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Alpha-Fetoprotein (AFP)

AFP ist ein Eiweißstoff, der in der Leber des ungeborenen Kindes (Fetus) gebildet wird. Bei bestimmten Tumorerkrankungen (Lebertumoren, embryonalen Tumoren) kann AFP im Blut erhöht sein.

Warum wird AFP im Blut bestimmt?

AFP ist ein Eiweißstoff, der in der Leber des ungeborenen Kindes (Fetus) gebildet wird. Aus diesem Grund ist AFP auch im Blut der Mutter erhöht.

In der Medizin wird AFP vor allem als sogenannter „Tumormarker“ für bestimmte Tumorerkrankungen (Lebertumore, embryonale Tumore) eingesetzt. Das bedeutet, dass nach der Diagnose eines Tumors in den oben erwähnten Organen AFP im Blut bestimmt wird. Die Höhe der Messwerte dient dabei zur Beurteilung

  • des bisherigen Erkrankungsverlaufs,
  • der Prognose (Abschätzung des weiteren Erkrankungsverlaufes) sowie
  • des Therapieerfolges.

Hinweis Die Messung von AFP bzw. anderer Tumormarker im Blut sollte nicht als Suchtest für eine Tumorerkrankung eingesetzt werden, denn dieser Laborwert kann auch bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen erhöht sein.

Weitere Einsatzgebiete der AFP-Messung sind die
  • Abklärung möglicher kindlicher Missbildungen oder Entwicklungsstörungen im Verlauf der Schwangerschaft (AFP-Messung im Blut der Mutter) sowie die
  • Verlaufskontrolle bei Patientinnen/Patienten mit chronischer Virushepatitis, da diese Personen ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines bösartigen Lebertumors haben.

Was bedeuten erhöhte AFP-Werte im Blut?

AFP kann einerseits bei einer Reihe von gutartigen Erkrankungen bzw. Prozessen im Blut erhöht sein:

Auf der anderen Seite kann AFP aber auch bei bestimmten Tumorerkrankungen im Blut erhöht sein:

  • Lebertumore
  • embryonale Tumore (Keimzelltumore, embryonales Karzinom etc.)

Veränderte AFP-Werte in der Schwangerschaft:

  • erhöhte AFP-Werte:
  • erniedrigte AFP-Werte:

Tumormarker

Unter dem Begriff Tumormarker werden im Blut sowie in anderen Körperflüssigkeiten (z.B. Ergüssen) zirkulierende (humorale Tumormarker) bzw. auf der Zelloberfläche lokalisierte (zelluläre Tumormarker wie z.B. Hormonrezeptoren beim Mammakarzinom) Makromoleküle subsumiert. Bei diesen Stoffen handelt es sich zumeist um Proteine mit einem Kohlenhydrat- oder Lipidanteil, deren Auftreten und Konzentrationsänderungen mit dem Entstehen und Wachstum von Tumoren in Verbindung gebracht werden kann.

In der Diagnostik erlaubt die Bestimmung der Tumormarker Rückschlüsse auf das Vorliegen, den Verlauf sowie die Prognose einer Krebserkrankung. Den größten Stellenwert hat dabei die Verlaufskontrolle des jeweiligen Markers.

Hinweis In der Regel sind Tumormarker als Suchtest Vorsorge für eine Tumorerkrankung ungeeignet!

Generell sollte bei der Tumordiagnostik immer der folgende Stufenplan eingehalten werden:
  • Stufe 1: Indikationsstellung für eine Tumordiagnostik (z.B. Abklärung einer Verschattung im Lungenröntgen, eines Knotens beim Abtasten der Brust, eines Geschwürs in der Darmspiegelung etc.)
  • Stufe 2: Mikroskopischer Nachweis von Krebszellen (Zytologie) und/oder Krebsgewebe (Histologie)
  • Stufe 3: Bestimmung von Tumormarkern (Zell-Tumormarker, Gewebs-Tumormarker, Blut-Tumormarker)

Bei diesem Stufenplan zur Abklärung eines Tumorverdachtes sind die einzelnen Stufen eins bis drei immer genau wie bei einer Stiege zu nehmen – nämlich eine nach der anderen.

Weitere Informationen zu Entstehung, Prävention, Diagnose und Therapie finden Sie unter Krebserkrankungen.
LOINC: 1834-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
µg/l (Mikrogramm pro Liter) <10 µg/l <10 µg/l <10 µg/l <10 µg/l
In der Schwangerschaft bis 420 µg/l        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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