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Jo-1-Antikörper (JO1AQ)

Jo-1-Antikörper sind Autoantikörper, die gegen Strukturen des Zellplasmas gerichtet sind. Sie treten bei bestimmten Autoimmunerkrankungen (z.B. Polymyositis oder Dermatomyositis) auf.

Warum werden Jo-1-Antikörper im Blut bestimmt?

Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist normalerweise der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist (Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten etc.).

Bei bestimmten Erkrankungen kann das Immunsystem Antikörper gegen den eigenen Körper bilden (sogenannte Autoantikörper). Diese Erkrankungen werden

  • Autoimmunerkrankungen genannt.

Die Ursachen für diese Erkrankungen sind unbekannt.

Bei Autoimmunerkrankungen kommt es zu Entzündungsreaktionen in Organen und verschiedensten Körpergeweben. Die Lokalisation sowie Schwere der Entzündung hängen dabei von der Art und der Menge der gebildeten Autoantikörper ab.

Eine besondere Form der Autoantikörper sind antinukleäre Antikörper (ANA). Diese sind gegen Bestandteile des Zellkerns körpereigener Zellen gerichtet.

Neben den ANA können im Zuge bestimmter Autoimmunerkrankungen aber auch Autoantikörper gegen Strukturen im Zytoplasma (das ist der vorwiegend flüssig und z.T. auch feste Inhalt der Körperzellen ausschließlich des Zellkerns) gebildet werden. Diese Autoantikörper bezeichnet man auch als:

  • antizytoplasmatische Antikörper (ACPA)

Was bedeutet ein positiver Jo-1-Antikörpernachweis im Blut?

Ein positiver Nachweis von Jo-1-Antikörpern im Blut kann einen Hinweis auf die folgenden Autoimmunerkrankungen darstellen:

  • Polymyositis
  • Dermatomyositis

Polymyositis und Dermatomyositis

Bei der Polymyositis handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der gesamten Skelettmuskulatur des Körpers. Bei der Dermatomyositis ist neben der Muskulatur auch die Haut mitbetroffen. Die Ursache dieser Erkrankungen ist unbekannt.

Betroffen sind bei diesen Erkrankungen v.a. die folgenden Organe:

  • Muskulatur
    • es kommt zu Muskelschmerzen und -schwäche.
  • Haut (bei Dermatomyositis)
    • Hautverfärbungen insbesondere im Bereich von Gesicht und Händen
  • Beteiligung von Organen
    • Speiseröhre (Schluckstörungen)
    • Herz (Herzrhythmusstörungen)
    • Lunge (Entzündung, Fibrose)

Im Blut sind bei Polymyositis/Dermatomyositis oft die folgenden Autoantikörper nachweisbar:

Die Behandlung bei Polymyositis/Dermatomyositis umfasst v.a.

  • Entzündungshemmung sowie
  • Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems).
LOINC: 8076-2

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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