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Stabkernige neutrophile Granulozyten

Stabkernige sind junge Formen der neutrophilen Granulozyten mit einem hufeisen- bzw. stabförmigen Zellkern.

Was sind „Stabkernige“?

Stabkerniger neutrophiler Granulozyt im Blutausstrich © Dr. Gerhard Weigl

Stabkernige sind junge Formen der neutrophilen Granulozyten mit einem hufeisen- bzw. stabförmigen Zellkern.

Die Neutrophilen wiederum stellen den größten Anteil der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) dar. Ihre Hauptaufgabe ist die Abwehr von Krankheitserregern (wie z.B. Bakterien und Viren).

Auch die Stabkernigen werden im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes erfasst bzw. wird im Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Wann finden sich vermehrt Stabkernige im Blut?

Stabkernige kommen auch normalerweise im peripheren Blut vor.

Erhöhte Werte finden sich bei Entzündungsprozessen und Infektionskrankheiten (sogenannte Linksverschiebung).

Bei Säuglingen und Kindern gelten bis zu zehn Prozent Stabkernige im Differenzialblutbild als normal.

Linksverschiebung

Ein vermehrtes Auftreten von Stabkernigen (junge neutrophile Granulozyten) sowie auch Metamyelozyten wird als Linksverschiebung bezeichnet.

Bei einer Linksverschiebung können zwei Formen unterschieden werden:

  • reaktive Linksverschiebung: diese tritt bei einer Vielzahl von Infektionserkrankungen (Entzündungen) auf.
  • pathologische Linksverschiebung: diese kann bei Leukämien auftreten.
Synonyme: Stäbe, Stabkernige (STB)
LOINC: 764-1, 763-3

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
% (Prozent) der Leukozyten 3–5 % 3–5 % 3–5 % 3–5 %
G/l (Giga pro Liter) 0,15–0,40 G/l 0,15–0,40 G/l 0,15–0,40 G/l 0,15–0,40 G/l
Für Neugeborene gelten andere Normalwerte        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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