass nach der Diagnose eines Tumors in den oben erwähnten Organen AFP im Blut bestimmt wird. Die Höhe der Messwerte dient dabei zur Beurteilung
- des bisherigen Erkrankungsverlaufs,
- der Prognose (Abschätzung des weiteren Erkrankungsverlaufes) sowie
- des Therapieerfolges.
Hinweis
Die Messung von AFP bzw. anderer Tumormarker im Blut sollte nicht als Suchtest für eine Tumorerkrankung eingesetzt werden, denn dieser Laborwert kann auch bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen erhöht sein.
Weitere Einsatzgebiete der AFP-Messung sind die
- Abklärung möglicher kindlicher Missbildungen oder Entwicklungsstörungen im Verlauf der Schwangerschaft (AFP-Messung im Blut der Mutter) sowie die
- Verlaufskontrolle bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Virushepatitis, da diese Personen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Lebertumors haben.
Was bedeuten erhöhte AFP-Werte im Blut?
AFP kann einerseits bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen bzw. Prozessen im Blut erhöht sein:
- Lebererkrankungen (Hepatitis, Zirrhose),
- während der Schwangerschaft.
Auf der anderen Seite kann AFP aber auch bei bestimmten Tumorerkrankungen im Blut erhöht sein:
- Lebertumore,
- embryonale Tumore (Keimzelltumore, embryonales Karzinom etc.).
Veränderte AFP-Werte in der Schwangerschaft:
- erhöhte AFP-Werte:
- Mehrlingsschwangerschaften,
- kindliche Missbildungen (beispielsweise Neuralrohrdefekte).
- Mehrlingsschwangerschaften,
- erniedrigte AFP-Werte:
- beispielsweise bei Down-Syndrom des Kindes.
Tumormarker
Unter dem Begriff Tumormarker werden im Blut sowie in anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Ergüssen) zirkulierende (humorale Tumormarker) bzw. auf der Zelloberfläche oder im Zellkern lokalisierte (wie z.B. Hormonrezeptoren beim Mammakarzinom) Makromoleküle subsumiert. Bei diesen Stoffen handelt es sich zumeist um Proteine mit einem Kohlenhydrat- oder Lipidanteil, deren Auftreten und Konzentrationsänderungen mit dem Entstehen und Wachstum von Tumoren in Verbindung gebracht werden kann.
In der Diagnostik erlaubt die Bestimmung der Tumormarker Rückschlüsse auf das Vorliegen, den Verlauf sowie die Prognose einer Krebserkrankung. Den größten Stellenwert hat dabei die Verlaufskontrolle des jeweiligen Markers.
Hinweis
In der Regel sind Tumormarker als Suchtest bzw. Vorsorge für eine Tumorerkrankung ungeeignet!
Generell sollte bei der Tumordiagnostik immer der folgende Stufenplan eingehalten werden:
- Stufe 1: Indikationsstellung für eine Tumordiagnostik (z.B. Abklärung einer Verschattung im Lungenröntgen, eines Knotens beim Abtasten der Brust, eines Geschwürs in der Darmspiegelung etc.).
- Stufe 2: Mikroskopischer Nachweis von Krebszellen (Zytologie) und/oder Krebsgewebe (Histologie).
- Stufe 3: Bestimmung von Tumormarkern (Zell-Tumormarker, Gewebs-Tumormarker, Blut-Tumormarker).
Bei diesem Stufenplan zur Abklärung eines Tumorverdachtes sind die einzelnen Stufen eins bis drei immer genau wie bei einer Stiege zu nehmen – nämlich eine nach der anderen.
Weitere Informationen zu Entstehung, Prävention, Diagnose und Therapie finden Sie unter Krebserkrankungen.
Weitere Informationen
LOINC: 1834-1
Referenzwerte
| Männer bis 18 Jahre | Männer über 18 Jahre | Frauen bis 18 Jahre | Frauen über 18 Jahre | Einheit |
|---|---|---|---|---|
| <10 µg/L | <10 µg/L | <10 µg/L | <10 µg/L | µg/L (Mikrogramm pro Liter) |
| In der Schwangerschaft bis 420 µg/L | ||||
Hinweis
Referenzwerte dienen als Orientierungshilfe bei der Interpretation der Ergebnisse eines Laborbefundes. Unabhängig davon, ob Ihr Testergebnis innerhalb des Referenzbereichs des Labors liegt oder nicht, muss das Ergebnis in Zusammenhang mit Ihren persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft usw.), Krankengeschichte, Medikation und Ergebnissen anderer Untersuchungen betrachtet werden. Sie können einen Wert außerhalb eines Referenzbereichs haben und dennoch völlig gesund sein, und umgekehrt können Sie trotz unauffälliger Werte mit einer unentdeckten Erkrankung leben. Daher sollten diagnostische Untersuchungen (inkl. Laborwerte) immer von einer Ärztin bzw. einem Arzt angefordert und interpretiert werden. In verschiedenen Laboren kommen unterschiedliche Geräte und Testmethoden zum Einsatz, deren Referenzwerte nicht unbedingt deckungsgleich sind. Daher stellen die oben aufgelisteten Referenzbereiche lediglich einen Orientierungsrahmen dar.
Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Referenzwerte?
Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.
Letzte Aktualisierung: 24. Oktober 2023
Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal
Expertenprüfung durch: Dr. Gerhard Weigl, Facharzt für Medizinische und Chemische Labordiagnostik, Zusatzfach: Zytodiagnostik