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Gliadin-Antikörper IgA (GLAAQ)

Gliadin-Antikörper (vom Typ IgG oder IgA) sind Antikörper, die gegen spezielle Eiweißstrukturen im Getreide gerichtet sind. Sie treten bei bestimmten Autoimmunerkrankungen (z.B. Zöliakie) auf.

Warum werden Gliadin-Antikörper vom Typ IgA im Blut bestimmt?

Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist normalerweise der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist (Bakterien, Pilze, Viren, Parasiten etc.).

Bei bestimmten Erkrankungen kann das Immunsystem Antikörper gegen den eigenen Körper bilden (sogenannte Autoantikörper). Diese Erkrankungen werden

  • Autoimmunerkrankungen genannt.

Die Ursachen für diese Erkrankungen sind unbekannt.

Bei Autoimmunerkrankungen kommt es zu Entzündungsreaktionen in Organen und verschiedensten Körpergeweben. Die Lokalisation sowie Schwere der Entzündung hängen dabei von der Art und der Menge der gebildeten Autoantikörper ab.

Gliadin-Antikörper sind keine Autoantikörper, da sie nicht gegen körpereigene Merkmale, sondern gegen bestimmte Eiweißstrukturen im Getreide gerichtet sind:

  • Gliadin – eine Eiweißkomponente des Klebereiweißes (Gluten) im Getreide.

Allerdings stehen diese Antikörper in einem engen Zusammenhang mit der folgenden Autoimmunerkrankung:

  • der Zöliakie

Im Rahmen dieser Erkrankung kann es zur Bildung folgender Antikörper kommen:

  • Gliadin-Antikörper vom Typ IgG,
  • Gliadin-Antikörper vom Typ IgA sowie
  • Autoantikörper gegen Endomysium (das sind bestimmte Strukturen im Inneren von Muskelzellen).

Was bedeutet ein positiver Gliadin-IgA-Antikörpernachweis?

Ein positiver Nachweis von Gliadin-IgA-Antikörpern kann einen Hinweis auf die folgende Autoimmunerkrankung darstellen:

  • Zöliakie

Zöliakie (einheimische Sprue)

Bei der Zöliakie („glutensensitive Enteropathie“) handelt es sich um eine Unverträglichkeitsreaktion des Körpers gegen eine bestimmte Komponente (Gliadin) des Klebereiweißes (Gluten) im Getreide. Darüber hinaus kommt es im Rahmen dieser Erkrankung zur Bildung von Autoantikörpern gegen körpereigene Merkmale (die sogenannte Gewebs-Transglutaminase) des Endomysiums (einer bestimmten Struktur im Inneren von Muskelzellen).

Die Zöliakie kann im Kindes- oder Erwachsenenalter auftreten. Es existiert eine familiäre Häufung sowie eine erblich (genetisch) bedingte Neigung zu dieser Erkrankung.

Die Beschwerden bei Zöliakie umfassen folgende Symptome:

  • Durchfälle (Darmentzündung)
  • Gewichtsverlust
  • Wachstumsstörungen (im Kindesalter)
  • Hautausschläge
  • Blutarmut etc.

Es gibt aber auch Verlaufsformen der Zöliakie ohne Beschwerden.

Im Blut können bei Zöliakie die folgenden Antikörper nachweisbar sein:

  • Gliadin-Antikörper vom Typ IgG,
  • Gliadin-Antikörper vom Typ IgA sowie
  • Antikörper gegen Endomysium (ebenfalls vom Typ IgG und IgA).

Zur weiteren Diagnosesicherung kann eine Gewebsuntersuchung (Histologie) der Dünndarmschleimhaut durchgeführt werden. Bei einem Verdacht auf Zöliakie sollte eine entsprechend glutenfreie Ernährung zur Besserung der Beschwerden führen.

Die wichtigste Behandlungsmöglichkeit bei Zöliakie ist die

  • lebenslange glutenfreie Ernährung (Meiden von Weizen, Gerste, Roggen, Dinkel etc.),
  • stattdessen dürfen z.B. Erdäpfel, Mais, Reis, Hirse und Soja verzehrt werden.
Weitere Informationen zu Zöliakie finden Sie unter Glutenunverträglichkeit.
LOINC: 16901-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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